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23.05.2012
LÖHNE
Fachmarktzentrum spaltet den Ort
Leser skeptisch, Einzelhändler bangen um Parkraum und Stadt hält sich bedeckt zu Plänen in Mennighüffen
VON RALF MISCHER

Lecker | FOTO: RALF MISCHER.

Löhne. Das geplante Fachmarktzentrum in Mennighüffen spaltet: Bei einer Umfrage der Neuen Westfälischen, an der sich 578 Leser beteiligt haben, sprachen sich 48,5 Prozent für den Bau des Marktes aus, 51,5 Prozent sind dagegen. Knapper geht’s nicht. Wir sprachen mit Anliegern, den Planern und der Verwaltung darüber.

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KOMMENTAR

Fachmarktzentrum

Genau abwägen

RALF MISCHER

Schneller, höher, weiter. Getreu dieser Devise ist jetzt auch in Mennighüffen die Moderne ausgebrochen. Das geplante Fachmarktzentrum soll das Konsumglück perfekt machen. Sprichwörtlich auf der Strecke könnten dabei aber die Einzelhändler in der Lübbecker Straße bleiben. Sie fürchten, dass die Parkplätze knapp werden und dass Kunden lieber nebenan einkaufen könnten. Ganz von der Hand zu weisen sind diese Befürchtungen aber nicht. Menninghüffen kann eigentlich stolz darauf sein, dass es viele Einzelhändler hat, die eine lange Tradition im Ort haben. Deshalb muss die Politik gerade diese Verkehrsprobleme genau und gründlich abwägen.

Und Ihre Meinung? Hinterlassen Sie uns Ihren Kommentar direkt hier auf der Website mit der untenstehenden Kommentarfunktion oder schreiben Sie eine Email an Ralf.Mischer@ihr-kommentar.de

Natürlich ist die Umfrage mit 578 Stimmen nicht repräsentativ. Aber für ein Thema, das nur einen einzelnen Ortsteil betrifft, ist die Beteiligung beachtlich hoch. Mennighüffen ist gespalten.


"Am Ende kommt es darauf an, wie es umgesetzt wird", sagt Ewa Kröger (30), Inhaberin des Blumenhandels an der Lübbecker Straße. Sie findet, dass Mennighüffen schon jetzt gut ist. "Es muss nicht immer ein Einkaufskomplex gebaut werden". Das größte Problem beim Neubau ist für sie die Parkplatzsituation: Kröger fürchtet, dass der Verkehr dichter wird. Das hätte zur Folge, dass womöglich eine Linksabbiegerspur eingeplant werden müsste. Dafür bräuchten die Planer zusätzlichen Platz. Der wäre zwar da – aber ausgerechnet auf dem Randstreifen. Den wollen die Händler behalten. "Die Stellplätze für Kunden direkt vor dem Laden müssen auf jeden Fall bleiben", sagt Eva Kröger.

Karl-Friedrich Koblenz (66) steht dem Fachmarkt zwar grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings hegt auch er die "große Sorge, dass sich der Neubau negativ auf die Parkplatzsituation an der Lübbecker Straße auswirken" wird .

Rosemarie Czunski (70), Inhaberin einer Änderungsschneiderei an der Lübbecker Straße, sieht das genauso. "Meine Kunden beklagen sich schon jetzt oft, dass sie keine Parkplätze finden", sagt sie – und fürchtet, dass sich die Situation durch den wegfallenden Randstreifen noch verschärfen würde.

Das sieht auch Annegret Kritemeyer so. "Wenn der Randstreifen nicht da wäre? Unvorstellbar" , sagt die Inhaberin einer Textilreinigung. Den geplanten Bau eines großen Parkplatzes auf dem jetzigen Edeka-Gelände würde sie zwar begrüßen. Aber nur dann, wenn die Randstreifen bestehen bleiben.

Für die Ängste der Anlieger haben die Planer der Stadtverwaltung noch wenig Gehör. "Letztlich entscheidet der Stadtrat, wie die Sache umgesetzt wird", sagt Baudezernent Wolfgang Helten. Derzeitiger Stand ist, dass der Planungsausschuss die Verwaltung beauftragt hat, einen so genannten "vorhabenbezogenen Bebauungsplan" aufzustellen. Wann die Planungen dafür abgeschlossen sein werden – und wann es die ebenfalls von Ausschuss beschlossene Bürgerversammlung geben wird, dazu kann Helten derzeit noch keine Stellung nehmen. Die Frage, ob es eine Linksabbiegerspur geben wird, ist offenbar auch noch ungeklärt. Noch nicht ausgestaltet ist bis dato auch ein Zeitplan oder sind konkrete Einzelheiten des geplanten Projekts. Der Bebauungsplan werde von einem externen Planungsbüro erarbeitet.

Sven Johanning, Sprecher von Straßen.NRW wird da schon konkreter. Dem Landesbetrieb obliegt die Oberhoheit für Planungen von Landstraßen. "Offiziell liegt uns von der Stadt zwar noch kein Antrag vor", räumt Johanning ein. Außer Frage steht für ihn jedoch, dass die Lübbecker Straße in der Höhe des Edeka eine Linksabbiegerspur braucht, wenn sich die Verkehrsdichte erhöht. "Die Flüssigkeit des Verkehrs und die Sicherheit der Autofahrer müssen gewährt bleiben", so der Verkehrsexperte. Außer Frage steht, dass die Planer für die Linksabbiegerspur Platz brauchen. Platz, den es nur auf den Randstreifen gibt.

