Stadtmarketingverein, Stadt und Elite-Kinobetreiber Karl-Heinz Meyer stellten Nutzungskonzept vor
Espelkamp. Das Elite-Kino im Espelkamp-Center am Wilhelm-Kern-Platz gehört zur Stadt wie der Grünanger und die Thomaskirche. Und damit das auch so bleibt und dieses kleine Kino nicht auch den Weg nimmt wie zurzeit fast alle kleinen Kinos in Deutschland, nämlich den der Schließung, stemmen sich jetzt Stadtmarketingverein, die Stadt Espelkamp selbst und Kinobetreiber Karl-Heinz Meyer gemeinsam gegen das drohende Aus.
Gestern stellten sie ein gemeinsam entwickeltes Konzept vor, das den Kinostandort Espelkamp langfristig erhalten soll. Unter dem Motto "Rent the Kino" ist es ab sofort für Privatleute, wie auch für Firmen und Organisationen möglich, das gesamte Kino für eine Veranstaltung zu mieten. Dabei kann es sich sowohl um private Feiern jedweder Art wie Geburtstage und Jubiläen, als auch um Feiern von Firmen und Einrichtungen handeln, wie sie beispielsweise zu Weihnachten üblich sind. Auch für offiziellere Feiern wie Firmenjubiläen, Einführung und Verabschiedung von Mitarbeitern ist der Kinosaal geeignet. Meyer weist gemeinsam mit Stadtmarketingvereins-Vorsitzenden Heiner Brockhagen und Torsten Siemon vom städtischen Kulturamt darauf hin, dass man zu solchen Anlässen "durchaus einmal einen anderen Weg gehen kann und einen Film zeigt". Meyer weiß: "Zu jedem Anlass gibt es den richtigen Streifen." Er ist dazu in der Lage "fast jeden Wunsch" zu erfüllen und berät seine Kunden gerne. Stadt und Stadtmarketingverein haben jetzt einen Handzettel herausgegeben, der gezielt an die entsprechenden Einrichtungen verteilt wird und in allen öffentlichen Dienststellen in Espelkamp ab sofort ausliegt. Meyer: "Jeder kann hier sein eigenes Programm machen."
Torsten Siemon begründet dieses gemeinsam von der Stadt und dem Stadtmarketingverein mit Meyer geschnürte Kino-Hilfspaket: " Kleine Kinos haben es gerade zurzeit sehr schwer zu überleben. Wir wollen es wieder mit Leben füllen und vor allem für die Stadt erhalten. Wir haben uns gemeinsam überlegt, wie wir auf diese Entwicklung reagieren sollen und sind auf diese Idee gekommen."
Heiner Brockhagen ergänzt: "Das Kino ist ein wichtiger Image-Faktor für die Stadt und wird aufgenommen in das Bündnis für Espelkamp. Karl-Heinz Meyer soll wissen, dass er nicht alleine da steht. Außerdem können sich die Beteiligten gegenseitig befruchten."
Der Stadtmarketingverein wird zukünftig alle Aktivitäten intensiv begleiten und bewerben. Das Kino werde auch auf überörtlichen Veranstaltungen und Aktionen beworben . Brockhagen machte den Vorschlag, den Kinosaal stärker als Veranstaltungsraum auch für kulturelle Ereignisse wie Lesungen und Live-Auftritte von Bands zu nutzen. "Wichtig ist es uns, ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten." Die Herausgabe des Handzettels sei da nur der erste Schritt. Natürlich werde das Kino auch auf der Homepage der Stadt und des Stadtmarketingvereins beworben und verlinkt. Benötigt werde ein "Netzwerk unterschiedlicher Akteure und ein großes Engagement vor Ort". Brockhagen machte deutlich, dass es auch aus dem politischen Raum "ein deutliches Votum für den Erhalt und die Unterstützung des Kinos gibt". In diesem Zusammenhang kündigte Torsten Siemon an, dass sich die Stadt überlegt, für ihre Mitarbeiter einen Kinoabend im Elite anzubieten. Die Kinoabende der Aufbaugemeinschaft für ihre Mieter seien ja bereits große Erfolge gewesen.