Brakel. Bildung ist ein Prozess, der immer wieder die Gesellschaft vor Herausforderungen stellt. Dabei geht es nicht nur darum, Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, sondern insbesondere den eigentlichen Prozess, die einzelnen Schritte zu gestalten. Rund 150 Pädagogen, Erzieher sowie Vertreter weiterer Bildungseinrichtungen setzten sich gestern Nachmittag in Brakel mit dieser Thematik in der dritten Bildungskonferenz der Bildungsregion des Kreises Höxter in verschiedenen Workshops auseinander.
"Übergänge gestalten: Wie Bildungsprozesse anschlussfähig werden", war die Veranstaltung im Petrus-Legge-Gymnasium (PLG) Brakel überschrieben. Nach der Begrüßung durch PLG-Schulleiter Thomas Freye beleuchteten Landrat Friedhelm Spieker, Michael Uhlich, Abteilungsdirektor Schule der Bezirksregierung Detmold, und Christian Haase, Sprecher der Bürgermeister, in einer Gesprächsrunde den Aspekt "Übergang" und seine Bedeutung. "Wir müssen uns hierbei noch mehr einbringen, um jedes Kind mitzunehmen. Es ist wichtig, die Kinder dort abzuholen wo sie stehen", führte Landrat Spieker an. Wesentlicher Aspekt sei, den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule möglichst weich zu gestalten. Dies müsse schon bei der Schulentwicklungsplanung berücksichtigt werden. Themen würden auch die Inklusion und die Förderschulen sein. Die gelte es in eine neue Zukunft zu führen, die man aber noch gar nicht wirklich überblicken könne.
Um die verschiedenen Prozesse in Gang zu bringen, müssten alle Beteiligten – auch die Eltern – gemeinsam daran arbeiten, die Bildungsinhalte umzusetzen. Es gehe auch darum, die Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zu stärken.
Michael Uhlich stellte heraus, dass "Bildung in der Familie anfängt und auch mit dem Beruf noch nicht zu Ende ist". Für ihn ist es wichtig, dass beim Übergang zur Schule, auf das Kind und seine Individualität geschaut wird. "Wenn ich weiß, was das Kind aus dem Kindergarten mitbringt, muss ich da in der Grundschule auch ansetzen". Der Übergang sollte von beiden Seiten eine Weile gemeinsam gestaltet werden. Ganz wesentlich sei, sich mit den verschieden Stufen der Bildungsinhalte zu befassen. Nicht zuletzt hält Uhlich eine Nachsteuerung des Bildungsprozesses für wesentlich. Die sollte auf kommunaler Ebene erfolgen.
Christian Hasse merkte an, dass viele Eltern dem Erziehungsauftrag nicht mehr gerecht würden. "Das müssen wir wieder mehr einfordern", meinte Haase. Er wünschte sich mehr Sensibilität für die Bildungsprozesse und ihre Inhalte. Wichtig ist ihm auch, dass hiesige Unternehmen schon früh mit den Kindern in Kontakt kommen. Als einen guten Anfang nannte er das "Haus der kleinen Forscher".