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26.11.2012
Willebadessen
Jecken feiern wie der Teufel
Mehrstündige Gala-Sitzung der Willebadessener Karnevals-Freunde mit Programm aus Musik, Tanz und Büttenreden
VON BJÖRN HEERDEGE

Feuerwerk

Willebadessen. Beim Willebadessener Karneval ging es so teuflisch zu, dass selbst Goethes Mephisto, der Teufel in Person, lammfromm erscheinen würde: Mit scharfzüngigen Büttenreden eröffneten die Willebadessener Karnevals-Freunde (WKF) am Samstag mit ihrem Gala-Abend die fünfte Jahreszeit. Umrahmt wurden die Büttenredner von Garde-Tanz-Einlagen und humoristischem Gesang.

So machten die Auftritte dem Motto "In Willebadessen ist der Teufel los"alle Ehre. Den diabolischen Reigen eröffnete Toni Henke mit einer Büttenrede, die die Stadthalle gleich zum Beben brachte. Mit viel Humor berichtete sie von ihren Versuchen in Sachen Abnehmen. "Das Joggen wurde mir vom Landrat verboten. Man hatte Angst, dass im Teutoburger Wald der Hermann vom Denkmal fällt", schilderte sie die Auswirkung ihres gewichtigen Auftretens und sorgte für lautstarken Beifall beim Publikum.

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Diesen ernteten auch die beiden auftretenden Gardetanz-Formationen. Die Juniorengarde des Willebadessener Karnevalsvereins übt erst seit zwei Monaten das gemeinsame Tanzen. Ihr Auftritt mit Pirouetten und Handständen wirkte jedoch, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Nicht weniger mitreißend war der Auftritt der Tanzmäuse Erkeln. Die 19 Mädchen machten die Bühne zu ihrer Tanz-Arena, in der sie ausgefeilte Kunststück darboten.


Mit markigen Sprüchen und einer Menge Humor heizten die weiteren Büttenredner die Stimmung an. Jüppe vom Land beklagte sich über den fehlenden Nachwuchs an Büttenrednern. So müsse er bei jeder Gelegenheit in die Bütt treten: "Wo man mich sieht, da trete ich auf, wenn’s sein muss auch beim Rheumadecken-Schlussverkauf".

Bernd Berheide schließlich brannte ein wahres Feuerwerk an Lokalkolorit ab: Er präsentierte sich als Bauer, der eigentlich Psychiater ist und sprach als solcher seinen Mitbürgern aus der Seele. Scharfzüngig kommentierte er das vergangene Jahr in Willebadessen. Nicht einmal Bürgermeister und Schützenverein wurden verschont. "Unsere Schützenbrüder sind so abgebrannt, für sie wollen selbst die Griechen spenden", sorgte er für Gelächter.

Für ein weiteres Highlight sorgte der Auftritt des Ballermann-Sängers Micha Wagner. Bei seinem Party-Hit "Wie ein Feuerwerk" verwandelte sich die Willebadessener Stadthalle in ein Meer aus Wunderkerzen, in dem es niemanden mehr auf den Sitzen hielt.



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