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28.11.2012
Brüssel/Brakel
Vorbild beim Klimaschutz: Gold für Brakel
European Energy Award in Brüssel verliehen/ Brakel eine von 25 ausgezeichneten Kommunen
AUS BRÜSSEL BERICHTET AMINA VIETH

Goldene Auszeichnung | FOTOS: AMINA VIETH

Brüssel/Brakel. Jahrelange harte Arbeit und Ehrgeiz im Klimaschutz und der Energiewende in Brakel werden belohnt: Zum zweiten Mal wurde die Stadt mit dem goldenen European Energy Award (EEA) ausgezeichnet. Die Verleihung in Brüssel war ein großes Ereignis für das Energie-Team aus dem Kreis Höxter.

Die Mission der Schweiz bei der Europäischen Union und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW veranstalteten in der Landesvertretung NRW in Brüssel die Verleihung des EEA in Gold an 25 Kommunen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ganz vorne mit dabei waren Bürgermeister Hermann Temme und das Energie-Team aus Brakel, welches sich für die Energiekonzepte in der Stadt Brakel einsetzt. Mit neun Vertretern der Stadt und Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenden Parteien war Brakel in Brüssel vertreten.

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Die Anspannung und Aufregung war groß, als die Stunde der Verleihung näher rückte. Zumal sich den Besuchern der Veranstaltung Hindernisse in den Weg stellten: Zahlreiche Landwirte demonstrierten in Brüssel für höhere Milchpreise und blockierten mit hunderten Treckern die Straßen rund um die Landesvertretung NRW. Die Folge waren Verkehrschaos in der Innenstadt, kilometerlange Staus auf den Straßen und teilweise Verspätungen der Gäste zur Verleihung. Doch die Brakeler umgingen den Stau im Zentrum Brüssels gekonnt und erreichten pünktlich den Veranstaltungsort, von dem sie sich sichtlich begeistert zeigten. "Brüssel ist eine Metropole, und es ist ein würdiger Rahmen für die Verleihung des EEA", sagte Bürgermeister Hermann Temme. "Zu einer von 25 Kommunen zu gehören, die Gold erhält, ist eine Ehre", betonte er.

Diplom-Ingenieur Rainer Tippkötter gratulierte zur wiederholten Auszeichnung. Als er seine Tätigkeit als professioneller externer Berater in Brakel begann, hätte er an einen so großen Erfolg nicht gedacht. "Ich hätte nicht erwartet, dass Brakel zweimal die goldene Auszeichnung bekommt, deswegen freut es mich umso mehr. Das zeigt, wie viel Arbeit geleistet wurde. Ich bin sehr stolz auf Brakel", betonte der Experte.

Begeistert von dem Engagement der einzelnen Kommunen zeigten sich auch die Gastredner Dr. Walter Steinmann, Vorsitzender des Vorstands Forum-EEA und Direktor des Bundesamtes für Energie, Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Johannes Remmel, NRW-Umweltminister, und Günther Oettinger, EU Kommissar für Energie. Im Gespräch mit den Moderatoren des Abends, Thomas Heyer und Asli Sevindim, betonten sie die wichtigen bereits erreichten Ziele des Projekt und was es noch zu tun gibt. Der europäische Gedanke sowie die europäische Vielfalt stehen dabei im Vordergrund."Das Energieteam ist der Motor für den EEA. Energie geht jeden Bürger etwas an, nur wenn sich jeder beteiligt, kann eine Kommune erfolgreich sein und ausgezeichnet werden", betonte Rainer Steffens, Leiter der Landesvertretung NRW in Brüssel, nachdem er die zahlreichen Vertreter der einzelnen Kommunen willkommen hieß. Von Land zu Land sind die Projekte für den EEA ebenso unterschiedlich wie vielfältig. "Jedes Land kann sein eigenes Programm einbringen und auch seine eigenen Prioritäten setzen. Diese Vielfalt zeigt Europa", so Dr. Walter Steinmann. "In dieser Vielfalt liegt die Kraft", ergänzte Minister Johannes Remmel. Am Beispiel von Münster, wurde die Arbeit der Energie-Teams demonstriert. Die Konzepte zum Klimaschutz und der Energiewende werden speziell auf die Region zugeschnitten und festgestellt, wo es Handlungsbedarf gibt.

Doch nicht nur Großstädte sind hier gefragt. "Der EEA ist kein Award für Groß- oder Kleinstädte, sondern für alle, die sich hier beteiligen und einfügen wollen, egal ob mit 300 Einwohnern oder Tausenden", betonte Dr. Steinmann.

Bei der Goldauszeichnung zeigte sich, dass vor allem kleine, ländlich angesiedelte Kommunen großes Engagement bei der Umsetzung ihrer Projekte zeigen. Oettinger appellierte an die Bürgermeister, die Bürgerinnen und Bürger gezielt für die Projekte zu sensibilisieren. "Wir müssen die Bürger mitnehmen! Denn Energie wird am Arbeitsplatz und Zuhause verbraucht. Der CO2-Ausstoß muss gesenkt und wir müssen energieeffizienter werden. Das Ziel ist, in einem intelligenten Klima- und Energiekonzept zu leben", betonte der EU-Kommissar.

Brakel ist auf dem richtigen Weg und stolz auf die goldene Auszeichnung. Von der Auszeichnung 2009 bis heute schafften die Brakeler es, die Konzepte zu verbessern und die Erfolge zu steigern. "Ich bin sehr stolz, aber man spürt auch gleichzeitig ein hohes Maß an Verantwortung, vor allem in dem Bereich des Klimaschutzes. Als Lokalpolitiker hat man große Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, der Kinder und Kindeskinder. Die Auszeichnung in Gold ist für uns ein Ansporn weiterzumachen und uns noch weiter zu verbessern", betonte Brakels Bürgermeister Hermann Temme.


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