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27.11.2012
Oerlinghausen
Prinzessinnen kiebitzen von der Bühne
"Der Fluch der Vampire" nimmt 450 Besucher in der Aula gefangen
VON KARIN PRIGNITZ

Ausblick | FOTO: KARIN PRIGNITZ

Oerlinghausen. Prinzessinnen, die sich eine Kissenschlacht im Schulzentrum liefern? Vampire, die das Hauspersonal verfluchen? Geister, die die Tanzlehrerin gefangen nehmen? Zugetragen hat sich all das tatsächlich. Am Sonntag in der Aula des Gymnasiums. 52 Ballettschüler des TSV Oerlinghausen verzauberten dort ihr Publikum mit einem neuen Tanzstück.

"Alles, was Sie heute sehen und hören, ist neu", betonte Choreographin Gaby Irrgang, noch bevor sich der rote Vorhang zur Seite schob. Tänze, Musik, Bühnenbild, Kostüme, einfach alles war in den vergangenen drei Monaten für den "Fluch der Vampire" einstudiert, komponiert, herbeigeschafft, gestaltet und genäht worden.

Info

Die Mitwirkenden

Fabia Mach verkörperte sowohl Tanzlehrerin Karla als auch einen Vampir. Als Prinzessinnen glänzten: Angelika Esau, Winona Seifert, Lea Ross, Lisa Windolph, Julia Böhm, Patricia Brechlin, Gülbahar Taravari und Hanna Flachmann. Die flatternden Fledermäuse: Sarah Bollhöfner, Jessica Palmberg, Hanna Kerker, Jasmin Wicher, Leonie Bramscher, Maja Brakhöner und Lea Biere.

Außerdem waren dabei: Natalie Palmberg, Johanna Ens und Eva Schwin (große Sternchen), Stella Redlin, Johna Kligge, Johanna Edler, Nike Pluckthun, Julia Schulz, Lena Beutling und Lara Kastner (Sternchen), Maja Bieber, Lea Bollhöfner, Emily Hergert, Lara Plewka, Julia Esau und Katharina Möhrke als Geister, Hof-Band, Köchin, Maler und Tänzerin.

Neele Schubert, Martha Bohnensteffen, Marleen Butterwegge, Elli Weidhase, Lina Hollwitt, Leonie Pollmeier, Paula Bittner, Sabrina Bories und Joana Savaira verkörperten die Teufelchen, Sina Keller die Königin der Vampire.

Als Vampire tanzten Melina Irrgang, Viktoria Lettau, Lea Niemann, Daria Shams, Josephine Kramer, Anne Waffenschmidt, Clara Nowara und Karoline Koch in dem Stück mit. (kap)

Allen Altersgruppen gerecht zu werden, die jeweiligen Wünsche zu berücksichtigen, darin bestand eine der wohl größten Herausforderungen. "Bei einigen Ideen musste ich bremsen", berichtete Gaby Irrgang von schwebenden Fledermäusen oder blutrünstigen Szenen, die die Ballettschüler nur allzu gerne mit eingebaut hätten.

Die erfahrene Pädagogin fand dennoch einen Weg, ein rundum facettenreiches und unterhaltsames Stück zu inszenieren. Inmitten des aufwendig und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Bühnenbildes machten sich die Prinzessinnen nach der abendlichen Tanzstunde im Schloss-Internat auf Entdeckungstour. Mit glaubhaft gespieltem Schrecken mussten sie beobachten, wie das von Vampiren verfluchte Schlosspersonal ihre Tanzlehrerin gefangen nahm. "Das Stück ist auf Anregung der Schüler entstanden", betonte Gaby Irrgang. Süße Prinzessinnen wollten sie sein, kecke Teufelchen, strahlende Sternchen, fliegende Fledermäuse, aber auch coole Geister und Vampire. Mit sicherem Gespür und dem Schatz ihrer Erfahrung hat Gaby Irrgang aus all den vorgegebenen Zutaten ein Stück inszeniert, das bei den 450 Besuchern auf einhellige Begeisterung stieß.

Die galt auch der Musik. Wohl kein anderer als Sven Kristahn, der die Ballettklasse bereits früher als Pianist und Komponist begleitet hat, hätte eine so sensible und zudem Hit-verdächtige musikalische Mixtur hinbekommen. Bei den Besuchern dürften die eingängigen Melodien noch lange nachklingen. "Von diesem Nachmittag wird es zeitnah eine DVD geben", versprach Gaby Irrgang.
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  Nicht allein die klassischen Töne begleiteten die spannende Handlung. Auf Wunsch der 5 bis 17 Jahre alten Hauptakteure des faszinierenden Nachmittags durfte es diesmal ein wenig fetziger, rockiger, poppiger zugehen. Genau das hat Sven Kristahn umgesetzt und in Kooperation mit Gaby Irrgang ein Stück geschaffen, das sicherlich noch öfter auf einer Bühne zu sehen sein wird.

In ihm erfährt das Auditorium nicht zuletzt, wie man Vampire wirkungsvoll außer Gefecht setzen kann. Knoblauch wäre die eine Idee, Prinzessinnen und Fledermäuse hatten einen viel besseren Einfall. Grelles Licht. Die Vampire sanken zu Boden, der Fluch war gebrochen. Ende gut, alles gut.

Im vergangenen Jahr hatte die Ballettabteilung des TSV ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Hexen, Kobolde, Schmetterlinge und Feen tanzten zu diesem Anlass. Ein neues Stück wäre eigentlich erst im kommenden Jahr dran gewesen. Weil der TSV Oerlinghausen dann aber seinen 150. Geburtstag feiert, war das Vorhaben kurzerhand vorverlegt und in kurzer Zeit umgesetzt worden. "Dass so etwas Tolles dabei herausgekommen ist, das kann man gar nicht genug wertschätzen", meinte eine begeisterte Besucherin und erntete kollektive Zustimmung.



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