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01.04.2014
Augustdorf
Militär stoppt Hermannsläufer in Augustdorf
Panzerbrücke gesperrt

Augustdorf (aw). Nur noch vier Wochen bis zum Hermannslauf. Da ist es bei dem frühlingshaften Wetter am Wochenende logisch, dass es im Wald zwischen Detmold und Bielefeld vor fleißigen Läufern in neonfarbener Funktionsbekleidung nur so wimmelt. Viele trainieren auf dem Hermannsweg, um schon einmal Teile der Originalstrecke zu erkunden.

Dabei muss auch ein kleiner Zipfel des Truppenübungsplatzes in Augustdorf gestreift werden. Und das missfällt dem Chef der hiesigen Panzerbrigade, Oberst Kai Ronald Rohschneider. Zwei Feldjäger hatten sich am Sonntag mit ihrem natogrünen Bulli hinter der Panzerbrücke postiert, um freundlich, aber bestimmt alle Läufer darauf hinzuweisen, dass das Betreten des "militärischen Sicherheitsbereichs" verboten sei und eigentlich mit einem Bußgeld von 75 Euro geahndet wird.

Hiervon betroffen war auch die Hermannslauf-Trainingsgruppe des Active Sportshop in Bielefeld. Etwa 50 Läufer hatten sich mit einem Bus zum Hermannsdenkmal aufgemacht, um die Strecke bis nach Lämershagen abzulaufen. In Augustorf war dann aber Schluss. Wie Hunderte andere Läufer auch mussten sie wieder umdrehen und die Panzerbrücke und -straße großräumig umlaufen

Es handelt sich offensichtlich um die prinzipielle Durchsetzung eines Verbotes, das während militärischer Übungen nachvollziehbar ist. Schließlich, so der Standortälteste, müsse man "die Bevölkerung vor Schäden schützen". Eine Übung fand am Wochenende allerdings nicht statt. So hielt sich das Verständnis der zahlreichen Läufer, die nicht auf dem Hermann trainieren durften, sehr in Grenzen.

Besser sieht es am kommenden Wochenende aus. Da hat der Standortälteste die Panzerbrücke für das Training freigegeben. Und am 27. April zum Hermannslauf natürlich auch.

Kommentare
Kontrollen hin oder her - Ich werde dort bis auf weiteres die gewohnte Strecke trainieren. Wenn die Feldjäger das verhindern wollen, dann werden sie dort wohl oder übel den ganzen Tag campen müssen. Viel Spaß dabei ...

Die Panzer und andere Militärfahrzeuge dürfen dort die Umwelt verpesten, zerstören und kaputt machen und die Menschen dürfen dort nicht joggen gehen. Ein Wahnsinn!

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wo ist das Problem den kleinen Umweg zu laufen ?
Das einzige was man bemängeln kann, dass ausgehend vom Ehberg, es keine Umleitungshinweise gibt. Ich habe jedenfalls keine gesehen. Für Läufer, die sich dort überhaupt nicht auskennen, ist das nicht gerade von Vorteil.
Aber ich denke, die meisten kennen sich aus.
Ansonsten habe ich das Gefühl, dass sich hier jeder sein Recht so biegt wie es gerade passt.

Die Bundeswehr hat in der Anfangsphase des hermannslaufes maßgebliche Organisationshilfe geleistet und nimmt immer noch mit ihren Soldaten aktiv teil.Sie hat eine solch hitzighe Debatte eigentlich nicht verdient. Ich habe versuchtr, die Dionge in einem höflichen Dialog für die Läufer verständlich zu machen... und bin gescheitert.
Hier dazu mein Kurzbericht:

Problem Panzerbrücke Augustdorf
Vorstellung in Kurzform

1978: Behördliche Verlegung der Hermannslaufstrecke über den Großen Ehberg; Überquerung der L 758 über die Panzerbrücke, dann Sennerandweg bis Schutzhütte in der Wistinghauser Schlucht. Begründung: zu starker und gefährlicher Verkehr auf der L578

Von 1978 bis 2012 keine Negativvorfälle diese Regelung betreffend wur45den bekannt.

Frühjahr 2012 Vorübergehende Sperrung der Panzerbrücke in der Lokalpresse publiziert, keine Begründung, warum.? Für Hermannslauftag jedoch offen.

