TV Löhne pflegt seit 1991 stetig Kontakt und reiste wieder mit einer großen Gruppe ins Baltikum
Löhne/Jelgava. "1991 war eine Reise nach Lettland wirklich abenteuerlich", erinnert sich Bodo Schumacher. Damals reiste er erstmals mit seiner Familie und einer großen Reisegruppe des TV Löhne-Bahnhof in das kleine baltische Land. In diesem Sommer, nach 21 Jahren, wiederholte der TVL die Reise. Bodo Schumacher war wieder dabei.
"Heute gehört Lettland längst zur Europäischen Union und die Reise ist denkbar unproblematisch", sagt der Löhner. 1991 war das völlig anders: Damals existierte noch die ehemalige Sowjetunion. Lettland sowie die anderen baltischen Staaten hatten gerade erst ihre Loslösung vom kommunistischen Einheitsstaat verkündet.
"Heute gibt es schnelle Flugverbindungen von Berlin nach Riga, damals blieb nur die Anreise mit dem Zug", erinnert sich Schumacher. 1991 war zudem die Rückreise von Deutschland aus überhaupt nicht buchbar - das konnte nur vor Ort in Lettland geschehen. Und, ganz wie befürchtet: es gab vor 21 Jahren Probleme. In tagelanger Fahrt mit Bummelzügen mussten sich die Löhner zurück bis Warschau (Polen) schlagen, ehe sie endlich eine schnelle Zugverbindung heim erwischten.
Die äußeren Widrigkeiten waren 1991 also enorm - und dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb entwickelten sich aus dem ersten Besuch der Löhner persönliche Freundschaften mit ihren Gastgebern im lettischen Jelgava, die bis heute andauern. "Die Verbindung riss in all den Jahren nie ab. Unsere damalige Dolmetscherin, eine Deutschlehrerin, schickte über alle die Jahre immer mal wieder ihre Schülerinnen nach Deutschland, die in den Ferien hier bei uns gearbeitet haben, unter anderem in der Gärtnerei meines Sohnes", so Schumacher.
Einige der lettischen Mädchen fanden hier zudem Lebensgefährten und heirateten nach Löhne bzw. in die nähere Umgebung. Auch das trug dazu bei, dass der Kontakt des TV Löhne mit den Freunden im lettischen Jelgava niemals abriss.
"Wir haben uns immer geschrieben und zu Weihnachten Geschenke geschickt", so Schumacher.
Die Lettlandreise 2012 unternahm der TV Löhne-Bahnhof zur Mittsommernachtszeit. "Sie ist unumstrittener Höhepunkt der vielen Jahreszeitenfeste in Lettland. Kein anderes Fest wird so ausgiebig gefeiert", berichtet Bodo Schumacher.
Herzlich begrüßt von ihren lettischen Freunden Zilvija und Karlis, gab es für die 13-köpfige Löhner Reisegruppe Brot, Käse und Kränze aus Eichenlaub - und schon waren sie mitten im Trubel dabei. Zu lettischer Folklore wurde bis tief in die Nacht hinein gefeiert. "Schade, die kürzeste Nacht des Jahres war viel zu schnell vorbei", so Schumacher.
Ihre Gastgeber hatten für die Löhner ein umfangreiches Besuchsprogramm vorbereitet. Eine ausgiebige Sightseeing-Tour durch die Hauptstadt Riga durfte nicht fehlen. Aber: "Riga genießt in Lettland eine Ausnahmestellung. Die Stadt ist wunderschön, aber auch sehr von Touristen bevölkert", war der Eindruck der Löhner.
Doch Riga ist nicht gleich Lettland. Was folgte, war eine mehrtägige Rundreise durch das dünn besiedelte grüne Land, zu schier endlosen Sandstränden an der Ostsee, zu alten Burganlagen und kulturhistorisch wertvollen Städten. Hier kamen alle Mitreisenden des TVL - ob Naturliebhaber oder Stadtmensch - auf ihreKosten.
"Diese einwöchige Fahrt durch Lettland brachte wirklich einzigartige Erlebnisse und Eindrücke. Wir können uns bei unseren lettischen Freunden für diese toll organisierte Reise nur ganz herzlich bedanken", so Schumacher.