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26.11.2012
Warburg
Ein Mädchen mit Herz und Verstand
Fast 300 Besucher erleben in Warburg die Musical-Inszenierung des Aschenputtel-Märchens
VON SIMONE FLÖRKE

Und sie finden sich doch | FOTOS: SIMONE FLÖRKE

Warburg. Das Ende ist bekannt: Sie kriegen sich. Natürlich. Das Aschenputtel und ihr Prinz. Der Weg dorthin kann unterhaltsam und kurzweilig sein. Nicht nur beim Fernseh-Weihnachtsklassiker "Drei Nüsse für Aschenbrödel", sondern auch bei der Musical-Version von Aschenputtel in einer Inszenierung des Liberi-Theaters für Kinder im Pädagogischen Zentrum in Warburg. Station sechs ihrer Tour, die die Schauspieler auf 41 Bühnen führen wird.

Rund 300 Zuschauer - vornehmlich Kinder und überwiegend Mädels - erlebten eineinhalb Stunden Gesang, Tanz und Schauspiel mit ganz viel Spielfreude, Kreativität und einem guten Schuss Humor und märchenhafter Romantik. Aber auch die Jungs und die erwachsenen Begleiter im Publikum kamen sicherlich auf ihre Kosten. Humorvoller O-Ton eines Besuchers in der Pause: "Das ist nicht nur ’was für Kleine. Das ist auch für Große, 1,90 Meter."

Die böse Stiefmutter und ihre etwas dümmliche, gemeine Tochter, der von den Hochzeitsplänen genervte Prinz (zum Publikum: "Ihr könnt nach Hause gehen, geheiratet wird heute nicht") oder das arme und herzensgute Aschenbrödel ("ich habe nichts"): Vier Personen besetzen gleich sieben Rollen. Enea Lanzarone spielt neben dem Prinzen auch noch den quirligen Stoffhändler, der mit Zylinder und Sonnenbrille einem schrillen Modedesigner gleicht. Er gibt Aschenputtel (Nicole Behnke) "die Gehhilfe fürs Herz", wie er selbst sagt: "Was Du brauchst, das hast Du: Herz und Verstand - das reicht."

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Denise Kiesow ist auch Oskar, der Freund des Prinzen, der im Wald mehr Angst hat, als dass er zum Jagen kommt. Oskar zweifelt an des Prinzen Verstand, als der sich im Wald mit "zappeligen Eichhörnchen" unterhält. Und Sabine Hennig gibt außer der Stiefmutter, die Aschenputtel mit Worten ("Du bist nur die Magd") und Taten quält, auch die geheimnisvolle Waldfee, ohne die die berühmte Schuh-Geschichte gar nicht erst ins Rollen kommt: "Der Schuh passt nur einer: Der Einzigen." Mit einfachen, aber effektvollen Bühnenaufbauten nehmen sie ihr Publikum mit auf den Gutshof, dann in den Wald und aufs königliche Schloss zum Ball. Mal fetzige, mal romantisch-leise und traurige Lieder mit starken Stimmen bringen die Zuschauer hinein in die Märchenwelt. Und Aschenputtel bringt es zum Schluss auf den Punkt: "Ich kann ich sein. Und ich sag Ja!"

"Das Kostüm macht ganz viel aus"

Frau Behnke, ist es der Traum eines jeden kleinen Mädchens, als Aschenputtel auf der Bühne zu stehen?
NICOLE BEHNKE: Ich war schon einmal Aschenputtel in einer anderen Produktion. Und hatte in dem Stück auch schon mal eine andere Rolle übernommen. Aschenputtel verfolgt mich wohl. Aber man gewinnt alle Rollen lieb.

Ist es schwer, wieder jeden Tag in die Rolle zu schlüpfen?
BEHNKE: Das geht ganz gut – auch durch das Miteinander auf der Bühne. Und das Kostüm macht ganz viel aus. Ich ziehe es an – und bin drin. Das geht aber uns allen so.

Ist es schwer, vor dem kritischsten Publikum der Welt zu spielen – vor Kindern?
BEHNKE: Da weiß man nie, was auf einen zukommt. Sie klatschen und lachen bei den Aufführungen an ganz unterschiedlichen Stellen. Das freut uns hinter der Bühne.

Was hat Sie hier in Warburg besonders gefreut?
BEHNKE: Dass sehr viel geklatscht wurde – auch im Stück direkt nach den Liedern, obwohl es doch gleich weitergeht. Das ist ungewöhnlich. Das gibt uns das Gefühl, dass die Leute unsere Arbeit schätzen.(sf)



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