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28.11.2012
Spenge
Die Zeit der Warnbaken ist bald vorbei
Durchfahrt am Gehlenbrink bis nächsten Montag gesperrt/950.000 Euro Kosten für 3,6 Kilometer
VON ANDREAS SUNDERMEIER

Rot-weiß-orange | FOTOS: ANDERES SUNDERMEIER

Spenge. Sechs Meter pro Minute schafft Max Ladikow mit dem Asphaltfertiger pro Minute. Der macht aus Asphalt ein Stück fertige Straße. Zumindest halbseitig. "Morgen früh", sagte Polier Matthias Freers gestern, "sind wir an der Mühle." Und wenn es das Wetter gut mit den Baufachleuten der Osnabrücker Firma Dieckmann - und den Anwohnern - meint, ist der Gehlenbrink in Spenge auf einer Länge von 3,6 Kilometer am nächsten Montag fertig asphaltiert. Und befahrbar. Beidseitig.

Gestern noch stellte Lothar Bekemeier als Amtsleiter das Projekt im Kreisausschuss für Bauen und Ordnung vor. Dabei erklärte er auch, warum die Arbeiten am Gehlenbrink notwendig geworden waren: Bereits 2008 hatte eine elektronische Prüfung des Fahrbahnbelages dessen Rissigkeit ergeben. Und bald habe festgestanden, dass die komplette Grundsanierung günstiger kommen werde als ein Flickwerk über Jahre hinweg. Die Kosten betragen jetzt auf einen Schlag 950.000 Euro. Dafür wird aber auch von der Bünder Straße aus ein 210 Meter langes Stück Rad-Gehweg asphaltiert und ein gut 700 Meter langes Stück gepflastert. "Wenn die Arbeiten beendet sind, ist für 20 Jahre lang Ruhe", erklärt Wolfgang Kuhlmann aus der Kreis-Pressestelle.


Darauf hofft auch Friedhelm Grothaus. Der Anlieger des Gehlenbrinks erinnert sich: "Die letzten großen Arbeiten hier liegen 35, vielleicht 38 Jahr zurück." Es sei "ganz vernünftig", die Straße jetzt instand zu setzen, bevor die Kosten vielleicht noch höher seien. Und ein neuer Rad-Gehweg sei doch auch zu begrüßen. Jetzt hofft er noch, dass sich vielleicht jemand der alten Straßenlaternen annimmt. Streichen wäre nicht schlecht, meint er. Und er macht den Bauarbeitern ein großes Kompliment. "Schon klasse, wie die hier abends auch mal bis sechs, halb sieben, arbeiten."

Ein schnelles Fortschreiten der Arbeiten wünscht sich auch Reinhard Jander. Seine Frau ist Inhaberin des Modegeschäftes Schulze. "Umsatzeinbußen dadurch, dass uns unsere Kunden schlecht oder teilweise gar nicht erreichen können, haben wir schon", erklärt er. Dennoch sei die Situation nicht ganz so prekär, wie von Vorlieferanten beschrieben. Nach deren Erfahrungen hätten Modehäuser bei Baumaßnahmen auch schon mal mit 50 Prozent Umsatzrückgang kämpfen müssen. Schulze setzt auf die Stammkunden.

Die und alle anderen werden voraussichtlich ab Montag wieder den Gehlenbrink befahren können. "Wenn denn das Wetter mitspielt", schränkt Polier Matthias Freers ein. Denn nur dann kann der Asphaltfertiger 360 Meter neue Straße pro Stunde hinterlassen.



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