Eine mögliche Lösung könnte sein, dass Parkplätze beim Fachmarktzentrum für Schnellparker frei gehalten werden. Mit einer Querungshilfe könnten sie rasch zu den Geschäften an der Lübbecker Straße gelangen.

Zu solchen Fragen möchte sich Hans-Karl Otto nicht äußern. Er ist einer der Bauherrn. Ihm war nur zu entlocken, dass er hofft, "dass der neue Edeka-Neukauf-Markt Ostern 2014 eröffnet wird".

Kommentare
Hier spricht etwas "Alteingesessenes". Auch ich denke an die Zukunft, Mennighüffen wächst auch in Halstern immer mehr. Es sollte weitergehen, nämlich auf dem brach liegenden Nagelschen Gelände. Ein Schandfleck für unseren Ort. Daß sich die Halsteraner dort einen Markt wünschen, wird total ignoriert. Wir hier in Mennighüffen brauchen kein so überdimensionales Fachmarktzentrum, gegen eine Vergrößerung des jetzigen EDEKA-Marktes hätte bestimmt niemand etwas einzuwenden. Aber, acht verschiedene Fachmärkte, so ein Größenwahnsinn. Wozu? Verkehrschaos auf der Lübbecker Straße ist jetzt schon. Der Bürger aus Mennighüffen will das überhaupt nicht. Auf die nächsten Anwohner wird keine Rücksicht genommen, Parkplätze bis an die privaten Grundstücke. Die Abgase und der Lärm von der Lübbecker Straße reichen, jetzt noch diesen Riesenparkplatz und womöglich eine Linksabbiegerspur dazu, dann kommen wir und viele andere von unserem Hof überhaupt nicht mehr herunter und übrigens kaufen wir unsere Kartoffeln beim Bauern und nicht im EDEKA.

Mir hat der EInwad mit dem Nagelgelände sehr gut gefallen. Warum nicht da etwas größeres hinsetzen? Weil die "Kaufkraft dann abwandert" hahaha...
Noch mehr Verkehr in "der City" und ich fahre ganz woanders her. Macht so schon keinen Spaß mehr. Mal abgesehen davon, dass es jedes Mal ein Spiel mit dem Leben ist, wenn man von Parkplätzen oder -Buchten wueder auf die Lübbecker muss.
Auch dazu gab es hier schon einen sehr guten Kommentar (Stadt - Land Vergleich)

Macht nur weiter so, dann werden noch mehr Leute wegziehen...

An die Verkehrsplaner unserer Stadt ( eigentlich falsch, da von verantwortungsvoller Verkehrsplanung keine Rede sein kann): Hier kann doch nur ein Markt für potentielle Kunden aus Mennighüffen und nördlich Mennighüffens entstehen. Also Menschen aus Tengern (Heimatort des Bürgermeisters), eben aus dem Nachbarkeis MI-LÜ. Wer sonst quält sich durch die ampelverseuchte Stadt Löhne mit der verkersüberfrachteten und mit widersinnigen Ampelschaltungen versehenen Lübbecker Str.? Als Anwohner ist das schon jetzt mehr als nur eine Zumutung. Neben dem finanziellen Kollaps der Stadt, droht nun der absolute Verkehrskollaps. Weiter so, ihr Experten der Stadtverwaltung.

Also ich finde den Verkehr in Mennighüffen schon jetzt schlimm. Will man aus Richtung Marktkauf nach Tengern muss man sich erstmal durch ein halbes dutzend Ampeln quälen und es geht oft nur sehr stockend vorran. Für so ein kleines "Nest" mitten auf dem Platten Land ist das echt heftig. Ich habe eine ganze Zeit in Tengern gearbeitet und bin immer Schleichwege gefahren. Durch Mennighüffen hätte ichbald doppelt so lange benötigt. Aber mal davon ab - ein Fachmarktzentrum? Hmm ... ich halte es für sehr fraglich ob das an Ort und Stelle passend ist???
Entweder wohne ich in derStadt (z.B. Herford, Bünde, Bielefeld usw) oder ich wohne auf dem Land. Dann möchte ich auch die jewailigen Vorzüge nutzen. Ich erwarte in einem verschlafenen Nest wie Mennighüffen keine Shoppingindustrie als würde ich in der Stadt wohnen. Genausowenig wie ein städter sich über Kühe und Gülle neben seinem Haus freuen würde ... Ich habe selbst 2 Jahrzehnte in Löhne gewohnt und empfinge Mennighüffen als einen sehr unattraktiven Stadtteil. Nichts halbes und nichts ganzes halt. Charme hat das keinen!

Das Fachmarktzentrum ist eine gute Idee. Ich hoffe nicht das Edeka/Rewe/Neukauf nicht ihr Monopol wieder nutzt um sich unliebsame Konkurenz vom Leib zu halten siehe das alte Nagelgelände.
Noch ist ja kein Aldi gebaut, also hat Edeka wieder viele Möglichkeiten seine Forderungen durchzusetzen.

Für mich liegt das Problem in der Lübbecker Strasse. Sie ist sehr breit, und verleitet zum schnellen befahren, wirkt aber an einigen Stellen eng und gefährlich wegen den Parkplätzen.
Kann man die Strasse nicht so überarbeiten das es eine Lösung für alle gibt? Übrigens finde ich die Strasse nicht erst seit heute abschreckend. Mich verleitet sie nicht zum anhalten, es sei den, ich muß zum Arzt.
Eine attraktivere Gestaltung/Planung könnte auch dem Einzelhandel zugute kommen.



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