Leopoldshöhe. Da der Landesbetrieb Straßen NRW einige Änderungen bei der Planung für den Neubau der B66 zwischen Hillegossen und Asemissen vorsieht, sollen die überarbeiteten Planunterlagen noch einmal für einen Monat öffentlich ausgelegt werden. Danach besteht zwei Wochen die Möglichkeit, Einwendungen einzureichen.
Jens Kronsbein, Leiter des Dezernats Verkehr und Planfeststellung der Bezirksregierung Detmold, hat sich gestern ad hoc für dieses Verfahren entschieden, nachdem unter seiner Moderation im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens alle 140 Einwendungen zur B 66 n in der Leopoldshöher Festhalle erörtert wurden. Die Kritik an der Dimension der Planung ist geblieben – und die Forderung vieler Einwender, statt der Brückenbauwerke an den Kreuzungen B 66/L 751 (Asemissen) und B 66/K 15 (Ubbedissen) Kreisel zu bauen. Von mehreren Seiten werden die der Planung zugrunde liegenden Verkehrsprognosen in Frage gestellt.
Hans-Herbert Oldemeyer vom Landesbetrieb wies auf die überörtliche Bedeutung der B66 hin. Diese werde mit dem Bau der B239 neu Bad Salzuflen/Lage und der anderen Ortsumgehungen in Lippe, für die der vordringliche Bedarf anerkannt sei, weiter zunehmen, so dass im Jahr 2025 mit einem Verkehrsaufkommen von 31.000 Fahrzeugen pro Tag auf der B66 zu rechnen sei. Kreisel reichten deshalb nicht aus. Während Hendrik Schrenk von der Industrie- und Handelskammer OW zu Bielefeld dafür plädierte, an der jetzigen Planung festzuhalten – "sie ist für Wirtschaftsverkehr und Pendler wichtig" –, bezweifelte Peter Gottsleben von der Höheren Landschaftsbehörde der Bezirksregierung, "dass alle Straßen aus dem vordringlichen Bedarf bis 2105 zu realisieren sind." Deshalb seien die Verkehrsprognosen nicht nachzuvollziehen, meinte auch Heidrun Bode von den Leopoldshöher Grünen. Dr. Rainer Lübking vom Lippischen Heimatbund bemängelte, dass die alte Trasse der B66 nicht für den Neubau genutzt wird. Arnt Becker vom Umweltamt der Stadt Bielefeld kritisierte ebenfalls den großen Flächenbedarf und vor allem das an der Kreuzung K15/B66 geplante Brückenbauwerk. "Bielefeld hätte lieber eine plangleiche Lösung."
An der Rollkrug-Siedlung in Ubbedissen wird der Landesbetrieb die Lärmschutzmaßnahmen erweitern und den Regenrückhaltegraben zu einem -becken aufweiten. In Asemissen werden die Wirtschaftswege verlegt. Der nördliche Kreisel im Kreuzungsbereich B 66/L 751 soll etwas vergrößert werden, dafür entfallen zwei Bypässe. Der Schutz der Leopoldshöher Trinkwasseranlagen und -versorgung ist gewährleistet.