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27.11.2012
Bad Driburg
Klänge von betörender Eleganz
Begeisternde junge Solistinnen im Konzert des Detmolder Kammerorchesters
VON CHRISTINE LONGÈRE

Musikalisches Vergnügen im Gräflichen Park | FOTO: CHRISTINE LONGÈRE

Bad Driburg. Es war der französische Dichter und Philosoph Paul Valéry, der Architektur als "zu Stein gewordene Musik" bezeichnete. Korrespondenzen zwischen beiden Kunstformen bringen das Detmolder Kammerorchester und das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe zur Sprache und zum Klingen. "Musik und Architektur", so das Motto der Konzertfolge, gingen im Gräflichen Park Bad Driburg eine beglückende Verbindung ein.

"Keiner kann heute allein sein Banner in die Zukunft tragen" – mit diesen Worten wies Christian Weyert, Vorsitzender des Trägervereins Detmolder Kammerorchester, auf die Bedeutung von Kooperationen im Kulturleben der Gegenwart hin. Belohnt wurde die ostwestfälisch-lippische Initiative, die musikalische Werke in Bezug setzt zu Baudenkmälern der Region, durch einen gut gefüllten Saal und die begeisterte Resonanz des Publikums.


An die Geschichte der Badekultur von den römischen Thermen über die Badestuben des Mittelalters bis zu den Trinkkuren der Neuzeit, als sich "Menschen von gutem Stande, von dem Joche des Geschäftslebens befreiet", versammelten, um "einmal frei zu atmen", erinnerte Horst Gerbaulet (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) in einem bebilderten Kurzvortrag. Gerbaulet lenkte den Blick auf den Badbegründer Caspar Heinrich von Sierstorpff, der 1781 das Brunnenareal in Driburg erwarb. Seitdem hätten die Generationen der Nachfahren hier ihre Spuren hinterlassen. Geblieben sei die Gastfreundschaft, die das Gräfliche Bad zu einem "Ort des ländlichen Vergnügens" mache.

Friedrich Hölderlin, der 1796 mit der Diotima seiner Dichtung glückliche Wochen in Driburg verbrachte, war ebenso Zeitgenosse des Caspar Heinrich wie Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart. Mit Spielfreude und sensibler Nuancierung ließ das Detmolder Kammerorchester unter Leitung seines Ersten Gastdirigenten Florian Wessel die überzeitliche Größe dieser beiden Meister der Klassik spürbar werden. In Harmonien schwelgen durften die Zuhörer gleich zu Anfang, als Beethovens Violinromanze Nr. 1 unwiderstehlichen Zauber entfaltete.

Solistische Meisterleistungen boten die beiden jungen Musikerinnen Verena Beatrix Schulte (Flöte) und Hanna Rabe (Harfe), die Mozarts C-Dur-Konzert KV 299 für Flöte und Harfe die herrlichsten Wirkungen entlockten. Die lebhaften Allegri betörten durch die Leichtigkeit und Eleganz des perfekt abgestimmten Zusammenspiels. Innigkeit und Ernsthaftigkeit prägten den beseelten Mittelsatz. Für den enthusiastischen Applaus bedankte sich das bezaubernde Duo mit hinreißend schönen Schubert-Klängen.



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