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04.04.2012
ALBAXEN
"Sechs Tage Fluglärm sind zu viel"
Ortsausschuss Albaxen reagiert kritisch auf Pläne zu einem "Fly In" im September auf dem Räuschenberg
VON BURKHARD BATTRAN

Auf einem guten Weg | FOTO: BAT

Albaxen. Es gibt einen politischen Konsens in der Kreisstadt Höxter, die Flugplatzanlage auf dem Räuschenberg nicht verfallen zu lassen. Ein Betrieb soll auch sicherstellen, dass nicht jedes Jahr 40.000 Euro Erbpacht-Miete aus Steuermitteln in den Wind geblasen werden. Der Verein Luftsport Höxter bemüht sich auf ehrenamtlicher Basis um den schwierigen Spagat, im Einvernehmen mit der Bevölkerung, einen wirtschaftlichen Betrieb auf dem Räuschenberg auf die Beine zu stellen.

"Wir sind auf einem guten Weg. Die Lage des Verkehrslandeplatzes Höxter-Holzminden ist im Netz des nordrhein-westfälischen Flugverkehrs strategisch nicht unbedeutend. Gerade auch im Bereich der Geschäftsfliegerei gibt es noch viel Potenzial, das ausgebaut werden könnte. Aber wir müssen auch Publikumsveranstaltungen machen, damit wir besser wahrgenommen werden", sagte der stellvertretende Vorsitzende von Luftsport Höxter, Jörg Rauscher, am Montagabend im Ortsausschuss Albaxen.

Der Konsens im Rat der Stadt Höxter wird dort weniger geteilt. Die Ortschaft Albaxen gehört zusammen mit Brenkhausen zu den am meisten vom Lärm des Flugbetriebs betroffenen Siedlungen. Ein einer Hinsicht konnte Rauscher den Ausschuss beruhigen. "In diesem Jahr werden wir keinen Flugtag veranstalten. "Das ist uns aus personellen und organisatorischen Gründen in diesem Jahr nicht möglich", sagte Rauscher. Der Flugtag im letzten Juli hatte trotz durchwachsenen Wetters rund 4.000 Besucher auf den Räuschenberg gelockt.

Für Kritik bei der von Fluglärm betroffenen Wohnbevölkerung hatte aber vor allem ein Kunstflugtraining über Pfingsten gesorgt. Fünf Mitglieder der Nationalmannschaft hatten mit vier Maschinen neben tollen Loopings am Himmel vor allem am Boden für Kritik gesorgt. Im Nachgang waren für weitere Trainingslager die Flugzeiten von 10 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr eingeschränkt worden.

"Ich bin Schichtarbeiter, für mich stellt das immer noch eine große Belastung dar. Kunstflieger müssen nicht über besiedeltem Gebiet trainieren, die sollen dorthin gehen, wo keiner wohnt", forderte ein Anwohner aus Albaxen den generellen Verzicht auf Kunstflug-Trainings.

Reine Kunstflug-Trainingslager würden in diesem Jahr nicht durchgeführt, sagte Rauscher. Allerdings sei für Samstag, 8. und Sonntag, 9. September, ein sogenanntes Fly In geplant. Dabei werden Piloten von überall eingeladen, nach Höxter zu kommen. "Das ist wichtig, um unseren Bekanntheitsgrad zu erhöhen", betonte Rauscher. Im Rahmen des Fly Ins soll es auch Kunstflugvorführungen geben. Doch für Kunstflieger sei dies nur dann attraktiv, wenn sie vorher und nachher zwei Tage hätten, um zu trainieren und an ihrer Technik zu arbeiten, erklärte Rauscher.

"Sechs Tage Fluglärm am Stück sind zu viel", erteilte Ortsausschussmitglied Thomas Söffgen diesen Plänen eine klare Absage. SPD-Parteikollege Hans-Günter Ridder befand, dass man mit sechs Tagen durchaus leben könnte. Auch der Ortsausschussvorsitzende Günter Fricke bat darum, "nicht alle Aktivitäten auf dem Flugplatz zu verteufeln". Eine Großveranstaltung im Jahr müsse toleriert werden. Es gehe auch  darum, die Attraktivität der Region im Blick zu haben, sagte Fricke.

Luftsport-Vertreter Jörg Rauscher bot im Ausschuss den Kompromiss an, dass man versuchen werde, einen Trainingstag zu streichen, sodass nur noch fünf Tage verbleiben würden. Auch damit war nicht jedes Ausschussmitglied zufrieden. "Es geht gar nicht so sehr um einzelne Sonderveranstaltungen. Wir in Albaxen haben das Problem, dass man vor allem am Wochenende, wenn schönes Wetter ist und man sich erholen möchte, nicht nach draußen gehen kann, weil den ganzen Tag Flugzeuge über einen hinwegdröhnen", sagte Ausschussmitglied Josef von Heesen.

Luftsport-Vizevorsitzender Rauscher verwies darauf, dass der Verein bei der Bezirksregierung offiziell um Lärmmessung gebeten habe. Rauscher: "Unter Umständen müssen dann einzelne Nutzer unseres Verkehrslandeplatzes mit Bußgeldern rechnen, aber wir wollen, schwarz auf weiß wissen, dass alle Vorschriften zum Lärmschutz eingehalten werden."

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Kommentare
Heutzutage hat jeder etwas zu meckern.
Selbst ein Autoslalom einmal in Jahr war auf dem Flugplatz zu viel. Ich wäre dafür grundsätzlich alles Outdoor-Aktivitäten einzustellen. Was so ein Fußballplatz nervt, schon einmal neben einem gewohnt? Oder Tennisplatz ganz schlimm. Und die ganzen Touristen im Wald. Oder Oder Ode


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