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28.11.2012
Oerlinghausen / Leopoldshöhe
Einparken von ganz allein
Wie Fahrschulen und Fahrschüler mit dem technischen Fortschritt umgehen
VON KARIN PRIGNITZ

Einweisung | FOTO: KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen / Leopoldshöhe. Mühsames Kartenlesen, ständig auf den Tacho schielen, selbst einschätzen, wann die Stoßstange des Hintermanns beim Einparken zu nahe kommt: Schnee von gestern. Autofahrer können heute auf unzählige Hilfsmittel zurückgreifen. Navigationssystem, Tempomat, Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) oder Antriebsschlupfregelung (ASR). Wie kommen Fahrschüler eigentlich mit all den Neuerungen zurecht?

Bestens, meint Fahrlehrer Thomas Tuchinsky aus Asemissen. "Die Jugendlichen sind da viel fitter als ältere Generationen." Ein Navigationssystem beispielsweise sei doch leichter zu bedienen als ein Handy. Allerdings sei das nicht bei allen Systemen so, betont Rolf Sander. ASR, das ein Durchdrehen der Räder verhindert, ESP, durch das das Ausbrechen in scharfen Kurven verhindert wird: "Solche Systeme sind drin, aber es braucht Zeit, damit umzugehen."

Deshalb gelte nach wie vor: "Der Fahrer muss trotz allem seinen Verstand gebrauchen." Auch Tobias Tuchinsky hebt hervor: "Die Schüler müssen in der Lage sein, sich alleine zu orientieren." Schließlich könnten die praktischen Helfer auch einmal ausfallen. Deshalb werde vieles noch "nach guter alter Hausmannskost" unterrichtet. Ein Schüler müsse beispielsweise nach Anweisung oder Beschilderung fahren.

Den Fokus auf das Wesentliche zu richten, sei schon deshalb wichtig und sinnvoll, meint der 38-Jährige, "weil es sehr wahrscheinlich ist, dass Anfänger nicht direkt ein Auto mit allem Schickimicki fahren". Auch Otto-Normalverbraucher sitze eher in einem normal ausgestatteten Wagen.

Grundsätzlich, sagt Rolf Sander, dürften in der Fahrschule alle Assistenzsysteme genutzt werden, "wenn sie ab Werk im Auto vorhanden sind". Die Tücke liege manchmal aber im Detail.

"Wer zum ersten Mal mit einem Assistenten einparkt, der wird erleben, dass das nicht auf Anhieb funktioniert." Weil es ungewohnt sei, die Hände vom Lenkrad zu lassen. Und das sei nun einmal Voraussetzung. "Viele greifen auf die gewohnten Automatismen zurück." Der 63-Jährige betont aber: "Wenn der Prüfer danach fragt, müssen die Schüler wissen, wie es funktioniert." Autos seien heutzutage fast nur noch Computer gesteuert, sagt Sander, der seit 36 Jahren Fahrlehrer ist. "Eine hochkomplizierte Angelegenheit." Deshalb seien auch die Prüfungsanforderungen mächtig gestiegen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten fänden Prüfungsfahrten heute durchaus auch mal auf der Autobahn statt. Im Theorieunterricht müssten etliche Fragen zur Technik beantwortet werden.

Lukas Kronshage, in diesem Monat 17 Jahre alt geworden, steht kurz vor der Fahrprüfung. Mit Rolf Sander trainiert er noch einmal die Sicherheit. Nicht die gute alte Nadel ist es, die die Geschwindigkeit anzeigt. Stattdessen leuchtet im Display deutlich sichtbar das aktuelle Tempo auf. Steht der Wagen, wird angezeigt, ob womöglich eine Tür geöffnet ist. An der geschlossenen Schranke betätigt der Elftklässler des Niklas-Luhmann-Gymnasiums das Sprit-sparende Start-Stopp-System. Bereits vorher ging’s auf den Übungsplatz, um die sogenannte Schlagbremsung zu üben. Ohne Antiblockiersystem (ABS) wäre der Wagen wohl nicht so schnell zum Stehen gekommen. Lukas Kronshage ist vor allem über eines froh: "Der Gurt hat funktioniert." Ganz klassisch.



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