Bad Oeynhausen. 150 Jahre, das ist eine Hausnummer – auf eine so lange Tradition darf in diesem Jahr der Schützenverein Rehme zurückblicken. Denn damals, im August 1862, gründeten im Rehmer Dorfkrug unter anderem die Brüder Henzen, Kunze und Ditzen die Schützengesellschaft.
Damit ist der Rehmer Verein, der älteste in der Schützengilde Bad Oeynhausen und der siebt älteste in ganz Westfalen. "Und das, obwohl es viele Notlagen und Rückschläge gab", weiß Schriftführerin Daniela Grabowski. Anlässlich des großen Jubiläums hat sich die 33-Jährige ausgiebig mit der Chronik ihres Vereins befasst. "Es ist viel passiert in 150 Jahren", resümiert sie schmunzelnd. In den 80er Jahre des 19. Jahrhunderts geriet der Verein in finanzielle Schwierigkeiten. Der Verein konnte nur gerettet werden, weil die Offiziere tief in ihre eigenen Taschen griffen. "Besonders hart trafen den Verein auch die beiden Weltkriege", weiß Grabowski aus alten Aufzeichnungen. Besonders schwierig war es demnach nach dem zweiten Weltkrieg. "Der Verein wurde von der Militärregierung der Siegermächte verboten." Erst 1950 sei dieses Verbot aufgehoben worden.
Zur ersten Versammlung 1951 seien dann jedoch nur 14 ehemaligen Mitglieder erschienen. "Dank eines großen Rückhalts in der Bevölkerung ging es aber trotzdem wieder weiter", so die Schriftführerin.
Ein weiteres besonderes Ereignis sei dann in den 70er Jahren die Aufnahme von Frauen in den Verein gewesen. "Das ging natürlich nicht ohne Diskussionen vonstatten", erinnert sich Pressewart Rolf Althoff. Vor allem alteingesessene Mitglieder seien von diesem Vorstoß überhaupt nicht begeistert gewesen. Trotz aller Vorbehalte wurden 1975 Frauen als volle Mitglieder anerkannt.
Es gibt jedoch auch Traditionen, die sich bis heute nicht verändert haben. "Wir tragen immer noch die selben Mützen", weiß Alfred Gerke, der seit 59 Jahren Mitglied im Schützenverein ist. "Das sind die Mützen der Rehmer Zigarrenmacher." Kein anderer Verein trage Mützen wie diese.
Auch die Fahne des Vereins überdauerte die Zeit. "1863 wurde die erste Vereinsfahne geweiht", erzählt Gerke. Es gebe sie noch heute. "Allerdings sind die 150 Jahre nicht spurlos an ihr vorübergegangen. "1956 haben wir deswegen eine neue bekommen."