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27.11.2012
Löhne
Die Tücken des Internets erkennen
Medien-Buddys am Gymnasium schulen jüngere Schüler im Umgang mit den Neuen Medien
VON ANTONIA WEGENER

Den richtigen Blick für Gefahren entwickeln | FOTO: ANTONIA WEGENER

Löhne. Ein falscher Klick und schon kommen tausend Gäste zu einer Party, die über Facebook angekündigt wurde. Auch wenn es es eher selten zu diesem Supergau im Internet kommt, ist das Netz nicht nur ein wunderbares Medium. Es lauern auch Gefahren hinter dem Mausklick. Damit sich jüngere Schüler sicher im Netz bewegen, gibt es am Löhner Gymnasium Schulungen mit sogenannten Medienbuddies.

Informatikunterricht steht auf dem Stundenplan für die Schüler. Doch in welchem Fach lernt man den richtigen Umgang mit Medien? Diese Frage stellten sich Schüler und Lehrer des Gymnasiums. Seit August 2010 setzen sich ältere Gymnasiasten, die Medienbuddies, für ausreichende Schulungen im Umgang mit Medien für die jüngsten Mitschüler ein.


"Das Buddy-Projekt (übersetzt: Kumpel / Kamerad) muss nicht auf einen Bereich festgelegt sein", sagt Friederike Steffener, Sozialwissenschafts- und Englischlehrerin. "Denn die Grundidee ist ganz einfach: Miteinander leben, voneinander lernen." Dieses Motto findet sich in den verschiedenen Projekten der Medien-Buddys für jüngere Mitschüler wieder.

Für die fünften, sechsten und siebten Klassen werden seit zwei Jahren regelmäßige Workshops angeboten. Doch zuallererst stand eine Schulung für die Buddys selbst auf dem Plan. Die Elftklässlerin Jill Johanning erklärt: "Im August vor zwei Jahren haben wir mit der Polizei Herford und Medienexperten zusammengearbeitet." Nach wenigen Wochen wurden dann die ersten Projekte mit Hilfe der Expertenschulungen für die Mitschüler entwickelt.

"Angefangen haben wir mit einem Projekt für den Umgang im Internet in der fünften Klasse", sagt Jonas Becker, Schüler der elften Jahrgangsstufe. Es sei um den Umgang mit Suchmaschinen und jugendgerechten Seiten gegangen. Doch man wollte sich auch am Puls der Zeit bewegen. "Kurze Zeit später haben wir unsere Mitschüler dann zum Thema Soziale Netzwerke geschult."

Facebook und Twitter erleben seit Jahren einen Höhenflug. Die angloamerikanischen Netzwerke laufen deutschen Mitstreitern den Rang ab. Der Haken an den vermeidlich harmlosen Plattformen ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Facebook speichert sämtliche private Daten jedes Nutzers und behält sich das Recht vor, diese an Dritte weiterzugeben.

Damit bewegt es sich in einer Grauzone. In der virtuellen Welt ist die Rechtslage nie so genau festgelegt wie in der realen. Dass ihre Privatsphäre nicht geschützt ist, wissen die wenigsten Jugendlichen, wenn sie sozialen Netzwerken beitreten.

Info

Sprechstunde


  • Das Projekt bleibt auch in Zukunft am Gymnasium Ansprechpartner für die zahlreichen undurchschaubaren Probleme und Gefahren der Medien.
  • Mit Informationsabenden pflegen die Medienbuddies den Kontakt zu Eltern und Lehrern.
  • Für die Schüler bieten die Medienbuddys jeden ersten Mittwoch im Monat eine Sprechstunde an. (anton)


Auch die Siebtklässlerinnen Marie Dietrich und Jennifer Getz haben vor einem Jahr an einer Schulung für soziale Netzwerke teilgenommen. Marie erinnert sich noch gut: "Es war nicht so wie Unterricht. Die Medien-Buddys haben mit uns an den PCs und auf Facebook gearbeitet. Es hat wirklich Spaß gemacht."

Ihre Freundin Jennifer ergänzt: "Außerdem hat man sehr viel gelernt. Ich habe mich bisher noch nicht mit Facebook und Co beschäftigt. In der Zukunft weiß ich genau, was ich von mir preisgeben möchte."

Die Medien-Buddys werden sich in Zukunft weiter mit Neuen Medien auseinandersetzen.

"Ein sehr aktuelles Thema sind Smartphones", sagt Lehrerin Friederike Steffener. "Im Umgang mit Medien ist es wichtig immer am Puls der Zeit zu bleiben." Denn in keinem anderen Bereich sei ein Thema so schnell überholt wie in der virtuellen Welt.



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