Carsten Zimmermann versüßt im Internet mit Warburgs schönsten Ansichten die Adventszeit
Warburg. Morgen früh wird das erste Kläppchen aufgemacht. Bei einem besonderen Adventskalender reicht dafür ein kurzer Doppel-Mausklick: Beim "Daily Painting-Projekt" der Universität Paderborn. Auf der Internetpräsenz der Uni werden auch 24 Warburg-Motive zu sehen sein. Für die virtuellen Bilder griff Carsten Zimmermann zum Filzer.
"Die Kanone auf dem Burgberg war mein erstes Bild", erzählt der 24-jährige Kunststudent der Uni Paderborn. Der gebürtige Deppenhöfener hat sein Abitur am Hüffert-Gymnasium gemacht. "Einige Kurse hatte ich aber auch am Marianum", erzählt der angehende Gymnasiallehrer. Und in manch langweiliger Minute habe er aus dem Fenster geschaut: "Die Altstadt-Kulisse hat es mir besonders angetan". Durch dies Faible kommen jetzt die Warburg-Ansichten ins Internet. Unter dem Titel "Mythenhaftes Ostwestfalen-Lippe" kreieren in der Vorweihnachtszeit rund 40 Studenten den bildgewaltigen Adventskalender. "Jeder Student wird in den kommenden 24 Tagen immer ein Bild hochladen", erklärt Carsten Zimmermann. Per Mausklick können dann die Bilder in der Online-Galerie des "Daily-Painting-Projekts" geöffnet werden.
"Da steckt ganz schön viel Arbeit drin", erzählt der Erstsemester der Fachrichtung Kunst. Bis zu vier Stunden sitzt der 24-Jährige an seinen monochromen Filzstift-Bildern. Vor dem Malwerk hat der Student die Warburg-Ansicht mit der Fotokamera festgehalten. Zuhause im Paderborner Studentenzimmer beginnt die grafische Umwandlung. Es sind 20 mal 20 Zentimeter große Quadratformate, die Zimmermann "in einer Art Comic-Stil" illustriert.
"Ich bin im ersten Kunstsemester und habe mich noch nicht so viel mit Farben auseinandergesetzt", sagt der Illustrator und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Außerdem malen die meisten Künstler in bunt". Dagegen setzt der Deppenhöfener auf schmucken Schwarz-Weiß-Purismus. "Das erinnert an alte Fotografien", findet Zimmermann.
Die meisten seiner Zeichnungen bannen den Blick auf die ältesten Bauwerke der Stadtgeschichte: Vom Marianum nebst dem historischen Rathaus hinab auf das Dächermeer unterhalb der Sackstraße. "Aber auch die Zuckerfabrik und natürlich den Desenberg habe ich fotografiert", erzählt der 24-Jährige. Sie müssen jetzt noch auf das quadratische Blatt gebracht werden.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit seiner Heimatstadt hat Carsten Zimmermann neue Perspektiven eröffnet. "Ich entdeckte viele Winkel, Ecken und Details, die ich sonst nie bemerkt hätte". Carsten Zimmermann hofft, dass die Betrachter seiner Bilder die gleichen Erfahrungen machen. "Ich würde mich auch darüber freuen, wenn die Serie ausgestellt wird."