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25.11.2012
Bad Driburg
Kreativer Querdenker mit Sinn für heiße Hühner
Cartoonist Peter Gaymann plaudert und zeichnet in der Knappschafts-Klinik
VON MARTINA SCHÄFER

Vino bianco oder Vino rosso | FOTO: MARTINA SCHÄFER

Bad Driburg. Liegt ein krankes Schwein im Bett und fiebert vor sich hin. Die Ehefrau, eine Henne, sorgt sich, hüpft aufs Bett und fragt: "Kann ich etwas Gutes für dich tun?" Die Antwort kommt vielleicht ein bisschen überraschend: "Eine Hühnersuppe wäre jetzt toll."

Humor à la Gaymann. Hühner im Wellness-Rausch, Altfreaks mit Paarproblemen, freche Katzen, Kochen und Genießen sowie die italienischen Momente im Leben: Mit seinen unvergleichlichen Cartoons erheitert Peter Gaymann  seit nunmehr 35 Jahren seine Fans.


Eine Karriere, die so zunächst nicht vorgezeichnet schien. Denn der heute 62-Jährige wuchs in einem "kunstfreien" Freiburger Elternhaus auf, studierte brav Sozialpädagogik, um sich anschließend aber nicht Erziehungs- und Bildungsfragen zu widmen, sondern um sich als Zeichner zu verdingen. Für seinen Vater eine "herbe Enttäuschung", wie Deutschlands erfolgreichster  Cartoonist in der Bad Driburger Knappschaftsklinik vor rund 50 Zuhörern erzählte. In dem unscheinbaren und schmucklosen Seminarraum der Klinik erwies sich Peter Gaymann als 15. und letzter Gast der Bad Driburger Literaturwochen glücklicherweise als charmanter Plauderer, der nicht nur mit witzigen Zeichnungen, sondern mit vielen Anekdoten aus seinem bewegten Leben faszinierte.

Was auf den ersten Blick wie mit schneller Hand gezeichnet aussieht, ist ein Stück harte "Humorarbeit". Der kreative Prozess bedeute Disziplin und Ausdauer von der Idee bis hin zum Entwurf. "Ähnlich wie ein Regisseur baue ich meine Zeichnung auf, überlege mir die Ausstattung, die Personen und natürlich die Situation, die ich darstellen will", erklärt Gaymann, der inzwischen 64 Bücher veröffentlicht hat. Dazu kommen zwei Millionen Postkarten.

 Stimmen müsse nicht nur der Witz, sondern die vielen kleinen Details, die der Zeichner gern liebevoll übertreibt und ins Ironische zieht.  Nicht zu vergessen die Dialoge, die eines der wichtigsten Bestandteile der Cartoons sind. "Die Zeichnung muss gut sein, der Text ebenso, sonst versteht es ja keiner." Auf Zugreisen wie jene von Köln nach Bad Driburg sitze er gern und schreibe Dialoge. "Zum Zeichnen ist es mir dort zu unruhig."

Zeitgeist-Themen, zwischenmenschliche Probleme, eigentlich der ganz normale Alltag sind Gaymanns Steckenpferd. Er beobachtet Menschen, hält Ohren und Augen offen. Und er sieht sich nicht als politischer Karikaturist, der jeden Tag mit spitzer Feder aktuelle Geschehnisse aufs Papier bannt. "Ich bin ein humoristischer Zeichner, das ist auch immer eine Frage der Lebenseinstellung", meint Peter Gaymann, der seit 23 Jahren die "Paarprobleme" in der Brigitte zeichnerisch kommentiert. 



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