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04.07.2012
BIELEFELD / OERLINGHAUSEN - UPDATE: VIDEO
Oerlinghauser gehört zu den Opfern des Schweizer Bergdramas
Mitglied des Deutschen Alpenvereins Sektion Bielefeld

Unglücksort | FOTO: DPA

Bielefeld/Lagginhorn (jr/kurt/dpa). Fünf deutsche Bergsteiger zwischen 14 und 43 Jahren - darunter ein 20-Jähriger aus Oerlinghausen (Kreis Lippe) - sind in den Schweizer Alpen kurz nach einer Gipfelbesteigung in den Tod gestürzt. Ein Mann aus Berlin überlebte die Tragödie. Er hatte die Sechser-Gruppe wegen eines Schwächeanfalls verlassen. Der Unfall vom Dienstag ist der schlimmste, den es seit Jahren bei Bergtouren in den Alpen gab. Die genaue Ursache war auch am Tag danach noch unklar.

Unter den Opfern sind die Tochter (14) sowie der Sohn (19) des Überlebenden, teilte die Schweizer Polizei am Mittwoch mit. Sie wohnten ebenfalls in Berlin. Außerdem starben ein 43-jähriger Vater und sein Sohn (16) sowie der 20-jährige Oerlinghauser, wie deutsche Behörden jetzt bestätigten. Der Lipper ist Mitglied der Bielefelder Sektion des Deutschen Alpenvereins, er soll seinen Freund und dessen Vater auf der Bergtour begleitet haben. Vater und Sohn kommen aus Waldlaubersheim in Rheinland-Pfalz.

400 Meter in die Tiefe gestürzt

Die Alpinisten waren am Dienstagmorgen von der Weissmieshütte im Saastal aufgebrochen. Sie erklommen das 4.010 Meter hohe Lagginhorn und waren auf dem Rückweg, als sie kurz vor 13 Uhr unweit des Gipfels abstürzten. Die Bergsteiger seien etwa "400 Meter in die Tiefe gestürzt, eine steile Felsflanke hinunter", sagte der Chef der Bergrettung Saas-Fee, Bergführer Rolf Trachsel.

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Der zurückgebliebene Alpinist aus Berlin rief die Berghütte an, als er den Absturz bemerkte, berichtete der dort tätige Mitarbeiter Norbert Burgener. "Ich habe dann sofort den Rettungsdienst alarmiert." Die Bergretter seien mit Hubschraubern zur Unglücksstelle geflogen, wo sie aber nur noch die Leichen gefunden hätten. Sie wurden ins Tal gebracht.

Über die Ursache der Tragödie gab es Spekulationen. Nachdem es zunächst hieß, ein Mitglied der Gruppe sei möglicherweise ausgerutscht und habe die anderen mit nach unten gezogen, erklärte Polizeisprecher Kalbermatten: "Gemäß ersten Erkenntnissen waren die Bergsteiger zum Unfallzeitpunkt nicht angeseilt." Bergretter, die anonym bleiben wollten, gingen jedoch davon aus, dass die Gruppe an einem Seil ging.

Laut Trachsel könnten sich auch Schneemassen gelöst haben. Andere Bergsteiger in der Lagginhorn-Region hatten Schweizer Medien gesagt, sie seien wegen Nebels sicherheitshalber umgekehrt. Es habe zudem in diesem Teil der Walliser Alpen Neuschnee gegeben.

Als die Gruppe am Morgen aufgebrochen sei, habe jedoch im Gebiet der 2.700 Meter hoch gelegenen Weissmieshütte bestes Wetter geherrscht, sagte eine Mitarbeiterin. "Der Morgen war fantastisch." Erst im Laufe des Tages sei leichter Nebel um die Berggipfel aufgezogen.

Tour wird wenig schwierig eingestuft


Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis leitete eine Untersuchung ein. Zur Ursache des Absturzes gebe es bislang zwar einige, aber noch keine hinreichenden Erkenntnisse, hieß es dort.
"Die Untersuchung läuft", sagte ein Sprecher.

2011 kamen in der Schweiz beim Bergsteigen oder Bergwandern 151 Menschen bei 135 Unfällen ums Leben. 29 von ihnen waren ausländische Staatsangehörige. Laut der Zeitung "Blick" war zuletzt im August 2011 ein Deutscher in den Schweizer Alpen zu Tode gestürzt. Zwei Jahre zuvor sei dort ein 28-jähriger deutscher Bergsteiger umgekommen.

Das Lagginhorn liegt etwa zehn Kilometer von der italienischen Grenze entfernt. Es gilt als "Seilbahn-Viertausender" - der Name kommt daher, dass man mit der Bergbahn relativ weit nach oben gelangt. Der Normalweg, den auch die später verunglückten Bergsteiger wählten, wurde als "wenig schwierig" eingestuft. Gerade wegen der Bergbahn ist der Gipfel sehr beliebt und wird oft begangen.

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