Leopoldshöhe. Die Lebenssituation älterer Menschen hat bei einem Vortrag im Rathaus im Mittelpunkt gestanden. Anja Rethmeier-Hanke vom Klinikum Lippe stellte den Zuhörern das Projekt "Gesundheitshelfer in Lippe - Regionales Versorgungskonzept Geriatrie" vor, das die Lebensumstände von Senioren im Kreisgebiet verbessern soll.
Dabei machen Gesundheitshelferinnen auf Empfehlung des Hausarztes Hausbesuche. Sie erfassen die Versorgungssituation, die Vitalität und die Selbstständigkeit von Patienten oder erstellen einen Hilfeplan, der regelmäßig überprüft wird. Außerdem decken sie Gesundheitsrisiken auf, etwa indem sie auf Sturzgefahren im Haus hinweisen. Weiterhin geben die erfahrenen Fachkräfte praktische Alltagstipps oder vermitteln weitere Hilfsangebote.
Das Projekt richtet sich an Männer und Frauen ab 70 Jahren, die eine chronische Erkrankung haben, sowie an sämtliche Lipper ab 80 Jahren. Bisher gab es rund 600 Teilnehmer zwischen 70 und 101 Jahren, wie Anja laut Rethmeier-Hanke in ihrem Vortrag darlegte. Typische Probleme der Teilnehmer seien Probleme wie eine eingeschränkte Mobilität, Mangelernährung oder auch Vereinsamung.
Das insgesamt dreijährige Pilotprojekt läuft seit Ende 2010 und wird vom Klinikum Lippe, vom Ärztenetz Lippe und dem Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft Ostwestfalen-Lippe geleitet. Ziel sei es, den älteren Menschen solange wie möglich ihre Selbstständigkeit im eigenen Zuhause zu ermöglichen, sagte Rethmeier-Hanke.
Es gehe darum, die Arbeit der Hausärzte sinnvoll zu ergänzen und eine langfristige individuelle Begleitung auch für Patienten ohne Pflegestufe zu ermöglichen. Interessierte sollten ihren Hausarzt auf das Projekt ansprechen, riet die Referentin.
Ausgerichtet wurde die gut besuchte Veranstaltung im Rathaus von den Senioren- und Behindertenbeauftragten der Gemeinde, Wolfgang Tomiak und Manfred Steiner, die von einem "besonders interessanten und notwendigen Angebot" für ältere Menschen sprachen.
Weitere Infos gibt es unter:
www.gesundheitshelferin-lippe.de