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19.01.2014
Espelkamp/Hille
Windstille in Frotheim
Weitere Pläne zur Ausweisung von Potenzialflächen vorerst gestoppt
VON KARSTEN SCHULZ

Blick auf das Windpotenzialgebiet aus Richtung Frotheim | FOTO/COLLAGE: ANLIEGERGEMEINSCHAFT/AXEL SIEBEKING

Espelkamp-Frotheim/Hille-Neuenbaum. Anfang August vorigen Jahres hatte Thomas Aufleger von der NWP Planungsgesellschaft die Potenzial-Analyse zur Windenergie-Nutzung für das Stadtgebiet Espelkamp vorgestellt (die NW berichtete). Seinerzeit waren nur zwei weiße Flächen übriggeblieben, auf denen potenzielle Investoren mögliche Windräder bauen könnten. Stadtoberbaurat Heiner Brockhagen hatte damals verkündet, dass man damit "am Anfang des Verfahrens" stehe. Jetzt macht er gegenüber der NW deutlich, dass dieses angekündigte Verfahren gar nicht gestartet wurde. "Wir haben es kurz nach der Vorstellung der Analyse gestoppt", so Brockhagen.

Noch bis zu den Sommerferien sollte darüber politisch beschlossen werden, auch das ist zunächst auf Eis gelegt: Windstille in Espelkamp. Mehrere Oberverwaltungsgerichts-Urteile seien zwischenzeitlich erfolgt, die zu diesem Schritt führten, so Brockhagen.

Diese hätten Änderungen in der Methodik und der Ausweisung von Windenergie-Konzentrationszonen zur Folge gehabt und somit den seinerzeitigen Planungsstand einschließlich der damaligen Rechtsprechung über den Haufen geworfen. Somit habe man beschlossen, zunächst abzuwarten "bis sich ein gangbarer Weg für alle Seiten zeigt".

In jüngster Zeit habe es ein Urteil des Verwaltungsgerichts in Minden gegeben, das sich mit einem Vorhaben in Porta Westfalica befasste. Weiteren Aufschluss über die künftige Genehmigungs-Praxis für Windräder mit einer Höhe von 150 oder 200 Metern soll laut Brockhagen eine Veranstaltung in Schloss Neuhaus geben.

Wenn diese Erkenntnisse ausgewertet seien, wolle man im Ausschuss für Stadtentwicklung im Februar vorstellen, wie die Planungsverfahren im Espelkamper Stadtgebiet weiterlaufen können. "Wir wollen da rechtlich einfach nicht in der Luft hängen", sagt Brockhagen.

Frotheims Ortsvorsteher Wilhelm Stockmann hat inzwischen die Unterschriftenliste der Neuenbaumer/Osterheider Anlieger des möglichen Vorranggebietes erhalten. "Wir nehmen diesen Widerstand der Bürger sehr ernst", sagt er im Gespräch mit der NW. Er sei aber auch der Meinung, dass man "in dieser gesamten Angelegenheit den Menschen nicht vergessen darf". Stockmann weist in diesem Zusammenhang auf das "faunistische" Gutachten hin, das die Gemeinde Hille in Auftrag gab und zu dem der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund (NABU) Stellung nahmen (die NW berichtete).

Der Ortsvorsteher appellierte an die Windenergie Frotheim GbR, in Kontakt mit den Bürgern zu treten und das Gespräch zu suchen. "Ein Bürger-Windpark ist die einzige Möglichkeit, alle einzubinden und die Menschen zufrieden zu stellen."

Das sieht Dorfgemeinschafts-Vorsitzender Günter Bünemann ähnlich. "Es darf dort allerdings kein Bürgerwindpark entstehen, der nachteilige Auswirkungen auf Flora und Fauna und die dort lebenden Menschen hat." Auch er appellierte an die GbR, "Überzeugungsarbeit zu leisten und die Menschen mitzunehmen". Bünemann sieht diese Entwicklung in "einem größeren Zusammenhang". Sein Wunschtraum ist es, die vor Ort erzeugte Energie und Wärme auch gleich dort zu verteilen und somit zumindest beim Energiebedarf "autarke Dörfer" zu schaffen. In jedem Fall, macht er deutlich, "muss die Politik den Weg vorgeben".

Heinz Keller, Geschäftsführer der Windenergie Frotheim GbR, will sich zurzeit auf keine konkrete Marschrichtung festlegen. Aufgrund der neuen Rechtslage wollen sich die Gesellschafter bald treffen, um die veränderten Bedingungen zu diskutieren.

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) möchte auch in Stemwede einen Bürgerwindpark errichten. Der Gesellschaft sollen nur Stemweder angehören. ¦ Seite Stemwede


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