Löhne. Eine ganze Schlange von Feuerwehrwagen steht entlang der schmalen Nordbahnstraße in Gohfeld. Mit den zehn Fahrzeugen sind rund 35 Einsatzkräfte zu dem Brand in einem zweigeschossigen Haus geeilt. Denn als um 14.13 Uhr die Meldung von dem Feuer eintrifft, ist zunächst überhaupt nicht klar, wie viele Menschen in Gefahr sind. Am Ende geht zwar alles glimpflich aus, doch es ist kein Einsatz wie jeder andere.
Ein Nachbar entdeckt den Rauch aus dem Küchenfenster um kurz nach 14 Uhr. Er verständigt den Hausbesitzer, der ebenfalls direkter Nachbar des Hauses ist. Er ruft die Feuerwehr und eilt selbst sofort zu dem Brand. Vor dem Haus trifft er die verstört wirkende Bewohnerin an, die barfuß auf dem Gehweg steht und ihr Kaninchen auf dem Arm hält. Offenbar brennt es da schon einige Minuten in der Küche der Frau, doch die Feuerwehr hat sie nicht gerufen. Nach Informationen der NW ist die 45-Jährige krank.
Erst die Feuerwehr und dann der Notarzt kümmern sich intensiv um die Frau. Zur Brandursache kann sie offenbar nichts sagen. "Das ist noch völlig unklar", erklärt Wehrführer Ralf Krause. Die Kriminalpolizei wird später am Nachmittag vor Ort sein, um zu ermitteln.
Binnen weniger Minuten versammeln sich viele Nachbarn in der Nähe des Hauses, darunter auch die Familie des Hausbesitzers. Sie erlebt mit, wie die Feuerwehr unter Atemschutz ins Haus eindringt. "Wir wussten ja zunächst gar nicht, ob noch jemand in dem Gebäude ist und wenn ja, wie viele Personen", so Ralf Krause. Deshalb habe er auch während des Einsatzes die Alarmierungsstufe erhöht. So sind am Ende neben der hauptamtlichen Wache auch die Löschgruppen aus Gohfeld, Wittel, Löhne-Bahnhof und Löhne-Ort beteiligt.
Die Drehleiter wird ausgefahren, ein Feuerwehrmann lässt sich vor das Küchenfenster schwenken, aus dem der Rauch dringt. Doch eingreifen muss er nicht mehr. Die Kollegen drinnen haben die Lage im Griff.
Inzwischen haben Feuerwehr und Polizei auch den Mieter des Obergeschosses verständigt. Er hatte Glück und war zum Zeitpunkt des Brandes bei der Arbeit. Nach einer Stunde trifft auch er vor Ort ein. Seine erste Frage: "Wann kann ich wieder in meine Wohnung?" Eine Antwort darauf muss ihm Ralf Krause zunächst schuldig bleiben. "Vorerst kann er nicht zurück. Die Wohnung muss erst professionell vom Rauch gereinigt werden." Der Mieter kommt nach Informationen der NW am Abend bei seinem Bruder unter.
Die Geschichte geht jedoch auch nach dem Abzug der Feuerwehr noch weiter. Wie die NW erfuhr, wurde die 45-Jährige Bewohnerin zunächst in ein Krankenhaus gebracht, kehrt aber offenbar auf eigene Verantwortung wieder in die ausgebrannte Wohnung zurück. Die Polizei holte sie dort am späten Nachmittag wieder ab.