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28.11.2012
Herford
Kochen für die Vögel
Sechstklässler der Hauptschule Meierfeld machen ihr Futter für die Winterfütterung der Piepmätze selbst
VON ULRIKE HEITHOLT

Vier Köchinnen verderben nichts | FOTOS: HEITHOLT

Herford. Kaum stehen Acelya, Gülnas, Alena und Zeynep am Herd, streifen sie sich die Gummihandschuhe über. "Die brauchen wir für die Zwiebelnetze." Die vier Mädels wollen nämlich eine fettige Körnermasse in die Netze füllen und Meisenknödel daraus machen: An diesem Tag steht die Herstellung von Vogelfutter auf dem Stundenplan der Klasse 6a der Hauptschule Meierfeld.

Ob sich Acelya und Zeynep schon ein bisschen auskennen mit der heimischen Vogelwelt? "Nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich gut", versichern die beiden Schwestern. Vor rund zwei Wochen war die gesamte Klasse im Biologiezentrum Bustedt auf Vogel-Exkursion, die Schüler lernten, verschiedene Arten zu bestimmen und bekamen sogar das ein oder andere Exemplar vor die Linse (die NW berichtete).


Nun geht es ans Futter. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) rät zur Fütterung von Vögeln im Winter, da den Tieren viele Nahrungsquellen nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf Feldern bleiben beispielsweise keine Reste von der Ernte mehr übrig, und Sträucher, die Beeren tragen, sind Mangelware. Das LANUV empfiehlt Fett-, Körner- und Nussfutter aus dem Fachhandel und fertiges Fettfutter zum Aufhängen, wie Meisenknödel oder Futterglocken.

Info

Rezept für Rotkehlchen & Co.

Man schmilzt 100 Gramm Pflanzenfett, zum Beispiel Kokosfett, und fügt 200 Gramm handelsübliche Körnermischung hinzu. Nach Belieben lässt sich die Mischung ergänzen – mit Rosinen, Haferflocken, Weizenkeimen, Hirse oder ähnlichem.

Die Mischung lässt man etwas abkühlen und füllt sie dann in geeignete Gefäße wie Blumentöpfe, Ausstechförmchen, Papierrollen, Zwiebel- oder Zitronennetze. An Töpfen und Rollen sollte ein kleiner Zweig befestigt werden, auf dem die Vögel zum Futtern landen können.

Wenn die Masse kalt genug geworden und erstarrt ist, hängt man das Futter in Sträuchern und Bäumen auf – am besten so, dass sich die Vögel vom Fenster aus gut beobachten lassen. (heit)

Die Meierfelder wollen es lieber selber machen. Lehrerin Kerstin Beckmeier hat mit den 19 Sechstklässlern in der Schulküche alles vorbereitet. Ausstechformen für Kekse liegen bereit zum Füllen, Blumentöpfe sind mit kleinen Zweigen als Anflugmöglichkeit präpariert, und selbst Klopapierrollen eignen sich als Gefäß. Alena guckt aufs Rezept und rührt in der Körnermischung. "Wir haben noch Haferflocken und Rosinen dazu getan, damit es besser schmeckt."

Grundlage für das selbstgemachte Futter ist Fett. Vorsichtig schmelzen die Gruppen an vier Herden die abgewogenen Stücke. "Es darf nicht zu heiß werden", weiß Nikola. Alles geht glatt, die Körnermischung wird unter das Fett gerührt. Erik rümpft die Nase. "Das riecht nicht gut." Dennis widerspricht. "Für die Vögel aber bestimmt." Can hat sich schon überlegt, wer das Ganze fressen soll. "Blaumeise, Kohlmeise, Amsel, Singdrossel, Goldammer, Falken", zählt er auf und guckt, ob sein Scherz ankommt. "Nein, Falken natürlich nicht."

Im Topf würde am liebsten jeder rühren, und alle passen gemeinsam auf, dass nichts anbrennt. Endlich ist die Mischung fertig. Jeder bekommt seinen Teil, und mit Feuereifer werden Förmchen, Blumentöpfe und Zwiebelnetze gefüllt. Behutsam stellen die Schüler ihre Arbeiten zusammen. "Die Masse muss noch weiter abkühlen und fest werden, damit sie hält", erklärt Kerstin Beckmeier. "Dann hängen wir das Futter in den Sträuchern rund um die Schule auf", erzählt Can.

Und wenn die Klasse im Winter Vögel zählen wird - zum Abschluss des Projekts -, werden hoffentlich viele die leckeren Futterquellen entdeckt haben.



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