Sommernachtskino bietet passendes Rahmenprogramm zum Film / Musik, Wein und Geselligkeit
Enger. Rhythmische, lateinamerikanische Klänge schallen über den Engeraner Mathildenplatz. Auf dem eigens aufgebauten Holzparkett vor dem roten Würfel drehen sich zehn Paare im Takt. Sie geben sich ganz der Musik hin, viele haben die Augen geschlossen, um alles andere auszublenden und sich nur noch dem Tanz zu widmen. Diese Tangoveranstaltung ist eine ganz besondere: Unter freiem Himmel und mit anschließender Vorführung des Kultfilms "Tango Lesson".
"Das Sommernachtskino bieten wir immer dreimal während der warmen Jahreszeit an", sagt Matthias Rasche vom Stammtisch Barmeierplatz. "Dieses Jahr ist noch eine Veranstaltung dazu gekommen. Und zwar auf Initiative von Christian Rothschild vom Kleinbahnverein, der für die Organisation der regelmäßigen Tangoabende im Kleinbahnmuseum zuständig ist.
"Wir wollten immer schon mal Open-air tanzen", erklärt Christian Rothschild, selbst seit acht Jahren begeisterter Tangotänzer. "Und da an diesem Wochenende das Festival El Tranvia mit Tango-Workshops im Kleinbahnmuseum läuft, dachten wir, das ist der richtige Zeitpunkt für eine Kooperation."
Das sieht auch Matthias Rasche so. "Der Platz soll auf unterschiedlichste Arten belebt werden, da bietet es sich an, gemeinsame Sache zu machen." Gemeinsame Sache bedeutet in diesem Fall: Der Stammtisch Barmeierplatz ist zuständig für die Technik, den Film und das Essen, der Kleinbahnverein organisiert den Tanzboden, die Musik und die Getränke. Denn ein passendes Rahmenprogramm zum Film gehört beim Sommernachtskino von Anfang an dazu. "Im Einklang mit dem Thema des Abends gibt es Maiskolben, Fleisch im Brötchen und argentinischen Wein", berichtet Matthias Rasche. "Aber natürlich auch Bratwurst und Bier."
Und so genießen die zahlreichen Besucher den Abend vor dem Start des Films auf unterschiedliche Weise. Einige lassen sich die Leckereien schmecken und beobachten dabei die Tänzer auf dem Parkett. "Mir gefällt das Ambiente als Ganzes - Musik, Wein und Geselligkeit", meint Michael Rohr und nippt an seinem argentinischen Roten. Andere tanzen selbst. Wie Monika Saathoff mit ihrem Mann Theodor. "Tango tanzen ist für mich Entspannung und Meditation in Harmonie mit dem Partner und der Musik", schwärmt die Bünderin, die sich stilecht in Rot und Schwarz gekleidet hat. "Und die heutige Kombination von Milonga und Filmabend finde ich sehr gelungen."
Auch Christian Rothschild findet Worte dafür, was den Tango so besonders macht: "Für die Dame ist dieser Tanz ein Genuss, weil sie dabei perfekt geführt wird. Außerdem ist der Tango ein Improvisationstanz. Man bekommt zwar zu Anfang ein paar Schritte beigebracht, aber das löst sich mehr und mehr auf in Improvisation."
Um eine Anfängerin dreht sich dann auch der Film "Tango Lesson", der erzählt, wie eine Filmemacherin zum Tango gekommen ist. Sobald sie Sonne untergegangen ist, startet er auf der großen Leinwand. "Er handelt von einer Regisseurin, die einen Tangotänzer kennenlernt", erläutert Matthias Rasche. "Es gibt eine Liebesgeschichte, aber auch sehr viele Tanzszenen. Und während derer haben die Tangobegeisterten dann nochmal die Gelegenheit, die Tanzfläche zu erobern."