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28.11.2012
Menne
Ein Spiel für alle Fälle
Spieleabend der Bücherei in Menne: "So wie der Mensch spielt, so ist er auch"
VON CARMEN PFÖRTNER

Geduld ist gefragt | FOTOS: PFÖRTNER

Menne. "Ugga?" "Ugga, aka" "Ugga, aka, haa" antwortet Thomas Henze und haut mit der Faust auf den Tisch. Nein, Thomas Henke ist kein Höhlenmensch. Er ist Spieleexperte und sitzt auch nicht am Lagerfeuer, sondern im Pfarrheim in Menne. Es ist Spieleabend.

"Spielen ist etwas für jedes Alter", sagt Thomas Henze. Rund 15 Spiele hat der Kenner aus Paderborn mitgebracht, die er vorstellen will. Aber nicht nur erklären, "wir spielen jedes auch kurz an. Das ist schön, weil man sofort sieht, wie es funktioniert", sagt Nicole Dierkes. Wie Ute Schäffer arbeitet sie ebenfalls in der Bücherei in Menne, die zum Spieleabend eingeladen hat. "Und die Resonanz ist super", sagt Schäffer und blickt stolz in die Runde der 15 Frauen.


"Aka, haa?" fragt Thomas Henze in die Runde. Beim Kartenspiel "Ugga Buuga", das durchaus Temperament und Extrovertiertheit von der Spielerunde verlangt, allerdings ebenso simpel wie "Ich packe meinen Koffer" funktioniert, tauen die Frauen am Tisch noch nicht wirklich auf. "Nach einem Tequila auf einer Party klappt das dann besser", sagt Henze und lacht. Für Partys ist es sein Liebling (siehe Kurz gefragt). Bei einem Spiel namens Jishaku sind aber auch die Frauen plötzlich Feuer und Flamme. "Oh" rufen sie und lautes Gelächter durchströmt den Raum. Eine Reihe von Magneten haben sich auf einen Schlag und mit einem lauten Klacken formiert. Es sind einfache Magnete, die dieses Spiel so außergewöhnlich machen. "Die Magnete werden in einem hügeligen Karton abgelegt, jeder einzeln, und sie dürfen sich nicht von selbst zusammensetzen", erklärt Henze. Leichter gesagt als getan – er verliert schließlich gegen seine Tischnachbarin.

Es sind vor allem diese einfachen Spiele, die weder lange Anleitungen noch viel Ausrüstung brauchen, die bei den Frauen ankommen. Wie "Story Cubes": Simple Würfel mit aufgedruckten Symbolen, welche die Spieler dann in eine phantasievolle Geschichte einbauen müssen.

"Wenn man im Restaurant aufs Essen wartet, ist das ein toller Zeitvertreib", verspricht Henze. Und es sei ein Kommunikationsanstoß. "In so vielen Familien wird heute überhaupt nicht mehr miteinander gesprochen", sagt Henze. Und mit ein bisschen Phantasie wird daraus ein Erinnerungsspiel: "Wer kann nach vier Runden noch sagen, worum es in der ersten Geschichte ging?", fragt Henze in die Gruppe.

"Ich suche vor allem Anregungen für die eigene Bücherei", nennt Monika Richter aus Bonenburg den Grund ihres Kommens. "Und Geschenkideen", sagt die 27-jährige Daniela Peine aus Menne.

Doch nicht alle Damen in der Runde suchen nur Anregungen – Undine Hoff aus Paderborn ist eigentlich aus einem ganz anderen Grund nach Menne gefahren: "Ich will hier einfach nur Spaß haben".



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