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27.11.2012
Kreis Herford
Zweimal am Tag zum Gottesdienst
Synodalversammlung sucht neue Wege / Demografie lässt Kirche schrumpfen

Am Rednerpult: | FOTO: ALEXANDER KRÖGER

Kreis Herford. Diesmal ging es um Inhalte und nicht um Finanzen. Bei einer Versammlung des Evangelischen Kirchenkreises Herford informierten sich unter anderem die Vertreter der Gemeinden über neue Gottesdienstformen und hörten den Jahresbericht des Superintendenten Michael Krause.

Beispiele dieser neuen Gottesdienste gibt es mehrere im Wittekindsland. So berichteten Simone Rasch von der Thomasmesse im Herforder Münster, Markus Fachner vom Oase-Gottesdienst in der Kreuzkirche Ennigloh und Peter Bulthaup von "Erlebt" in Spenge und "Kommma Herr" in Rödinghausen.

Die neuen Gottesdienstformen seien betont anders, offener, wie ein kleines Event, sagte Pfarrer und Uni-Dozent Dr. Lutz Friedrichs aus Kassel. Trotzdem könnten sie, seiner Meinung nach, den traditionellen Gottesdienst am Sonntagmorgen nicht völlig ersetzen. Friedrichs: "Es gibt einen regen Austausch zwischen den beiden Formen. Das soll auch so sein. Sie sollen sich idealerweise ergänzen und voneinander profitieren."

Superintendent Michael Krause bestätigte den ergänzenden Charakter der Gottesdienstformen und berichtete von seiner Beobachtung, dass manche Christen einen Gottesdienst sogar zweimal am Tag besuchen: zunächst den traditionellen am Sonntagmorgen und später am Tag einen anders organisierten Gottesdienst.

In den einzelnen Presbyterien des Kirchenkreises leiten derzeit 131 Frauen und 138 Männer ehrenamtlich die Geschicke ihrer Gemeinden. Insgesamt ist die Zahl der Gemeindeglieder kleiner geworden: Im Schnitt nimmt die Mitgliederzahl jährlich um 1,5 Prozent ab. Michael Krause: "Dieser Trend ist - wie in den meisten Regionen unserer Landeskirche - leider sehr stabil. Er ist wesentlich der demografischen Entwicklung geschuldet."

Vor diesem strukturellen Hintergrund definierte der leitende Theologe des Kirchenkreises die Aufgabe der Synode und des Synodalvorstandes für die nächsten Jahre: "Wir müssen Ideen entwickeln, wie das kirchliche Leben in unserem Kirchenkreis aussehen kann."
 



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