Danach: 2012 Dauersperrung durch Beschilderung von Brücke und Panzerstraße als Teil des Truppenübungsgebietes, generelles Betretungsverbot, Feldjäger beginnen Kontrollen, kündigen Bußbeld ( 75,- € ) an. Ausweichmöglichkeiten bestehen nur, wenn man sich dort sehr gut auskennt.Also mogeln sich die meisten Läufer, Biker und Wanderer "auf Teufel komm raus" durch....eben, weil das ja seit über 30 Jahren immer erlaubt war, dort zu laufen. Beim Hermannslauf- Vorbereitungstraining laufen alljährlich ca. 20- 25 000 Läufer über diese ca. 950 m Panzerstrraße. Hinzu kommen das Jahr über eine ähnliche Zahl an Wanderern und Bikern auf dem sog. "Sennerandweg", die jetzt alle die verkehrsfrequentierte L 578 überqueren müssen, um die Panzerbrücke zu umgehen..

November 2012 Fragen bei einem Referat über den Hermannslauf nach Begründung für diese Maßnahme

Darauf Nachfrage beim TSVE . Antwort: Begründung wurde uns für die Sperrung nicht gegeben, Regelung für Trainingsläufe durch Feldjäger angeboten:" Voranmeldung einen Tag vorher, Startnummern tragen, geschlossene Führung"

Darauf 30.11. 2012 Höflicher Brief an Standortkommandanten Frage nach Begründung . Dazu zwei Regelungsvorschläge, die sich an den bisher gängigen Praktiken bei Straßenverkehrseinschränkungen und Betretungszeiten von Übungsplätzen orientieren
- Keine Antwort-

Feldjäger kontrollieren weiter Auch an Wochenenden, wenn kein Übungsbetrieb stattfindet. Die 75,€ Bußgeld werden allgemein bekannt. Unverständnis bei Läufern wie Wanderern "Wilde Stories" über Feldjägermaßnahmen ( wahr oder unwahr?) beginnen zu kursieren.

22.1.2013 Höfliche Erinnerung an Standortkommandanten.
- erneut keine Antwort-

01.3. 2013 Höfliches Schreiben an den Wehrbeaufrtragten des Deutschen Bundestages

08.3. 2013 Wehrbeauftragter teilt mit, dass er den Standortkommandanten um Stellungnahme ersucht
12.04. 2013 Wehrbeauftragter teilt mit: Standortkommandant hat Stellung genommen.Er verweist auf bestehende Vereinbarungen der BW mit dem Veranstalterverein. Fragen seien daher an diesen zu richten.

09.05. 2113 höfliches Schreiben an Wehrbeauftragten.
Eine Begründung für Sperrmaßnahme wurde immer noch nicht gegeben.
weder
in den bisherigen Presseveröffentlichungen
noch vom Kommandanten dem Veranstalter des Hermannslaufes gegenüber
noch auf höfliche Anfrage des Bürgers beim Standortkommandanten
und auch nicht vom Wehrbeauftragten dem anfragenden Bürger gegenüber.

21.05 2013 Schreiben des Wehrbeauftragten
Inhaltspunkte:(auszugsweise zitiert)
1."Der Wehrbeauftragte ist kein Bürgerbeauftragter. Eine Rechtfertigung von Entscheidungen der BW gegenüber der Öffentlichkeit fällt nicht in seinen Aufgabenbereich. Das ist Aufgabe der BW selbst"
2."Anliegen des Wehrbeauftragten, die Kommunikation zwischen BW und Bürger in Interesse eines offenen Dialogs zu fördern, ist bedauerlicherweise nicht gelungen."

3. Der Standortkommandant hat dem Wehrbeauftragten gegenüber((Zitat) " sein Bedauern zum Ausdruck gebracht, dass der Verweis auf den Verein als Veranstalter Ihnen gegenüber nicht direkt erfolgt ist."

Danach habe ich aufgegeben.

@ leser

Sie schreiben immer von "grünuniformierten Prinzipienreitern".

Machen Sie doch endlich mal Butter-bei-die-Fische, wie man so schön sagt.

Wenn bei Ihnen jemand über Ihren Grund und Boden läuft, obwohl Sie ggf. ein Verbotsschild aufgestellt haben - was machen Sie?
a) Es einfach hinnehmen
b) "Prinzipien reiten", also auf das Verbot hinweisen und es durchsetzen

Nennen Sie mal das, was Sie machen würden.



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