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24.11.2012
Oerlinghausen
Patienten müssen Verbände selbst besorgen
Facharzt aus Siebenbürgen dankt der Helpuper Privatinitiative

Berichteten über ihren Einsatz für Rumänien | FOTO: NW

Oerlinghausen."Die Sachspenden aus Helpup erleichtern unsere Arbeit", dankte Dr. Mihai Dan Roman (43) der privaten Initiative aus Helpup, die schon seit sechs Jahren medizinische Hilfsgüter nach Rumänien transportiert (die NW berichtete). Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Helpup hat den Klinikarzt aus Hermannstadt (Sibiu) im rumänischen Siebenbürgen eingeladen, im Hotel Mügge über das rumänische Gesundheitssystem und seine Arbeitsbedingungen zu berichten.

Auch mehr als zwei Jahrzehnte nach den gesellschaftlichen Umwälzungen in den osteuropäischen Ländern habe Rumänien noch immer große wirtschaftliche Probleme, sagte Roman. Soziale Einrichtungen und Krankenhäuser seien auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Vor 25 Zuhörern ging der Mediziner auf die landschaftlichen Schönheiten und die reiche Kultur seines Heimatlandes ein. "Auch wenn heute nicht mehr so viele Siebenbürger Sachsen in Rumänien leben, ist das deutsche Erbe doch sehr wichtig für uns", sagte er. Im Kreiskrankenhaus Hermannstadt mit 1.100 Betten ist er Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie. Seine Arbeitsbedingungen seien denkbar schlecht. "Die notärztliche Versorgung funktioniert zwar, aber die Finanzierung ist völlig unzureichend und das Krankenhaus ist nur teilweise renoviert." Das größte Problem sei der Mangel an medizintechnischer Ausstattung. Zeitweilig gebe es keine Verbände, Schrauben, Platten und Nägel mehr, um Brüche zu heilen. "Es ist in Deutschland kaum vorstellbar, aber die Patienten müssen sich diese Produkte selbst besorgen."

Einige können sich das nicht leisten. Um den Mangel zu kompensieren, sei Roman auf Hilfsgüter und Spenden angewiesen. Vor sechs Jahren begannen vier Helpuper in privater Initiative, medizinische Hilfsgüter zu einem Heim für mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche in Siebenbürgen zu transportieren. Im vergangenen Jahr haben Martin Elbracht, Erich Lange, Volker Neuhöfer und Klaus-Dieter Stalljann weitere Einrichtungen besucht, die ebenfalls dringend einer Unterstützung bedürfen. Anfang September haben sie zum dritten Mal die Abteilung von Dr. Roman mit medizinischen Hilfsmitteln beliefert. Dazu gehörten gebrauchte Rollstühle, Rollatoren, Pflegebetten sowie Klinikbedarf, der von den Herstellerfirmen gespendet wurde. Als Vertreterin des Vereins Agape berichtete Elisabeth Blumenberg über das Heim für behinderte Kinder und Jugendliche, das mit Unterstützung aus Lippe seit 22 Jahren betrieben wird. "Wir haben für jene Menschen, die keine Lobby besitzen, ein Zuhause geschaffen." In Rumänien gebe es kein Sanitätshaus und keine Werkstatt für Rollstühle. "Es ein Segen, das uns die vier Helpuper regelmäßig Sachspenden bringen und Reparaturarbeiten vornehmen."



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