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28.11.2012
Löhne
Famila will den Ausbau
Neue Entwürfe für Umgestaltung
VON SUSANNE BARTH

Nur selten bei Famila | FOTO: SUSANNE BARTH

Löhne. Einzelhandels- und Fachmarktkonzepte sind in Löhne gerade schwer in Mode. Ob der geplante Markt in Mennighüffen, der in Gohfeld oder die Modernisierung und Umstrukturierung von Famila. Wünsche hat das Unternehmen an der Koblenzer Straße viele, doch die Stadt kann nicht alle erfüllen. Vieles sei nicht mit dem Löhner Einzelhandelskonzept vereinbar, heißt es im jüngsten Planungsausschuss.

"Der Markt ist veraltet, es fehlt das gewisse Einkaufsfeeling", sagt Karsten Strohkirch. Der Hüllhorster hat bei Famila Eintrittskarten gekauft, "Lebensmittel besorge ich woanders". Auch einem Ehepaar aus Dehme fehlt an der Koblenzer Straße das gewisse Extra: "Wir sind nur ganz selten hier, meist, wenn es gute Angebote gibt", sagt der Mann, der eine Tüte voller Frischkäsesorten zum Auto trägt. Beide könnten sich aber vorstellen, sollte der Markt modernisiert werden, häufiger dort einzukaufen. "Dann wird Famila mit Sicherheit anziehender."

Beschlossen ist noch nichts, doch die Planung wird immer klarer. Im jüngsten Planungsausschuss wurden die neusten Entwürfe vorgestellt. Eigentlich wünschte sich Famila eine zusätzliche Ansiedlung eines Lebensmittel-Discounters, eine Apotheke sowie ein Elektrofachmarkt. Der Bäcker, der Blumenladen und die anderen Konzessionäre im Vorkassenbereich sollten beibehalten werden.
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Arbeitsplätze

Nach der Übernahme von Ratio durch Famila Anfang 2011 blieben 130 Jobs erhalten. Nach einem Jahr kam es laut Heinz Henning von Verdi allerdings zu "betriebsbedingten Kündigungen". Das bestätigt auch Alexander Ahrent, Famila-Betriebsrat.

Heinrich Ottensmeier (LBA) denkt, dass wegen der Modernisierung weitere Arbeitsplätze gefährdet sein können. Dagegen spricht die CDU: "Dadurch werden Plätze gesichert."


Ob die Änderungswünsche von Famila möglich sind, prüfte ein Sachverständiger. Dieser kommt zu dem Ergebnis, dass eine Modernisierung des ehemaligen SB-Warenhauses zur Bestandssicherung notwendig ist, aber nicht in der vorgeschlagenen Ausführung. "Die Ansiedlung einer Apotheke, eines Lebensmitteldiscounters, eines Drogeriemarktes sowie eines Textil- alternativ eines Schuh- oder Elektromarktes sind nicht mit den Zielen des Löhner Einzelhandelskonzeptes vereinbar", heißt es laut dem Sachverständigen.

"Nur selten bei Famila"

Die Nähe zum Ortskern Gohfeld macht Famila einen Strich durch die Rechnung. So gibt es Prognosen, dass die Goethe-Apotheke an der Weihestraße mit einem Umsatzrückgang von 28 Prozent zu rechnen hätte, würde eine weitere Apotheke entstehen. Anfang 2011 hat das Handelsunternehmen Famila den Ratio-Markt übernommen. Ende des vergangenen Jahres plante der Betreiber schon umfangreiche Änderungen. Mitte September reichte das Unternehmen modifizierte Vorschläge an die Stadt.

Nach einem erneuten Gespräch zwischen Famila und der städtischen Verwaltung habe man sich auf eine Verkaufsflächenobergrenze von 13.300 Quadratmetern festgelegt. Darunter fallen Drogerie und Nonfood-Waren wie Bücher, Fotoartikel oder Kleidung.

Zulässig ist laut Vorlage keine Apotheke und kein Lebensmitteldiscounter. Im Gegenzug könne sich aber ein Elektrofachmarkt ansiedeln. Da gibt es auch schon einen Interessenten. Ein Fachhändler aus Mennighüffen hat Interesse an einer Filiale geäußert, möchte aber noch anonym bleiben: "Wir stehen noch mitten in den Verhandlungen", sagt er der NW.

Vor dem eigentlichen Markt bleiben Verkaufsräume für Blumen, Telefon, Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren, einen Schlüsseldienst, eine Reinigung sowie einen Frisör offen. Jeder Betrieb ist auf eine Größe von maximal 200 Quadratmetern begrenzt. Wie das Unternehmen die neuen Vorschläge aufnimmt, dazu will sich Famila laut ihrer Sprecherin Bärbel Hammer noch nicht äußern.

Der Sachverständige erwartet schon von den ersten Entwürfen eine Aufwertung des Standortes. "Denn ein Fachmarktzentrum ruft größere Auswirkungen hervor als ein SB-Warenhaus." Da gehen auch die Meinungen der Kunden in die selbe Richtung.



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