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26.11.2012
Oerlinghausen
Von Willy Brandt angesprochen

Treue Mitglieder | FOTO: KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen (kap). Kurt Kalkreuter hat in den Annalen geblättert. "Im Jahr 1972 sind 155.000 Genossen in die SPD eingetreten, die Hälfte davon war unter 30 Jahre." Aus heutiger Sicht paradiesische Zustände, die vor allem mit einem Mann verbunden waren: Willy Brandt.

Drei Oerlinghauser, die auf der Welle der politischen Euphorie und des Wandels mit schwammen, sind während des Jahresabschlusses der Bergstädter Sozialdemokraten von Kurt Kalkreuter geehrt worden. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion konnte Erika Reineke, Jürgen Herche und Hans Köller gratulieren.


Vor 40 Jahren traten sie in die SPD ein und folgten dem Aufruf "Willy wählen". Ebenfalls vor vier Jahrzehnten erhielten Ursula Hilff, Bruno Neumann und Joachim Schreiber ihr Parteibuch. Kurt Kalkreuter rief noch einmal die einstige Begeisterung ins Gedächtnis zurück und attestierte: "Die Gesellschaft damals war wesentlich politisch, als sie es heute ist." Abzulesen sei das nicht zuletzt an der Wahlbeteiligung. Die lag am 19. November 1972 bei 91,1 Prozent.

"Auslöser für mich war das konstruktive Misstrauensvotum der CDU und die Art und Weise, wie Willy Brandt damit umgegangen ist", berichtete Jürgen Herche über seine Motivation für den Parteieintritt. "Ich hoffe, es gibt mal wieder eine Person, die die Leute so anspricht."

Kurt Kalkreuter hatte gleich zu Beginn des Zusammentreffens in der Stadtschänke, die für die Zeit der Regentschaft von Schützenkönig Rolf Hilker kurzerhand in "Königsschänke" umbenannt worden ist, über die Entwicklung und die jüngsten Diskussionen in Sachen Nationalpark Teutoburger Wald berichtet. Das umstrittene Projekt steht vor dem Aus, nachdem Schlichter Günter Kozlowki Ende Oktober erklärt hatte, keinen sinnvollen Schlichtungsvorschlag vorlegen zu können.

Ein Gesprächsangebot des grünen Umweltministers Johannes Remmel sei mit den Stimmen von FDP, CDU und der Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann abgelehnt worden, berichtete Kalkreuter. Die Grünen hätten die Koalition mit der CDU aufgekündigt. Geschlossen worden war die auf Kreisebene im Jahr 2004. Zielvorgabe war seinerzeit, die lippische Region mit ökologischen und touristischen Impulsen zu füttern. Am Ende sollte der Nationalpark stehen.

"Im Moment sehe ich den großen Bruch zwischen Schwarz und Grün aber nicht", sagte Kalkreuter, "auch, wenn es nach außen deklariert wird." Für die SPD sei es wichtig, dass der Kreis bis zum Jahr 2030 wirtschaftlich gut dastehe, dass er sich familienfreundlich entwickle. "Wir stehen für Gespräche bereit, ich bin gespannt, wie es weitergeht", sagte Kalkreuter. Sein Wunsch sei es, Landesverband und Kreistag auseinanderzuhalten.



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