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07.11.2012
Marienmünster
"Ich bin bereit"
Sybille Mocker aus Marienmünster kandidiert für den Bundestag

Will in den Bundestag | FOTO: JOSEF KÖHNE

Marienmünster (kö). Die etablierten Parteien im Kreis Höxter haben ihre Kandidaten für die Bundestagswahl 2013 bereits benannt oder stimmen aktuell darüber ab. Mit der 24-jährigen parteilosen Sybille Mocker wirft jetzt eine weitere Kandidatin ihren Hut in den Ring.

Geboren wurde Mocker am 3. Mai 1988 in Gelsenkirchen. 2007 bestand sie in Bochum das Abitur / baccalauréat (AbiBac), das auch zum Studium in Frankreich berechtigt. Seit 2009 studiert sie an der Fernuniversität Hagen Politik- und Verwaltungswissenschaften. Ihre Bachelorarbeit zum Thema Pflegereform wird sie in Kürze abgeben, um dann das Masterstudium auzufnehmen.

Privat lebt sie seit mehreren Jahren in einer festen Beziehung. 2008 wurde Tochter Diana geboren, 2009 erfolgte der Umzug nach Himmighausen. Mit dem 2012 geborenen Sohn Leonard lebt die Familie heute in Marienmünster-Vörden. Vor der Geburt ihrer Tochter begann Mocker eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, die sie dann wegen der Mutterschaft und des berufsbedingten Umzugs ihres Lebensgefährten nach Himmighausen abbrach.

"Eigene Wege gehen"

In der Politik möchte Mocker eigene Wege gehen. Denn, obwohl sie sich innerlich den Sozialdemokraten näher als den anderen Parteien fühlt, kann sie sich mit einigen Dingen auch bei ihnen nicht anfreunden. Sie selbst hält sich für realistisch und ausgleichend. So kann sie sich, zum Beispiel bei Themen wie der Teststrecke am Bilster Berg, sehr wohl eine Annäherung zwischen Technik und Naturschutz vorstellen. "Wir brauchen in dieser Region den Fortschritt, der Arbeitsplätze schafft und sichert. Wir müssen ebenso ein waches Auge auf den Naturschutz haben", sagt sie. Den Spagat hält sie für möglich.

Der Spagat, parteilos zu bleiben und trotzdem Partei zu ergreifen, erscheint ihr ebenfalls realisierbar. Kürzlich hat die Kreiswahlbehörde ihr Kennwort "Ihre freie Bürgerkandidatin" genehmigt. Dieser Spruch steht nun auf dem Wahlzettel anstelle des sonst üblichen Parteikürzels.

Als praktizierende evangelische Christin fühlt sie sich in der Verantwortung für die Senioren und für die kommenden Generationen. Das soll ihr Handeln im Bundestag bestimmen. So fordert sie eine grundlegende Änderung des Pflegegesetzes "Wir müssen Wirtschaft und Soziales in Einklang bringen", sagt Mocker. Was die Wirtschaft leisten kann, und was den Menschen in der freien Wirtschaft abgefordert wird, habe sie in der eigenen Familie erfahren. Was einer Frau und Mutter abverlangt wird, erlebe sie jeden Tag.

"Frischer Wind"

Und was machen die Kinder, wenn die Mama im Bundestag ist? "Da gibt es die Oma, die Eltern, die Schwiegereltern, die Tagesmutter und die Kita", sagt Mocker. Die Familie hat bereits Unterstützung signalisiert. Dass die 24-Jährige ohne Netz und doppelten Boden gegen Kandidaten antritt, die von starken Parteien unterstützt werden, ist ihr sehr wohl bewusst. "Aber", so kündigt sie an, "ich bringe frischen Wind in die Politik und ich habe einen gesunden Menschenverstand, mit dem ich klar strukturiert denken und Probleme analysieren kann."

Das soll ihr helfen, wenn sie demnächst mit einem kleinen Infostand auf dem Marktplatz in Höxter oder Detmold zu sehen ist. "Ich bin bereit zu kandidieren und für die Menschen in der Region einzutreten", sagt die gebürtige Gelsenkirchenerin. Nun müssen ihr die Menschen in der Region nur noch das Vertrauen schenken.


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