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28.11.2012
Warburg
"Ein Alptraum ist wahr geworden"
Große Bestürzung über Brandkatastrophe bei Caritas und Warburger St.-Nikolaus-Werkstätten

Warburg (scho/st). "Fassungslos stehen wir vor diesem tragischen Unglück." Mit diesen Worten reagierte gestern der Vorsitzende der Konferenz der Caritas-Werkstätten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, der Paderborner Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, auf die Brandkatastrophe in der Caritas-Werkstatt in Titisee-Neustadt im Schwarzwald. Lüttig betonte in einem Kondolenzschreiben an den Vorstand des Caritasverbandes Freiburg-Stadt: "Für Sie ist der Alptraum aller Einrichtungen der Behindertenhilfe in so furchtbarer Weise wahr geworden."

Auch im Verein Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn (CWW), zu dem die Schlosswerkstätten in Paderborn-Schloß Neuhaus und St. Nikolaus in Büren und Warburg gehören, herrschte angesichts der Brandkatastrophe große Bestürzung. "Wir hoffen sehr, dass dieser unfassbare Unfall die Solidarität der Gesellschaft erfährt," betonten die Mitarbeiter des CWW auf der Internetseite des Vereins. Und: "Solche Ereignisse können wir nur gemeinsam aushalten."

Tiefe Betroffenheit ist in den Warburger Behindertenwerkstätten zu spüren. 14 Menschen waren nach der Explosion ums Leben gekommen. "Gleicher Verband, gleicher Personenkreis", sagt Jürgen Mathieu, der als Werkstattleiter für die Warburger St.-Nikolaus-Betriebsstätten am Stiepenweg und der Anton-Böhlen-Straße zuständig ist. Die Werkstatt habe eine besondere Sorgfalts- und Fürsorgepflicht beim Thema Arbeitssicherheit. "Darauf legen wir großen Wert", sagt Mathieu. Eine hauptamtliche Kraft kümmere sich in Warburg mit halber Stelle speziell um Sicherheitsfragen. Regelmäßig gebe es gemeinsame Brandschutzbegehungen mit der Feuerwehr, um bestehende Konzepte zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern. "Fachkräfte und Beschäftigte absolvieren außerdem jährliche Brandschutzübungen", erklärt Mathieu. Dazu gehöre auch die Evakuierung, bei der es um das geordnete, panikfreie Verlassen eines Gebäudes geht. "Dabei helfen leistungsstarke Beschäftigte weniger leistungsstarken", sagt der Werkstattleiter. Zudem wurden Behinderte und Nichtbehinderte zu Ersthelfern ausgebildet.

Rund 380 Beschäftigte arbeiten in den Warburger Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die Stimmung ist gedrückt. "Wir versuchen unseren Beschäftigten klar zu machen, dass so etwas vorkommen kann, weisen aber auf der anderen Seite auf die Übungen hin", sagt Mathieu. Die Nachricht von der Brandkatastrophe sei für alle "ein Schock" gewesen. "Sicher ist man nie, egal welcher Aufwand betrieben wird", sagt Mathieu. Der Vorteil der drei Warburger Werkstattgebäude: Sie sind eingeschossig und ebenerdig. "Von jedem Arbeitsplatz aus können Beschäftigte und Fachkräfte schnell nach draußen gelangen", bemerkt Mathieu. "Wir werden aber dennoch kritisch unser Rettungswegekonzept überprüfen."



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