Warburger Firma Rosenstein liefert High-Tech-Geräte auf allen fünf Kontinenten aus
Warburg. In 60 Länder auf der Welt verkauft die Firma Rosenstein aus Warburg tonnenschwere Baumaschinen. Zwei Spezialbagger gehen jetzt nach Mali in Afrika, um dort bei den Goldminen eingesetzt zu werden. Beim Geschäft mit den Riesenmaschinen ist jede Menge Know-how gefragt.
Alfred Rosenstein, Geschäftsführer bei der Firma Rosenstein Baumaschinen, hat es täglich mit Großkalibern zu tun. Gerade erst hat er zwei Liebherr-Raupenbagger, Modell 984 C, nach Mali verkauft. Die Warburger Firma hat sich auf Bau- und Industriemaschinen spezialisiert. Die Mutterfirma verkauft sie gebraucht an Kunden in der ganzen Welt. Tochterfirmen wie Profi-Bagger in Ungarn beliefern die Kunden auch mit neuen Maschinen.
"Die beiden Liebherr-Modelle sind aufgerüstet 125 Tonnen schwer", so Rosenstein. "Maschinen in dieser Größe verkaufen wir etwa drei Stück im Jahr." Bei den kleineren und leichteren Maschinen sind es etwa 120 bis 130 Exemplare im Jahr. Die beiden Liebherr-Bagger kommen bei den Goldminen in Mali zum Einsatz.
Die Firma ist komplett auf den Export fokussiert. "Er macht bei uns 98 Prozent aus", sagt Rosenstein. "In Deutschland laufen die großen Maschinen kaum", sagt er. Der Kaufpreis für die beiden gebrauchten Liebherr-Bagger betrage insgesamt 1,2 bis 1,3 Millionen Euro. "Neu kostet so ein Bagger 1,3 bis 1,4 Millionen Euro."
Das 18-köpfige Team am Standort in Warburg, das sich in diesem Jahr um zwei Mitarbeiter vergrößert hat, checkt die gebrauchten Maschinen durch, lackiert sie und setzt sie wieder instand. "Teilweise bauen wir sie auch um – etwa, wenn ein anderer Motor eingebaut werden soll", so Alfred Rosenstein.
Dafür ist eine Menge Know-how nötig. "Wir haben hier am Standort nur Spezialisten. Prokurist Thomas Leschke arbeitet seit 34 Jahren hier. Auch alle anderen kommen aus der Region", so Rosenstein.
Die Firma Rosenstein sei nach 42 Jahren Betriebsgeschichte weltweit ein Begriff und beliefere Kunden in Russland, Kasachstan, Aserbaidschan, Togo, Mali, Australien, Neuseeland oder auch in Südamerika. "Die Umsätze sind erfreulich", sagt Rosenstein. Das Gebrauchtmaschinen-Geschäft sei ein Zukunftsmarkt. "Kriege sind dabei aber völlig kontraproduktiv", sagt Rosenstein mit Blick auf die politisch instabile Lage in manchen Ländern, in denen Kunden von ihm ihren Sitz haben.
Für den Transport der Maschinen auf dem Festland – etwa in Afrika – ist Rosenstein dann aber nicht mehr verantwortlich: Nach dem Übersetzen per Schiff übernehmen Spediteure im Auftrag der Kunden die wertvolle Ware.