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14.11.2012
KREIS HÖXTER/NIEHEIM
Gratulationen für Christian Haase
Nach CDU-Querelen: Beverungens Bürgermeister wird Bundestagskandidat
VON DAVID SCHELLENBERG

Sieger: | Josef Köhne

Kreis Höxter/Nieheim. Langer Abend nach langem Wahlkampf: In der Abstimmung über den Bundestagskandidaten der CDU für den Kreis Höxter hat sich Beverungens Bürgermeister Christian Haase durchgesetzt. Die Stichwahl gegen Christian Fachin (Höxter) hat er deutlich mit  722 zu 426 Stimmen gewonnen. In der ersten Runde waren Markus Bodemann (Warburg, 196 Stimmen) und Bertwin Kühlmann ( Bad Driburg) 96 Stimmen ausgeschieden. Mit rund 1.400 Teilnehmern war es die größte Wahlversammlung der CDU im Kreis Höxter.


Zu den ersten Gratulanten gehörte Herausforderer Fachin, dann gabs einen dicken Kuss von Haases Frau für den Gewinner. In seiner kurzen Dankrede schwor er die Parteigänger auf den kommenden Wahlkampf ein. "Jetzt kämpfen wir gemeinsam", rief er den Mitgliedern in der Stadthalle Nieheim zu. Seinen Mitbewerbern zollte er ausdrücklich Respekt und betonte, dass die Ereignisse der vergangenen Woche überflüssig gewesen sein.

Damit spielte er auf die Vorwürfe des Stimmenkaufs und die inzwischen verworfene Strafanzeige gegen Kandidat Christian Fachin hin. Die Vorgänge innerhalb der CDU hatten für Kopfschütteln und Entsetzen weit über den Kreis Höxter hinaus gesorgt. Die Schwierigkeiten bei den Christdemokraten hatten damit begonnen, dass Waldemar Tebbe als CDU-Ortsvorsitzender in Bosseborn eine Strafanzeige wegen Stimmenkaufs gegen Fachin stellte und als Polizist die Anzeige zunächst selbst bearbeitete. Inzwischen prüft die Kreispolizeibehörde intern die Vorgänge und der CDU-Vorstand Bosseborn legt Wert auf die Feststellung, dass Tebbe allein und ohne sein Wissen gehandelt habe.

Um die aufgebrachte Basis zu beruhigen hatte der Kreisvorstand vor der Wahl eine Erklärung verlesen lassen. Wie Ehrenvorsitzender Antonius Rüsenberg  erklärte, hat der Kreisvorstand festgestellt, dass die von Christian Fachin geworbenen Mitglieder ordnungsgemäß gemeldet und aufgenommen worden seien. "Die Anschuldigungen gegen Herrn Fachin sind unzutreffend. Der CDU-Kreisvorstand spricht ihm sein volles Vertrauen aus." Zugleich distanzierte sich das Parteigremium von allen Spekulationen, die Angelegenheit sei vom Kreisvorstand gesteuert. Rüsenberg mahnte die Mitglieder nicht übereinander, sondern miteinander zu reden.

Am Morgen nach der Wahl trafen weitere Glückwünsche für Christian Haase ein. Die Verantwortlichen des CDU-Stadtverbandes Warburg sicherten ihm die volle Unterstützung im kommenden Bundestagswahlkampf zu "Wir sind enttäuscht, dass unser Kandidat Markus Bodemann sich nicht durchsetzen konnte. Er hat in den Vorstellungsrunden und am Nominierungsabend gezeigt, dass er ein sehr akzeptabler Bewerber war. Seine persönliche und berufliche Kompetenz haben ihm viele Sympathien eingebracht. Doch am Ende hat es nicht gereicht. Nun schauen wir nach vorne und gehen geschlossen mit Christian Haase in die Wahlkampfvorbereitung", so CDU-Stadtverbandsvorsitzender Hubertus Kuhaupt. Die Warburger Christdemokraten bezeichneten das auf breiter Basis durchgeführte Nominierungsverfahren mit vier geeigneten Bewerbern als Zeichen lebendiger Demokratie in der CDU.

Der SPD-Kreisvorsitzende Roger van Heynsbergen gratulierte ebenfalls. " Es ist ein deutliches Ergebnis, zu dem wir Herrn Haase gratulieren. Wir wollen die Vorgänge vor der Wahl nicht weiter kommentieren, da sie einzig und allein eine Angelegenheit der CDU sind. Wir hoffen dass der Beverunger Bürgermeister im Wahlkampf noch genügend Zeit findet, sich um die wichtigen Aufgaben seiner Stadt zu kümmern."

Der SPD-Chef kündigte an ihn nicht schonen, sondern einen aktiven, und an Themen orientierten Wahlkampf zu führen. "Schließlich hat der nächste Bundestag wichtige Entscheidungen für unser Land zu treffen. Dabei geht es um soziale Gerechtigkeit und um die Zukunft der Renten- und Krankenversicherung. Wir werden jedenfalls keine billigen Wahlgeschenke verteilen, wie die jetzige Bundesregierung. Außerdem geht es natürlich um die Zukunft des Kreises Höxter und des südostlippischen Teil des Bundestagswahlkreises, der durch den demografischen Wandelt am stärksten betroffen ist", so van Heynsbergen weiter.



Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Mein Vorschlag von außerorts:
Alle 'gestandenen' Politiker in Höxter per Misstrauensvotum/Bürgerentscheid aus dem Amt werfen, Höxteraner Bürgerpartei (HBP) gründen und die Sache selbstverwaltende in die Hand nehmen.

Kann sich der van Heynsbergen mal entscheiden? Vorgestern spielt er noch den Berater, heute will er sich aus allem raushalten. Er sollte stattdessen lieber mal seine Qualitäten als Kreisvorsitzender hinterfragen, wenn es schon seine Mitglieder nicht tun. Von der SPD im Kreis Höxter kommen nur noch Luftblasen, Politik wird im Hinterzimmer gemacht, wie Christian Fachin treffend formuliert hat. Und über die Kandidatin scheint man sich ja auch nicht einig zu sein, wie man lesen konnte. Die CDU hat es trotz einiger Schwierigkeiten geschafft, ein demokratisches Abstimmungsverfahren mit echten Wahlalternativen durchzuführen. Davon sind die sog. "SozialDEMOKRATEN" weit entfernt.

Der Verursacher der Schlammschlacht, Kommissar Tebbe, sollte nicht nur von seinem CDU-Ortsverbandssvorsitz zurücktreten, sondern seine Vorgesetzten sollten eine Dienstaufsichtsbeschwerde in Gang setzen, weil er sein Beamtenamt missbräuchlich für parteipolitische Zwecke eingesetzt hat. Der Kreisverband der CDU sollte sich überlegen, ob er Tebbe nicht die Mitgliedschaft für parteischädigendes Verhalten entzieht, denn nur so kann der Kreisverband unter seinem stellvertretenden Vorsitzenden Haase seine Glaubwürdigkeit beweisen. An Herrn Haase bleibt sonst der Makel seinen Konkurreten um das Mandat zumindest indirekt durch verspätetes Eingreifen geschädigt zu haben.

Für eine geschlagene Schlammschlacht sehen die Herrschaften aber noch recht sauber aus. Vielleicht sollte man da mit ein wenig Paula und Flecki nachhelfen, damit ACTION ins Spiel kommt!? ^^


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