Expertenrunde trifft sich zur Verbesserung des regionalen Öffentlichen Personennahverkehrs
Spenge. "Im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) muss sich etwas verändern", war die einhellige Meinung einer ganz besonderen Expertenrunde. Erstmalig tagten gemeinsam Vertreter der Busbetriebe bvo, mobiel, mhv, des Verkehrs-Clubs Deutschland (VCD), Mobilagenten, Mitglieder des Beirates und Fahrgäste. Noch sprechen alle Beteiligten über Zukunftsvisionen – doch dabei soll es nicht bleiben, auch darüber sind sich alle einig.
Die Initiatoren des Experten-Treffs waren die Mitglieder des mhv-Fahrgastbeirates. "Das so viele unserer Einladung gefolgt sind, war schon ein toller Erfolg. Eine regionale Runde dieser Art hat es bisher so noch nicht gegeben", sagt Georg Pohlmann, Vorsitzender des mhv-FahrgastBeirates nicht ohne Stolz.
Unter dem Motto "ÖPNV Akzeptanzverbesserung" stand das Treffen der Arbeitsgemeinschaft, die sich Mitte Juni zusammengefunden hat. "Um ergebnisorientiert zu arbeiten, haben wir uns für das System der sogenannten Zukunftswerkstatt entschieden", sagt Pohlmann. Als Moderator und Coach begleitete der Herforder Olaf Meyer, Betriebswirt und Pädagoge, die ungewöhnliche Runde.
Der Fahrgastbeirat
1989 wurde der erste Fahrgastbeirat bei den Kölner Verkehrsbetrieben eingerichtet. Heute gibt es bundesweit geschätzte 100 Beiräte. Die Mitglieder des Fahrgastbeirates engagieren sich ehrenamtlich und setzen sich für eine gute Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Verkehrsunternehmen und Fahrgästen ein. (sig)
Kurz-, mittel- und langfristig sollten die Ideen umsetzbar sein. "Wir wollten Maßnahmen entwickeln, die sich auch praktisch umsetzen lassen. Dabei hatten wir erst einmal einen Zeitraum von zehn Jahren im Hinterkopf", sagt Achim Overath, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft mhv.
Und die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen. "Es gab den Vorschlag, an verschiedenen Knotenpunkten Linienpläne des gesamten regionalen Nahverkehrsnetzes aufzustellen. Auf diese Weise findet der Fahrgast schnell und auf einen Blick seine Fahrtroute", sagt Overath.
Darüber hinaus wurden auch die Tarife der Verkehrsbetriebe diskutiert. Eine Anregung: Die Einführung eines Sozial- oder Bildungstickets. Und auch eine Imageverbesserung der Verkehrsbetriebe wurde angeregt. "Es geht uns darum, die Wünsche derjenigen aufzugreifen, die wir schon zu unseren Fahrgästen zählen dürfen, aber wir wollen natürlich auch neue Fahrgäste dazu gewinnen. Kritik und Anregung sind immer gut", sagt Hans-Jürgen Krain, Kaufmännischer Leiter von mobiel. Der Einsatz von Elektrobussen in der Innenstadt könnte auch diejenigen von der Nutzung des ÖPNV überzeugen, die bisher andere Verkehrsmittel nutzen – war ein Gedanke.
Mittels einer Prioritätenliste soll nun darüber entschieden werden, welche Vorschläge sich umsetzen lassen. "Wenn die Liste fertig ist, hoffen wir innerhalb eines halben Jahres die ersten Maßnahmen in Angriff nehmen zu können", sagt Overath, der wie alle Beteiligten weiter am Expertentisch sitzen möchte, um Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.