Steinheim. Im Fall der am 19. Mai tot in ihrer Steinheimer Wohnung aufgefundenen Juliane V. hat sich der Tatverdacht gegen einen 21-jährigen Mann aus Blomberg weiter erhärtet. Das teilten gestern Nachtmittag Polizei, Staatanwaltschaft und Mordkommission in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.
Der aus Ermittlern des Polizeipräsidiums Bielefeld sowie der Kreispolizeibehörde Höxter gebildeten Mordkommission "Wall" liegen nunmehr erste Ergebnisse der Rechtsmedizin Münster vor, wonach an mehreren in der Wohnung des Tatverdächtigen sichergestellten Kleidungsstücken Blut der getöteten Juliane V. nachgewiesen werden konnte.
Darüber hinaus stellte die Mordkommission bei ihren Ermittlungen fest, dass mit der EC-Karte des Opfers in den frühen Morgenstunden des 19. Mai an einem Geldautomaten einer Bank in Steinheim Geld abgehoben wurde. Den Ermittlungsbehörden liegen dazu Bilder einer Überwachungskamera vor, die nach Einschätzung der Mordkommission den Tatverdächtigen zeigen.
Zudem konnte ein Taxifahrer ermittelt werden, der zur fraglichen Zeit einen Fahrgast von Steinheim nach Blomberg gefahren hat und diesen Kunden auf Lichtbildern mit hoher Wahrscheinlichkeit als den von der Mordkommission festgenommenen Tatverdächtigen identifizierte.
Damit geht die Mordkommission offenbar davon aus, dass der mutmaßliche Täter bereits in der Nacht vor dem Auffinden der Leiche in Steinheim war. Juliane V. war am Abend des 19. Mai tot in ihrer Wohnung gefunden worden. Der tatverdächtige Blomberger hatte am späten Samstagabend selbst die Polizei informiert und angegeben, dass er gemeinsam mit seinem Freund die Frau habe besuchen wollen, sie habe aber reglos am Boden gelegen. Die Beamten fanden die junge Frau blutüberströmt in ihrer Wohnung liegen. Die Obduktion der Leiche ergab, dass die 24-Jährige durch Messerstiche in den Hals getötet worden war. Die Polizei vermutet, dass es sich um eine Beziehungstat handelt.
Der Tatverdächtige war nach seiner Festnahme am 21. Mai dem Haftrichter des Amtsgerichts Höxter vorgeführt worden, der Haftbefehl wegen Totschlags gegen den Mann erließ. Der 21-Jährige selbst bestreitet weiter die Tat. Er beharrt auf seiner Aussage, die Frau lediglich gefunden zu haben. "Ich hatte allerdings noch nicht die Möglichkeit, mit meinem Mandanten die neuen Erkenntnisse zu besprechen", erklärte Pflichtverteidiger Dr. Detlef Otto Binder gegenüber der Neuen Westfälischen. Der Anwalt war ebenfalls gestern Nachtmittag von der Staatanwaltschaft über die neuen Ermittlungsergebnisse informiert worden.










