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21.06.2012
HÖXTER
Grundschüler wollen lieber im Dorf bleiben
Ergebnisse der Elternbefragung zum Schulstandort Nord liegt vor / Schließung Stahle am akzeptabelsten / Lüchtringen wackelt

Höxter (be). Mindestens eine der drei Grundschulen in Stahle, Albaxen und Lüchtringen steht vor dem Aus (die NW berichtete). Eine Elternbefragung sollte den Spielraum der Politik und der Verwaltung ausloten. Jetzt liegen Ergebnisse vor.

Klaus Schumacher, Beigeordneter der Stadt Höxter, präsentierte die Umfrage den betroffenen Ortsausschüssen Lüchtringen, Albaxen, Stahle, Bödexen und Fürstenau in einer gemeinsamen Sitzung. Das Gutachten fertigte Dr. Michael Leucht an, der sich mit dem empirischen Fragebogen an Eltern, deren Kinder in den Jahren 2013 bis 2015 eingeschult werden, wandte. Mit 80 Prozent fällt die Rücklaufquote hoch aus.

"Ein Drang zur Kernstadt ist bei Schulschließungen nicht zu verzeichnen", fasst Schumacher zusammen. Ferner sei Albaxen die attraktivste Schule: Schließt die Schule in Stahle, würden die Eltern ihre Kinder ins Nachbardorf schicken. Lüchtringen profitiert in keinem Szenario. Die Einzügigkeit dieser Grundschule, für deren Erhalt sich jüngst eine Bürgerinitiative formierte, wäre - wenn überhaupt - nur durch die eigene Dorfbevölkerung vorhanden.

Eine Schließung der Grundschulen inStahle und Lüchtringen sichert den Standort Albaxen, der seit Jahren von Bödexern und Fürstenauern frequentiert wird, langfristig ab. Allerdings reichten dann die Kapazitäten Albaxens nicht mehr aus.

Zudem können 68 von 207 Eltern der drei Jahrgänge bei diesem Modell keine Aussage treffen, an welcher Grundschule sie ihr Kind anmelden würden. Diese Ziffer der Verunsicherten liegt bei jenen Modellen, die eine Schließung der Standortes Albaxen vorsehen, noch höher. Diese Ergebnisse ermöglichen keine verlässliche Planung und sollten nach Auffassung des Gutachters nicht weiter verfolgt werden.

"Runder Tisch soll über Schließungen verhandeln"

Leucht erkundigte sich in seiner Befragung auch nach der Akzeptanz der verschiedenen Schließungsszenarien. "Für alle Jahrgänge ist eine Schließung Stahles am vertretbarsten", erläutert Schumacher. Danach folge eine Schließung der Schule in Stahle und Lüchtringen. Allerdings können in diesem Szenario noch 70 Prozent der Lüchtringer Eltern noch nicht sagen, wohin sie ihr Kind schicken.

"Als langfristig beste Lösung erscheint eine Schließung der Grundschulen Stahle und Lüchtringen", bilanziert Leucht. Eine alleinige Schließung der Grundschule Stahle führt zum Verbleib eines starken und eine schwachen Standortes, sei aber ebenfalls ein gangbarer Weg. Leucht wird das Gutachten heute Abend persönlich dem Schulausschuss präsentieren und Rede und Antwort stehen. Beginn der öffentlichen Sitzung im Ratssaal ist um 18 Uhr.

Ratsfrau Martina Fahlbusch kritisierte, dass die Qualität einzelner Schulen in der Befragung nicht ersichtlich gewesen sei. "Wie gute Pädagogik aussieht, muss letztlich jeder Elternteil selber wissen", entgegnete ihr Bürgermeister Alexander Fischer. Schumacher betont in seiner Anmerkung: "Der Ansatz unserer Überlegungen ist ein quantitativer und finanzieller."

Die Schüler- und Geburtenzahlen sinken, die Kasse bleibt leer, die Elternbefragung liegt vor: Ab September soll ein Runder Tisch aus Elternvertretern, Ortsausschussmitgliedern, Schulleitern, Fachleuten und der Verwaltung über die möglichen Schließungsszenarien verhandeln. "Es ist davon auszugehen, dass das Verfahren bis Sommer 2013 dauert", prognostiziert Schuhmacher. Etwa 40 Köpfe würden seiner Auffassung nach an dem Tisch diskutieren. Die Verwaltung schlägt die Teilnehmer vor.


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