Bad Oeynhausen. Schrill meldet die Schulglocke den Alarm. In Zweierreihen verlassen die Schüler und Lehrer zügig das Schulgelände der Grundschule Rehme-Oberbecksen und versammeln sich auf dem gegenüberliegenden Sportplatz. "Die Räumungsübung hat gut geklappt", zeigte sich Stadtjugendfeuerwehrwart Frank Wüstneck zufrieden. Einmal im Jahr muss die Räumung der Schule für den Ernstfall geprobt werden, erklärt er.
Anschließend dürfen die Schüler auf den Schulhof zurückkehren und der Feuerwehr bei der Arbeit zuschauen. Menschenrettung und Brandbekämpfung sieht der Übungsplan der Löschgruppen Rehme und Oberbecksen vor.
"Hört, sie spielen unser Lied", sagt Stefan Jorzick, Jugendwart in Rehme, schmunzelnd, als am Freitagmorgen in der Ferne die Martinshörner ertönen. Mit Schwung fahren zwei Feuerwehrwagen auf das Schulgelände. Frank Wüstneck erklärt den Schülern den Ablauf. "Zuerst sucht die Feuerwehr eine vermisste Person und holt sie so schnell wie möglich aus dem Gebäude, im zweiten Schritt wird der Brand bekämpft."
"Hurra, die Schule brennt!" ruft jemand aus den Reihen der Schüler. Eine Nebelmaschine sorgt für den nötigen Rauch. Routiniert werden die Schläuche ausgerollt. Zwei Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten betreten die Schule. Nach kurzer Zeit tragen sie den "Vermissten" ins Freie. "Ich bin hochzufrieden mit der Zusammenarbeit der beiden Löschgruppen", lobt Frank Wüstneck die fünfzehn Aktiven nach Übungsende.
Als Melder ist Hendrik Tappen im Einsatz. "Ich helfe, wo ich gerade gebraucht werde", erklärt der Nachwuchsfeuerwehrmann aus Rehme. Seit sechs Jahren engagiert sich der 16-jährige in der Feuerwehr.
Unter der Leitung von Stefan Jorzick und Markus Glombek, Jugendfeuerwehrwart in Oberbecksen, dürfen sich die Viertklässler im Feuerwehrauto umschauen, einmal im Krankenwagen probeliegen und gemeinsam die schwere Metallschneidezange heben. Auch Brandschutzerziehung und Verhalten in verrauchten Räumen stehen auf dem besonderen Stundenplan.
Am Samstag will die Jugendfeuerwehr Oberbecksen beim 24-Stunden-Dienst eine Übung bei der Firma "Inoex" am Borweg durchführen.