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24.11.2012
Lübbecke
Belastendes Industrie-Erbe
Auf dem Gelände der Lieber-Werke sind offenbar nicht nur große Mengen Wasser versickert
VON TYLER LARKIN

Fabrikruine | FOTO: TYLER LARKIN

Lübbecke. Dass die ehemaligen Lieber-Werke an der Steubenstraße kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet sind, ist in Lübbecke kein Geheimnis. Die drastischen Schilderungen früherer Mitarbeiter, wie sehr dort die Umwelt offenbar mit Füßen getreten wurde, überraschen dennoch. Dazu kommen offene Rechnungen der Stadtwerke an die Erbengemeinschaft. Die gibt vor, mittellos zu sein.

Konkret geht es um den Wasserverbrauch auf dem Lieber-Gelände, wo bis in die 1990-er Jahre Werkzeugmaschinen und später auch Boote gefertigt wurden. Der Neuen Westfälischen liegen Informationen vor, dass dort im vergangenen Jahr 9.000 Kubikmeter Wasser verbraucht wurden. Das sind rund fünf Prozent des gesamten Wasserverbrauchs in Lübbecke. Die Rechnung der Stadtwerke beläuft sich auf 14.500 Euro, doch mit einer Begleichung durch die Erbengemeinschaft ist offenbar nicht zu rechnen.


Wie kann auf einem Gelände, das weitestgehend brach liegt, so viel Wasser verbraucht werden? Stadtwerke-Mitarbeiter vermuten marode Leitungen als Ursache. Trifft diese Annahme zu, versickern dort nicht erst seit 2011 große Mengen an Trinkwasser. Eine Auskunft darüber war von den Stadtwerken nicht zu bekommen. Die Stadtverwaltung verweist wiederum auf die Zuständigkeit der Stadtwerke.

"Wenn du bei Lieber einen Spaten in den Boden steckst, kommt nur der Stiel wieder raus. Der Rest ist weggeätzt." Diese Aussage stammt nicht von den Grünen, sondern von einem Insider, der eher dem konservativem Lager zugeordnet werden kann. Ein Lieber-Mitarbeiter aus den 1980-er Jahren, der anonym bleiben möchte, schildert detailliert, wie er die Toiletten mit Salzsäure reinigen musste. Das war nicht die einzige Umweltsünde: "Das Kühlwasser, ein Öl-Wasser-Gemisch, das für Arbeiten mit Stahl an Drehmaschinen gebraucht wurde, haben wir einfach auf dem Gelände entsorgt. In der Gießerei wurde über Jahrzehnte ohne Schutzmaske gearbeitet. Der gelbe Schwefel ist einfach so rausgepustet worden."

Anfang der 90-er Jahre zwang man die Firma, eine Filteranlage einzubauen. "Rund um das Dieselaggregat für die eigene Stromversorgung stand der Treibstoff knöchelhoch. Da gab es keine Ölwanne, nichts wurde aufgefangen", sagt der ehemalige Mitarbeiter. "Das Gelände ist eine tickende Zeitbombe."Seine Aussagen decken sich mit Schilderungen aus den 70-er Jahren, die den Schluss zulassen, dass die Umweltverschmutzungen über Jahrzehnte andauerten.

Das Kreis-Umweltamt hat seit mehr als 20 Jahren ein gespanntes Verhältnis zu dem Gelände ("Belastete Vergangenheit"). Die Problematik sei auch Anlass für zahlreiche Diskussionen im Stadtrat gewesen, berichtet ein früherer Ratsherr. Das könnte bald wieder der Fall sein.

Wenn das Bauvorhaben an der Strubbergstraße realisiert wird und die Filiale des Toom-Baumarktes dort hinzieht, entsteht zwischen Westerbachstraße und Steubenstraße ein immenser Leerstand. "Die Verwaltung ist an einer sinnvollen städtebaulichen Entwicklung des Geländes interessiert", sagte Stadtsprecher Peter Schmüser auf Anfrage. Das belastete Erdreich liege in der Verantwortung des Kreis-Umweltamtes.

Mit einer Kooperation der Erbengemeinschaft ist nicht zu rechnen. Im politischen Raum wird spekuliert, dass die Erben niemanden auf dem Gelände haben wollen, damit die Umweltsünden nicht zum Thema werden. Eine Entsorgung des vermutlich verseuchten Erdreichs wäre kostspielig. "Wer die Wasserrechnung nicht zahlt, kommt auch nicht für die Entsorgung auf", sagt ein Ratsherr.

Kommentare
wir sollten zwischen den Zeilen lesen und mal "5 Gerade sein lassen" mein vollstes Verständnis auch ich durfte im Jahr 2001 Nebenkosten gleich eines Kleinunternehmens abstottern, nach Umzug ins "good old Gehlenbeck"... erklären kann es niemand nur zahlen dürfen "Sie" ... kenn das sehr gut!!! Thanks an die Stadtwerke hier nochmal... Auch wenns unwahrscheinlich erscheint... bist Du greifbar , latzt Du! Recherchen betreibt da niemand für Dich.... schade!

