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15.02.2012
BRAKEL
Job und Kinder unter einen Hut bringen
Jobcenter bietet Teilzeitausbildung für Alleinerziehende an
VON HELGA KROOSS

Zuversichtlich | FOTO: HELGA KROOSS

Brakel. Viele junge Frauen (auch Männer) mit Kindern, meist alleinerziehend, haben keine Berufsausbildung. Dabei sind sie hochmotiviert und würden gerne arbeiten. Doch eine Vollzeitausbildung sowie die Kinderbetreuung lassen sich zeitlich nicht bewältigen. Um dieser Personengruppe eine berufliche Perspektive zu ermöglichen, bietet das Jobcenter Kreis Höxter eine Teilzeitausbildung sowie Teilzeitumschulung an.

"Diese jungen Elternteile sind gerade wegen ihrer Lebenssituation besonders motiviert und bringen hohes Organisationstalent mit und sind sehr verantwortungsbewusst", weiß Tanja Hartmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Höxter. Zudem ermögliche die Teilzeitausbildung eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

In der Praxis heißt das: Die Auszubildenden arbeiten wöchentlich 20 und 30 Stunden im Betrieb und besuchen die Berufsschule. Damit bleibt ausreichend Zeit für die Organisation rund um das Familienleben. Die Ausbildungsdauer läuft in der Regel über 30 Monate – eine 30 Stunden-Woche vorausgesetzt. Die Betriebe zahlen auch nur die anteilige Vergütung.

Info

Vorbereitungskurs in Brakel

An der Teilzeitausbildung oder -umschulung interessierte Betriebe können sich beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Kreis Höxter bei ihren bekannten Ansprechpartnern oder unter der zentralen Nummer (0 1801) 66 44 66 melden.

Mehr zu diesem Thema hält die Informationsveranstaltung am Dienstag,28. Februar, um 10 Uhr, im Jobcenter Kreis Höxter (Raum 310), Stummrigestraße 56, in Höxter, bereit.

Für Mütter und Väter ohne abgeschlossene Berufsausbildung gibt es ab dem 1. April, einen Vorbereitungskurs für die Teilzeitausbildung oder -umschulung, der beim Kolping-Berufsbildungswerk in Brakel durchgeführt wird. (Kro)

Der Teilzeitausbildung oder -umschulung voraus geht ein Vorbereitungskurs des Jobcenters, in dem wichtige Aspekte, wie beispielsweise die passende Ausbildung (nicht jeder Beruf ist teilzeitgeeignet) beleuchtet werden. Auch ein Betriebspraktikum zählt dazu.

Darüber hinaus werden die Azubis von Mitarbeitern des Jobcenters während der ersten Ausbildungsmonate betreut. "Hochmotivierte Nachwuchskräfte und eine positive Außenwirkung als familienfreundlicher Betrieb sowie Nachwuchskräfte, die Familie und Beruf besser vereinbaren und ihre beruflichen Perspektiven durch den Berufsabschluss steigern, bilden eine klassische ‚Win-win-Situation‘", stellt Hartmann die Vorteile für den Auszubildenden sowie den Betrieb heraus.

Offen für diese Teilzeitausbildung zeigt sich die Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg in Brakel. Vor einem halben Jahr hat Manuela Ahrens aus Höxter hier eine Umschulung zur Bürokauffrau in Teilzeit begonnen. Die Mutter von zwei Kindern (13 und 4 Jahre alt) ist alleinerziehend und muss den Lebensunterhalt für ihre Familie sicherstellen.

Da sich in ihrem gelernten Beruf auf Dauer die Arbeitszeiten nicht mehr mit der Kinderbetreuung vereinbaren ließen, musste die 31-Jährige ihre Arbeit aufgeben. Um aber neue Perspektiven für die Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu entwickeln, hat sie an einem Lehrgang des Jobcenters in Höxter teilgenommen, der ihr die Möglichkeit zu einer Teilzeitumschulung bot. "Es ist zwar ein ziemlich ausgefüllter Arbeitstag. Aber es bleibt genug Zeit für die Kinder und den Haushalt. Für mich bietet sich hier die Gelegenheit, einen Beruf zu erlernen, den ich auch später gut mit meiner Kinderbetreuung vereinbaren kann", sagt die 31-jährige Mutter.

Auch ihr Chef, Hauptgeschäftsführer Holger Benninghoff, sieht sich in seiner Entscheidung bestätigt. "Ich habe eine hochmotivierte Mitarbeiterin, die sich während ihrer Arbeitszeit ganz auf die Aufgaben konzentrieren kann, ohne sich dabei Gedanken um ihre Kinder machen zu müssen", meint er. Eine Teilzeitausbildung sei in verschiedenen Berufssparten möglich. Es müssten sich hier aber auch die Betriebe flexibel zeigen und Teilzeitausbildungsstellen anbieten.

Das Jobcenter Kreis Höxter betreut derzeit über 250 alleinerziehende Personen ohne beruflichen Abschluss. Tanja Hartmann hofft, dass noch eine große Anzahl an weiteren Betreiben dem Beispiel der Kreishandwerkerschaft folgt.


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