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21.11.2012
Hiddenhausen
Anklage nach Mord und Einbruch in Hiddenhausen
Polizei prüft, ob der Dieter L. für weitere Einbrüche verantwortlich ist
VON JOBST LÜDEKING

Spurensuche | FOTO: FRANK-MICHAEL KIEL-STEINKAMP

Hiddenhausen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen Dieter L. (44) lautet auf Einbruch und Mord. Die Ermittlungen der Polizei gegen den gebürtigen Gütersloher, der am 2. August 2012 die Oetinghausener Pensionsbesitzerin Inge R. getötet haben soll, dauern aber wegen eines zweiten Verdachts der Polizei weiter an, wie Staatsanwalt Veit Walter gestern erklärte. Der Kapitaldezernent, der schwerste Verbrechen wie Totschlag und Mord bearbeitet, gab dabei Details zu der Mord-Anklage gegen Dieter L. bekannt.

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Die Anklage stützt sich auf die Ermittlungsergebnisse der Mordkommission. "Der Beschuldigte selbst hat keine Angaben gemacht und die Tat bisher bestritten", erklärte Veit Walter. Die Anklage gegen den Berufskraftfahrer geht davon aus, dass er sein Opfer am 2. August zwischen 8.45 und 10.30 Uhr getötet haben soll. "Er war in finanzieller Not, hatte auch Mietrückstände bei der Inhaberfamilie der Pension", skizziert der Staatsanwalt die Verhältnisse des Familienvaters, der zur Tatzeit getrennt von seiner Frau und den Kindern lebte. Etwa im März war er in der Pension eingezogen, war aber später eine Wohnung der Familie umgezogen.


Am Morgen des Tattages, so die Rekonstruktion der Mordermittler, rief Dieter L. zunächst zwei Mal von seinem Handy aus in der Pension an, um festzustellen, ob jemand zu Hause war oder ob die Luft rein war.

Kurz darauf drang er in das Haus durch eine aufgehebelte Terrassentür ein. Im Büro versuchte er den Tresor aufzubrechen. Das gelang nicht. "Er ist ins Gartenhaus gegangen, um Werkzeug zu holen. Darunter war auch eine Axt", sagt Veit Walter. Mit der Axt versuchte der 44-Jährige den Tresor aufzuhebeln. Dabei wurde er von Inge R. gestört. Dieter L. soll ein Gipser-Beil genommen und Inge R., die ihn als Mieter ihrer Wohnung kannte und sofort identifiziert hätte, erschlagen haben. Das Handy, die Handtasche und das Portemonnaie der Frau, die bisher nicht gefunden wurden, nahm er nach der Tat mit.


Bereits einen Tag nach dem Mord stand Dieter L. , der in der Vergangenheit wegen Diebstählen, Computerbetrug, Urkundenfälschung, Unterschlagung, falscher eidesstattlicher Versicherung und vor Jahrzehnten wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden war, im Visier der Ermittler. Es war zunächst eine ganz normale Vernehmung als Zeuge. Doch die Angaben, die der 500 Meter vom Tatort entfernt lebende Dieter L. zu seinem Alibi machte, platzten. Darüber hinaus war die Spurensicherung am Tatort auf Blut gestoßen. Blut, dass nicht vom Opfer, sondern zu Dieter L. und einer Verletzung am rechten Arm passte.

Info
Morde in Hiddenhausen

Am 13. März 1989 tötete Ralf G. die 29-jährige Sekretärin Gitta M. in ihrem Appartement in Hiddenhausen.

Im Mai 2003 starb die Rentnerin Inge V. auf ihrer Terrasse an der Schulstraße in Eilshausen. Der Mörder hatte sie erstochen. Er ist noch auf der Flucht.

Ein 28-Jähriger tötet im November 2011 in seiner Wohnung in Lippinghausen sein Baby. (ted)

Die DNA-Tests und eine Analyse der Handydaten von L. brachten dann für die Mordkommission den Durchbruch. Am 3. August wurde der Berufskraftfahrer festgenommen, einen Tag später wurde er in Untersuchungshaft geschickt. Voraussichtlich im Januar könnte der Prozess beginnen. Formal lautet die Anklage auf "Wohnungeinbruchsdiebstahl tateinheitlich mit Mord zur Verdeckung einer Straftat".

Die Angehörigen von Inge R. treten als Nebenkläger auf: Rechtsanwalt Andreas Stuke aus Bünde, der sie vertritt, will sich äußern, wenn ihm die Anklage vorliegt und er sie mit der Familie besprochen hat. Über die Mordermittlungen hinaus ist die Polizei aber nach wie vor dabei, ungeklärte Einbrüche im Kreis Herford zu überprüfen, ob sie nicht mit den Spuren des 44-Jährigen aus Gütersloh übereinstimmen. Die Ermittlungen dauern an. "Bisher haben wir aber bei den Spuren noch keine Übereinstimmung gefunden", erklärte Veit Walter.

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