Frau Holle-Lieber, die Fam. + Firma Lieber ist auf Kosten der Gesundheit ihrer Mitarbeiter und auf Kosten der Umwelt reich geworden. Sie haben jahrzehntelang das bewusst in Kauf genommen und stellen sich jetzt hier als die "armen Leute" hin, die dafür nichts können. Ich habe als Lehrling bei der Fa. Lieber genau das gleiche erlebt, wie in dem Bericht beschrieben worden ist. Wollen Sie alle, die dieses auch so erlebt haben, verklagen?? Einschüchtern und drohen war schon neben den Patenten das einzige, was Fa. Lieber zu bieten hatte. Und tun Sie sich selbst einen Gefallen und machen einen Rechtschreibkurs bei der VHS mit, denn wenn Sie so auch kaufmännisch gearbeitet haben wie Sie schreiben, wird einem verschiedenes klar.

Dieser Bericht ist einseitig und eine Attacke gegen mich und meine Familie. Pressefreiheit ist eine Sache.Verleumdung, eine andere. Dessen müssen sich Verfasser und Informant dieses Berichtes bewusst sein. Strafanzeige könnte gestellt werden. Ich stelle klar:
Sicherlich ist es eine Bürde, die man trägt, wenn am Ende so ein Erbe bleibt. Da ist es ein Leichtes über so eine Familie herzufallen, sie zu besFirma Lieber war seit ihren Anfängen immer ein Metall verarbeitender Betrieb. Nach dem Kriege hat mein VaterVater war Inhaber vieler Patente und zahlreicher Auszeichnungen und Ehrungen in der Welt auf Messen und Shown.Ich war mein Leben lang kfm. tätig für meinen Vater und kümmere mich noch heute um unsere nötigen Belange, zusammen mit Herrn Wilfried Wlecke, der fast 60 Jjahre ununterbrochen immer für uns tätig gewesen ist. Dies zur allgemeinen Information.
Zur Sache:
Diese verheerende Wasserrechnung, die wir für das Jahr 2010 Anfang 2011 erhielten, - schlug ein wie eine Bombe. Wie konnte das sein? Nirgends war Wasser ausgetreten. Wir haben dieses Wasser nicht entnommen. Zu diesem Zeitpunkt war unser Betrieb nur noch ein ruhender Gewerbebetrieb. Natürlich haben wir uns gewehrt.
Die Stadt Lübbecke hat uns die Rechnung f. das Abwasser erlassen, weil nach eingehender Prüfung nicht festgestellt werden konnte, dass Wasser durch das Rohrleitungssystem abgeflossen ist.
Wissen muß man auch, als die Wasseruhr ausgebaut worden war, Ende 2010, der hohe Wasserverbrauch ganz von alleine wieder aufgehört hatte. Es kann sich nur um einen Defekt der Wasseruhr gehandelt haben. Die Wasseruhr wurde einseitig geprüft, obwohl wir beantragt hatten, dass wir bei der Prüfung dabei sein wollten. Das wurde nicht beachtet. Gemäss Prüfbericht mußte die Wasseruhr mit Eichplombe versehen in einem verschlossenen Behältnis aufbewahrt werden, solange bis keine Unstimmigkeiten bestehen. Die Wasseruhr wurde entsorgt, vernichtet und aus der Welt geschafft! Das Beweisstück existiert also nicht mehr! Nach einer Besprechung im Sommer mit den Stadtwerken, - es geht hier um das Trinkwasser, - teilte mir Herr Hagelstange mit, das der Fall in der kommenden Gesellschafter Versammlung behandelt werden sollte u. daß wir Nachricht bekommen. Bis heute haben wir nichts wieder gehört.

Bezüglich der Altlasten in unserem Betriebsgelände verhält es sich ebenso. Umfangsreiche Unersuchungsberichte und Gutschten liegen dem Umweltamt in Minden vor.
Wir sind gutwillig, kooperativ und verhandlngsbereit. Bis zur Stunde ist niemand an unsheran getreten.

wir betrachten diesen Bericht als eine niederträchtige Kampanie gegen uns, um unser wertvolles Grundstück zu entwerten, um billig daran kommen zu können.

Wenn denn die Fa. Lieber einst an der Bergertorstraße ansässig war, sollte man dann da vielleicht mal nach der noch immer nicht gefundenen Chloroformquelle schauen ? Immerhin liegt es am Chloroform, dass die Lübbecker Bürger in den letzten zwei Jahrehnten etliche Millionen EUR mehr für das Trinkwasser gezahlt haben als in allen umliegenden Städten und Gemeinden.

Stadt oder Kreis spielt doch wohl hier keine Rolle.
Untersuchen und Gut.
Die Stadt als Behörde vor Ort hätte aber mal schauen können.
Tun`se bei Beerdigungen an der Friedhofstr. auch.



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