Viel Lob für die Fassade des neuen Einkaufszentrums auf dem früheren Kaufhof-Gelände
Herford. Der Kaufhof war gestern. Jetzt kommt das Hanse-Caree. Das neue dreistöckige Einkaufszentrum zwischen Brüder-, Klosterstraße und Linnenbauerplatz wird sich geschickt in die Nachbarschaft einfügen. Politiker und Stadtbildpfleger sind voll des Lobes. Und Investor Dr. Markus Böger will bis Ende Juni die Zielgerade erreichen.
Gestern machte er mit seinem Architekten Karsten Schlattmeier einmal mehr Station im städtischen Bauausschuss. Es ging um die Gestaltung der Fassaden des neuen Einkaufszentrums, für das das alte Kaufhof-Objekt "revitalisiert" wird.
Es wird trotzdem ganz anders aussehen als der alte Kaufhof. Statt einer grauen Einheitsfassade sieht der Architekt vielfache Gliederungen der Schauseiten zu Brüderstraße und Linnenbauerplatz vor.
Dafür setzt er Materialien wie Glas, Holz, Beton und – erstmals in Herford – Textilien ein. Zur Brüderstraße hin wird der Baukörper näher an die Straße gezogen und bekommt ein leicht vorkragendes Vordach. Zum Linnenbauerplatz schließt sich das neue Hanse-Carree unmittelbar ans Ihr-Platz-Gebäude an.
In Herford gibt es kritische Gremien, die solche Ideen argwöhnisch begutachten. In diesem Fall befassten sich der Beirat für Stadtbildpflege und die Fassadenkommission mit den Plänen. Das Ergebnis fasst Baudezernent Dr. Peter Maria Böhm zusammen: "Im Arbeitskreis Fassaden gab es nur Lob – und durchaus auch Begeisterung ".
Auch die Stadtbildpfleger zeigten sich angetan. Und die Politiker im Bauausschuss ? – Ralf Grebe (CDU) bekennt eine "gewisse Begeisterung. Eine 13 Jahre währende Vision scheint in Erfüllung zu gehen, ich freue mich drauf". – "Das steht unserer Stadt richtig gut zu Gesicht", sagt Eckhard Klemens (SPD). "Das ist sehr gut anzusehen, wir haben immer auf dieses Konzept gesetzt", assistiert sein Fraktionskollege Udo Freyberg.
Auch die Grünen sind überzeugt "Kleinteilig, nicht überladen wirkend, überzeugend", urteilt Gerd Teuteberg.
Derweil ist Investor Böger dabei, in Gesprächen mit den Mietern den Marketing-Mix des Hanse-Carrees festzulegen. Das braucht Zeit: "Das Erdgeschoss könnten wir dreifach vermieten, aber wir brauchen auch Partner für das Unter- und das Obergeschoss." Daran wird getüftelt.
Es zeichnet sich ein Schwerpunkt auf Textilien mit Ergänzungen von Schmuck, Leder und Gastronomie ab. "Wir sind viel weiter, als wir jemals in der Vergangenheit waren", stellt Ratsherr Grebe fest. Jetzt geht es in die Schlussgerade.