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27.11.2012
Spenge
Vereine als Bauträger
Kunstrasenplatz: Modelle der Finanzierung
VON MAREIKE PATOCK

Spenge. Seit Jahren wünschen sich die Spenger Fußballvereine einen Kunstrasenplatz, auf dem sie auch im Winter trainieren können. Für die Stadt ein teures Projekt. Fast eine Million Euro müsste sie investieren. Der FC Torpedo Lenzinghausen bringt jetzt ein alternatives Finanzierungsmodell in die Debatte. Dabei würde nicht die Kommune, sondern ein oder mehrere Vereine als Bauträger agieren.

Zurzeit sucht die Stadt nach möglichen Standorten (die NW berichtete): In Frage kommt zum einen der Sportplatz Holzwiese in Spenge-Mitte - bislang ein Naturrasenplatz. Rund 950.000 Euro müsste die Kommune nach eigenen Angaben investieren, um den Trainingsgrund in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln.

Als Standort im Gespräch ist auch eine Ackerfläche an der Grundschule Lenzinghausen, die zurzeit noch im Privatbesitz ist. Sollte der Eigentümer die Fläche verkaufen und sich die Politik für dieses Areal entscheiden, würde hier ein komplett neuer Platz angelegt. Die Kosten dafür belaufen sich laut Verwaltung auf rund 770.000 Euro. Hinzu kämen die Kosten für den Grunderwerb.

So oder so: Das Projekt wird teuer. Sieghart Kröger vom FC Torpedo Lenzinghausen bringt darum ein Finanzierungsmodell ins Gespräch, das auch schon in Hiddenhausen erfolgreich angewendet wurde. Danach würde nicht die Stadt, sondern ein oder mehrere Vereine als Bauträger agieren. "Wenn die Stadt den Platz baut, gibt es keine Zuschüsse vom Kreis", sagt Kröger. "Die sind nur möglich, wenn der Bau über die Vereine läuft."

Info

Hiddenhausen


  • Eigentümer der beiden Kunstrasenplätze in Hiddenhausen ist die Kommune.
  • Die Vereine haben die Plätze gepachtet.
  • Nach Ablauf der Vertragszeit von 20 Jahren gehen die Rechte und Pflichten für die Plätze wieder an die Gemeinde über. (mac)


So geschehen in Hiddenhausen: Vor zwei Jahren wurden dort die Sportplätze in Schweicheln-Bermbeck und Oetinghausen für jeweils gut 500.000 Euro in Kunstrasenplätze umgewandelt. Bauträger war dort jeweils ein Verein. "Über die Gemeinde wären zwei Kunstrasenplätze nicht zu finanzieren gewesen", sagt Uwe Schröder, Leiter des Amts für Schule, Sport und Kultur in Hiddenhausen.

Um dennoch beide Plätze in Kunstrasen umwandeln zu können, machte die Gemeinde eine Rechnung auf, die sowohl für die Vereine als auch für die Kommune aufzugehen scheint: Sie rechnete die Kosten für die Pflege der beiden Plätze und die Reinigung der Umkleiden und Duschen auf 20 Jahre hoch. Dabei kam laut Schröder eine Summe von rund 350.000 Euro pro Platz zusammen. Diese Summe überwies die Gemeinde an jeden der beiden Vereine. Die hätten sich im Gegenzug verpflichtet, die Pflege der Plätze und die Reinigung der Umkleiden und Duschen 20 Jahre lang zu übernehmen.

Auch die Sportpauschale des Landes hatte sich bei der Gemeinde über mehrere Jahre angesammelt: Insgesamt waren nach Schröders Angaben rund 350.000 Euro aufgelaufen. "Diese Summe haben wir durch zwei geteilt und dadurch noch einmal 175.000 Euro an jeden Verein überweisen können."

Zusätzlich zu den 525.000 Euro von der Gemeinde gab es für jeden Platz einen Zuschuss vom Kreis in Höhe von knapp 33.000 Euro. Bei einem Neubau wie in Lenzinghausen dürften die Vereine mit einer noch etwas höheren Finanzspritze rechnen: "Für den Neubau eines Platzes mit mindestens 7.600 Quadratmetern sportlicher Nutzfläche wäre ein Zuschuss des Kreises von 48.800 Euro möglich", sagt Ralf Wojahn, beim Kreis zuständig für die Sportförderung.

Falls die Finanzierung des Kunstrasenplatzes nicht anders zu stemmen sei, wolle man das Hiddenhauser Modell zumindest ins Gespräch bringen, sagte Kröger. Der FC Torpedo erkläre sich bereit, die (wöchentliche) Pflege des Platzes zu übernehmen.

Er betonte jedoch, der Verein beanspruche den Platz nicht für sich. Im Gegenteil sei es positiv, wenn man die Last auf mehrere Schultern - sprich: mehrere Vereine - verteilen könne.

Bürgermeister Bernd Dumcke sagte, man werde alle Optionen prüfen. Unter anderem denke man zurzeit auch über die "Gründung eines Betriebs gewerblicher Art" innerhalb der Stadtverwaltung nach, in dem alle Sport- und Freizeitmöglichkeiten gebündelt sind.



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