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24.11.2012
Espelkamp
Hektarweise Erdreich bewegt
"Rohbauphase" des Frotheimer Sportplatzneubauprojekts abgeschlossen

Der erste Spatenstich | FOTO:VFL-FROTHEIM

Espelkamp-Frotheim (nw). "Ihr habt wirklich richtig Glück gehabt", stellte Baumaschinenführer Michael Lösing von der Firma Heiler fest. "Der Untergrund war optimal, fast der gesamte Boden konnte wieder verwendet werden und sogar das Wetter passte."

Gemeinsam mit der renommierten Bielefelder Firma Heiler Sportplatzbau realisierte das Frotheimer Tiefbauunternehmen Oepping das VfL-Projekt "Zweite Spielfläche" innerhalb von nur zehn Tagen. Wobei Heinrich Oepping jeden Tag vor Ort ist und ihm der Bau schon allein aus privaten Gründen am Herzen liegt. Als VfL-Kicker der 1950er Jahre und Bezirksliga-Stammgast hat er ein besonderes Interesse daran, den Junioren und Senioren bessere Spiel- und Trainingsmöglichkeiten zu eröffnen.


Bereits seit vielen Jahren laufen die Überlegungen zum Bau einer zweiten Spielfläche auf dem vereinseigenen Sportgelände. Denn der VfL Frotheim ist (bzw. war) einer der wenigen Vereine, die über lediglich eine einzige Fußballfläche verfüg(t)en. Und das trotz seiner Mitgliederstärke von knapp 1.100 Sportlern.

2008 wurden aus diesen Überlegungen konkretere Pläne. Der Wunsch, oder besser: die Notwendigkeit wurde der Stadt Espelkamp unterbreitet. 2009 erwarb die Stadt das entsprechende Grundstück an der Südseite des Hauptplatzes beim inzwischen verkaufsbereiten Eigner. Den Bau selbst hatte der VfL Frotheim jedoch nun ganz alleine zu stemmen. Man bildete eine Sportplatz-Task Force, die die Bauplanung und Baufinanzierungsplanung obliegt. Fachliche Unterstützung erhielt man dabei von Heinrich Steinmann, der nicht nur für die architektonischen Arbeiten verantwortlich zeichnete, sondern auch bei den Nivellierungsarbeiten die federführende Kraft war.

Innerhalb der Task Force war man sich schnell einig, dass man die Vereinsmitglieder nicht zur Zahlung von Sonderbeiträgen verpflichten wollte. Stattdessen schrieb man lokale und regionale Unternehmen an, doch leider brachte dies trotz einiger großzügiger Zuwendungen nicht den erhofften finanziellen Erfolg.

2011 wurde das inzwischen erarbeitete Bau- und Finanzierungskonzept des Projekts "Zweite Spielfläche" der Jahreshauptversammlung vorgestellt. Zum Zweck der Geldbeschaffung unterteilte man den Hauptplatz in 7.208 jeweils ein Quadratmeter große Parzellen (Bausteine), die für je zehn Euro symbolisch verkauft werden sollten. Jeder "Käufer" erhält seitdem eine symbolische Besitzurkunde, und der Name wird sowohl auf einer etwa sechs Quadratmeter großen Spendentafel – zu sehen im Eingangsbereich des Frotheimer Sportplatzes – sowie auf der vereinseigenen Webseite verewigt. Beides wird regelmäßig aktualisiert.Doch die Bausteinaktion lief nur schleppend an. Und so bildete der VfL Frotheim vor einigen Monaten ein "Haus-zu-Haus"-Team, das die Dorfbevölkerung quasi "abklappert". Nach wie vor ist man fleißig dabei, Bausteine zu "verkaufen". Die Erfahrungen des Haus-zu-Haus-Teams rund um den engagierten Charly Schlottmann, der seine Freizeit aufgrund der Bausteinaktion kaum noch anderweitig nutzt, sind dabei fast ausschließlich positiv. Eine unerwartete Welle von Solidarität seitens der Frotheimer Dorfbevölkerung schwappte dem Team entgegen. So mancher Klönschnack wurde gehalten, sodass kaum einer aus dem Team ein Haus in weniger als 15 Minuten verließ. Insgesamt ist die Spendenbereitschaft der Frotheimer hier doch deutlich höher, als es der holprige Start befürchten ließ. Einschließlich einiger größerer Summen von betuchteren Unternehmern wurden nunmehr ungefähr 60 Prozent der Bausteine veräußert. Die finanzielle Hürde, um die Raupen rollen zu lassen, wurde damit genommen. Inzwischen wurden Bäume, Büsche und sonstige Pflanzen entfernt, hektarweise Erdreich abgetragen, bewegt und schließlich mit lasergesteuerten Bulldozern nivelliert und verdichtet.

Innerhalb von zehn Arbeitstagen verbrauchten die Baufahrzeuge schätzungsweise 4.000 Liter Diesel. Die Rohbauphase ist abgeschlossen. Im Frühjahr wird eingesät, und der VfL hofft, dass der Sportplatz zur neuen Serie bespielbar sein wird. Das wird allerdings auch davon abhängen, wieviele Gelder noch beschafft werden können. Ein Ballfangzaun, eine Lautsprecheranlage und vor allem eine Flutlichtanlage stehen noch auf der Agenda der VfL-Task Force. Außerdem attestierte der Bauleiter von Heiler nach der Entnahme von Bodenproben dem 37 Jahre alten Hauptplatz einen desolaten Zustand. Eine Komplettsanierung ist im Prinzip unumgänglich. Leider ist trotz eines Darlehens die Finanzierung dieser weiteren Anschaffungen noch nicht gesichert.

Daher wird der VfL mit dem "Klinkenputzen" fortfahren. Außerdem hofft man, dass die Stadt sich an dem einen oder anderen weiteren zu bauenden oder anzuschaffenden Objekt finanziell beteiligen wird. Nicht nur die zahlreichen Junioren- und Seniorenfußballteams des VfL Frotheim wollen auf einem ebenen Geläuf spielen, das das Bänderverletzungsrisiko minimieren dürfte. Insbesondere die ambitionierten Bezirksligakicker von Trainer Holger Sarres, zu deren Heimspielen im Schnitt nahezu 200 Zuschauer erscheinen, wollen unbedingt auf einem konkurrenzfähigen Rasenplatz gegen den Ball treten.

Aus diesen Gründen freut sich der VfL Frotheim über weitere Spender und Unterstützer, bedankt sich aber umgekehrt bei allen , die das Sportplatzneubauprojekt bisher unterstützt haben.

Alle weiteren Informationen findet man auf der vereinseigenen Internetseite, www.vfl-frotheim.de



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