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27.11.2012
Beverungen
Rasende Trompeter
Happy Music Sound Orchestra fegt durch Beverungen
VON ROSWITHA HOFFMANN-WITTENBURG

Wildern im Gehege der James-Last-Fangemeinschaft | FOTO: ROSWITHA HOFFMANN-WITTENBURG

Beverungen. Wie der "Orange Blossom Special" fegt das "Happy Music Sound Orchestra" durch die Stadthalle Beverungen. Von Non-Stop-Dancing halten die rund 750 Big-Band-Fans nicht viel, trotzdem geht die Party ab. Auf diesen Super-Luxus-Zug, der fast auf den Tag genau vor 87 Jahren die erste Fahrt von New York und Miami, Florida, aufnahm, springen alle jubelnd auf.

Die Besucher in Beverungen feiern den "Orange Blossom Special". Das Stück wurde mit einer 1938 komponierten Fiddle-Melodie von Ervin T. Rouse zum musikalischen Welt-Klassiker. Das Publikum feiert den "König des Happy Sounds" - die lebende Legende James "Hansi" Last, der mit seinem 40-köpfigen Star-Orchester und auch diesem Titel bis heute Furore macht. Vor allem feiern sie live hin- und mitgerissen seine "Kronprinzen".

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Zugführer Roland Beverungen und die 24 Musiker fahren die korrekte Strecke: Auf der Bühne geht beim wirbelnden und stampfenden Folk-Tanz der Punk ab, aus den sechs Violinistinnen werden wahre Teufelsgeigerinnen. Trompeter rasen durchs Publikum, lassen den Zug laut und fröhlich pfeifen.


In Beverungen stellen sie es unter Beweis: Das HMSO wird immer besser, immer lockerer, spritziger und dem eigenen hohen Anspruch, mit dem sie ihrem und aller König nacheifern, immer gerechter. So wildert das Orchester sogar schon im Gehege der James-Last-Fangemeinschaft. Von weit her - sogar aus Holland - sind einige gekommen, um jetzt auch das HMSO zu sehen.

Die musikalische Reise geht noch viel weiter - praktisch um die ganze Welt durchs unerschöpfliche Repertoire der großen James-Last-Klassiker. "Das gibt’s nur einmal", spielt das HMSO zum Auftakt und weckt gleich zu Beginn den Wunsch, dass solch ein Erlebnis dann doch noch oft wiederkommen möge.

36 wunderbare Hits umfasst das Programm, sorgfältig auserlesen und ein gelungener Mix aus ruhigen und fetzigen Melodien. Dabei auch der "Einsame Hirte", von Michael Voß zu Herzen gehend auf der Panflöte gespielt. Als größter "Allrounder" des Orchesters hat Voß nicht nur das Saxophon-Spiel und alle Flötentöne drauf, sondern auch das schönste "Auf-dem-Finger-Pfeifen". Darüber hinaus singt er auch. Sein "Love Is In The Air" löst einen weiteren Beifallssturm aus.

"James Last hat Matthias Clasen, wir haben Matthias Voß!" verkündet Beverungen und strahlt vor Stolz. Als hervorragende Solisten glänzen unter anderem Gitarrist Vincent Wolf und Trompeter Johannes Moritz bei einer verblüffenden "Lili-Marleen"-Version. Bei "Biscaya" holen Michael Schauka und der Keyboarder sowie der Bandleader persönlich mit ihren Akkordeons das typische James-Last-Feeling in die Stadthalle. Von "Happy Heart" und "Valencia", über die "Schiwagomelodie" und "Wien bleibt Wien" bis hin zu "Rum und Coca Cola" sowie der "Hip-Hop-Polka" spannt sich der musikalische Bogen.

Das HMSO ist ein Star der Musikszene, das Konzert ein Ereignis. Es spielt nicht nur, es lebt - auf der Bühne frisch bewegt, in und mit der Musik von James Last. Das HMSO hat den Sound drauf - von Beverungens Arrangements akribisch punktgenau herausgekitzelt, von den Musikern engagiert mit viel Fleiß und Freude ebenso temperament- wie gefühlvoll umgesetzt. Es sind keine Profis, aber große Könner und Talente, fast alle aus dem Kreis - mit hohem Aufgebot aus den Ortschaften der Stadt Höxter.

Info

Für guten Zweck


  • Die Service-Gemeinschaft "Round Table 150 - Höxter/Beverungen" bot mit dem Benefiz-Konzert, das sich vor allem durch den durch James Last bekannt gewordenen Happy Sound auszeichnet, ein echtes Highlight.
  • Der Erlös des Konzerts kommt den Bürgerstiftungen Höxter und Holzminden sowie dem Kinderschutzbund Beverungen zugute. (rho)


Beverungen weiß, was er an ihnen hat. Er stellt sie alle vor - akustisch wie auch optisch, als strahlende Gesichter in Großaufnahme an der Bühnenleinwand. Für diese Präsentation sowie das abwechslungsreiche Bühnenbild, das jeden Titel bunt und originell in Szene setzt, ist der Teenager und Sohn des großen Zampanos, Jannis Beverungen, zuständig. Nicht direkt zum Stamm-Orchester gehören die sechs Violinistinnen. Aber sie sind dabei, wenn sie gebraucht werden. Und was wäre der James-Last-Sound ohne Streicher? Sind sie das Sahnehäubchen des Orchesters, so ist Sängerin Marita Passlick die süße Kirsche oben drauf. Ihre Stimme geht bei Titeln wie "Circle Of Live", "Pata" und "I Am What I Am" voll unter die Haut. Ihre Ausstrahlung zieht in den Bann. Ihr feuriges Temperament reißt mit und geht ins Blut.

Als Zugabe starten die Musiker noch einmal den "Orange Blossom Special" und verabschieden sich mit einem flotten "Felice Navidad". Am Ende steht die Verabredung zum Besuch des James-Last-Konzerts am 20. April in Köln. "Wir werden dabei sein", verkündet Beverungen.



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