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18.04.2013
Augustdorf
Augustdorfer Garnisonkirche wird unter Denkmalschutz gestellt
Erste staatlich finanzierte Militärkirche
VON SVEN KOCH

Das Dach wie ein Zelt gespannt | Foto: Preuss

Augustdorf. Die Augustdorfer Garnisonkirche soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Der Bau im Kreis Lippe ist die erste vom Verteidigungsministerium veranlasste Soldatenkirche Deutschlands.

In Augustdorf gehört die Garnisonkirche zu den prägenden Gebäuden. Dass sie Denkmalwert hat, vernahm der Haupt- und Finanzausschuss kürzlich. Das begründete die Bezirksregierung in einer Bewertung so: "Dieses nach dem Entwurf des Siegener Architekten Aloys Sonntag 1959 bis 1960 errichtete Bauwerk ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, denn es war die erste nach dem Zweiten Weltkrieg staatlich finanzierte katholische Garnisonkirche."

Garnison- oder Standortkirchen wurden seit dem beginnenden 20. Jahrhundert für stationiertes Militär und dessen Angehörige durch den Staat errichtet - oder es wurden bestehende Sakralbauten  zu Garnisonkirchen umgenutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie von örtlichen Kirchengemeinden weitergenutzt. In Augustdorf ist die katholische Militärkirchengemeinde mit der zivilen Pfarrgemeinde verbunden worden. Die Kirchengemeinde "Maria, Königin des Friedens" als seelsorgerliche und funktionale Einheit bestand bis 2002.

An der Erhaltung und Nutzung bestehe aus wissenschaftlichen, insbesondere ortshistorischen Gründen ein öffentliches Interesse. Baugeschichtliche Erhaltungsgründe werden angeführt, weil die architektonische Gestalt dieses Bauwerks die Form eines seitlich abgespannten Zeltes aufgreift und damit sowohl an das "heilige Zelt" israelischer Nomadenstämme biblischer Zeit als auch an Mannschaftszelte und Soldaten erinnert. 

"Dieser Sakralbau in Augustdorf ist das seltene Beispiel einer Kirche, die nicht nur der Funktion nach, sondern auch in der formalen Gestaltung (abgespanntes Militärzelt) und durch die Lage am Kasernentor deutlich als Garnisonkirche erkennbar ist. Dieser Bezug verdeutlicht zusammen mit dem Patrozinium der Gottesmutter als Friedenskönigin die Aufgabe der Kirche und den Auftrag der Bundeswehr, für den Frieden in der Welt einzutreten", heißt es in der Begründung weiter.

Außerdem werden städtebauliche Gründe angeführt, weil diese Standortkirche vor dem Tor der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne am Rande des ausgedehnten Truppenübungsplatzes Senne zusammen mit der östlich gelegenen evangelisch-reformierten Militärkirche (Fertigstellung 1963) einen Identifikationspunkt bilde. Sie sei "gebautes Dokument für die Politik der Verteidigung in einer Zeit der noch gesellschaftlich umstrittenen Wiederbewaffnung" zu sehen und bedeutend als Stätte der Religionsausübung und Militärseelsorge.

Kommentare
garnision? habt ihr bei der NW auch einen duden?

@LESER: Danke für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert. (NW)

Ein hässlicher Bau, der sich allerdings nahtlos in das Einungsbild von Augustdorf einfügt!

@ Senner

In vielen Fällen mag eine Denkmalschützung durchaus sinnvoll sein, um bedeutende kulturelle Werte zu erhalten.

Man kann sich als "Betroffener" einer solchen Entscheidung aus der Denkmalbehörde nur so schlecht dagegen wehren. Ein "nein ich will nicht dass mein Haus ein Denkmal wird", geht das?

Überlegt mal, was dahinter steht. Man hat dann so ein denkmalgeschütztes Stück, und darf noch nicht mal energiesparende Fenster einbauen, weil das den Denkmalrichtlinien widerspricht. Man wird also quasi staatlich gezwungen, Geld zum Fenster rauszuwerfen durch zu hohe Energieverbräuche.

Es ist schön, dass es mit dem Denkmalschutz geklappt hat.
Aber wer mit den Denkmalbehörden zu tun hat, egal ob untere oder obere Denkmalbehörde, weiss, wie gewissenhaft und konstruktiv dort gearbeitet wird.
Die Denkmalschützer tragen mit ihrem "besonderen" Blick auf unsere Umgebung ganz beträchtlich zu unserem kulturellen Gedächtnis bei.

denkt @ Michel geh schlafen...

denn es war die erste nach dem Zweiten Weltkrieg staatlich finanzierte katholische Garnisonkirche."



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