Hüllhorst / Kreis Minden-Lübbecke. Ein großes Aufgebot an Feuerwehrfahrzeugen und lokaler Prominenz zeigte sich am Samstagnachmittag am Sportplatz der Gesamtschule Hüllhorst. Dort stellten sich 15 Mannschaften der Jugendfeuerwehren aus dem gesamten Mühlenkreis den Aufgaben beim diesjährigen Bundeswettbewerb, um den Kreispokal zu erkämpfen.
Gut fünf Stunden dauerte der Wettkampf, der im Kreis bereits zum 40. Mal ausgetragen und zum vierten Mal von der Jugendfeuerwehr Hüllhorst ausgerichtet wurde, berichtete Kreisjugendfeuerwehrwart Thomas Borgstaedt. Mit von der Partie unter den Teilnehmern war auch Titelverteidiger Petershagen Gorspen-Vahlsen.
In einem A und einem B-Teil stellten sich 135 Jugendfeuerwehrkameraden - davon 25 Mädchen - im Alter zwischen 10 und knapp 17 Jahren den Beurteilungskriterien der kritischen Bewertung von gut 20 Schiedsrichtern auf dem Rasenplatz.
"Wir müssen schon streng sein, und es wird auch kein Auge zugedrückt", bestätigte neben dem bewährten Schiedsrichterteam auch Torsten Fischer, Gemeindejugendwart Stemwede und Fachbereichsleiter Wettkämpfe. Ihr Feuerwehrnachwuchs hat bereits 25 Mal den Kreispokal gewonnen; so hängten sie den Titelverteidiger 2011 und Landesmeister (Gorspen-Vahlsen) in diesem Jahr ab.
Spaß und Freude - von der ersten bis zur letzten Platzierung - stehen bei diesen Wettkämpfen im Vordergrund, bekräftigten Borgstaedt und seine Stellvertreterin Sonja Mehnert. Doch auch der Teamgeist zählt und fördert die feuerwehrtechnische Ausbildung des Nachwuchses. So absolvierten die Teams zu je neun Teilnehmern Übungen bei einem Löschangriff sowie bei einem 400-Meter Staffellauf, bei dem unterschiedlich schwierige Aufgaben zu bewältigen waren.
Während immer eine Mannschaft am Ablageplatz die bereitgelegten Geräte fachgerecht aufbaute, gemeinsam Schläuche kuppelte, über einen simulierten Wassergraben zu springen hatten, durch einen Tunnel kroch, in vorgegebener Weise über eine Leiterwand kletterte und am Ende noch an der Seil-Bank Knoten zu fertigen hatte, liefen andere ebenso unter Zeitdruck auf der Tartanbahn. Dort warteten beispielsweise eine Krankentrage mit Übung oder auch Leinenbeutel, die geschickt ins Ziel geworfen werden mussten. Eine weitere Besonderheit: Das Material, das in diesem Jahr von der Jugendfeuerwehr Stemwede-Haldem, der Löschgruppe Bröderhausen und Hüllhorst gestellt wurde, ist das, was auch die Aktiven verwenden und somit nicht speziell für Jugendgruppen ausgerichtet sei, erzählte der Kreisjugendfeuerwehrwart.
Alles sei reibungslos verlaufen, und deshalb "gilt mein Dank auch den Organisatoren der aktiven Feuerwehrkameraden und Wertungsrichtern", lobte Hüllhorsts Wehrführer Michael Möller am Ende des Wettbewerbs. Doch vor allem hob er den Einsatz der Jugendlichen hervor, "die zügig, diszipliniert und ehrgeizig am heutigen Wettkampf teilgenommen haben".
So würdigte auch Hüllhorsts Bürgermeister Wilhelm Henke die Leistung der Jugendfeuerwehr und wünschte für den Landeswettbewerb viel Erfolg.
"Das war ein guter Löschangriff und Staffellauf" fasste Borgstaedt vor der Pokalübergabe zusammen, als sich alle Teilnehmer auf dem Rasen in Gruppen versammelten und durch die Glückwünsche des Kreisbrandmeisters Helmut Hevermann, seiner Stellvertreter Klaus Schwichow und Walter Riechmann, der 20 Stadt- und Gemeindejugendwarte, Wehrführern aus Petershagen und Hille sowie dem Hüllhorster Ortsvorsteher Jürgen Wiemann für ihre Leistung geehrt wurden.
Die Pokalsieger
Der Hüllhorster SPD-Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe überreichte den Lothar-Ibrügger-Wanderpokal für den 1. Platz an das Team Stemwede-Haldem II, (1.424 Punkte), das sich damit für die Landesjugendfeuerwehrspiele in Hallenberg (Hochsauerlandkreis am Samstag, 16. Juni, qualifiziert hat.
Die Zweitplatzierten, PH-Gorspen-Vahlsen I, erhielten für 1.423 Punkte ebenso einen Wanderpokal; den dritten Pokal bekam die Mannschaft Stemwede-Haldem I mit 1.397 Punkten.
Auch das "Schlusslicht" wurde wieder vergeben und ging diesmal an das Team Minden-Hahlen. "Es soll motivieren und gleichermaßen eine Wertschätzung sein", hob Sonja Mehnert hervor.
Einen Pokal für die jüngste Mannschaft (12,9 Jahre) erhielt PH-Gorspen-Vahlsen II. ´ Älteste Gruppe mit einem Durchschnittsalter von 16 Jahren war das Team Minden-Hahlen.
Die Jugendfeuerwehr Hüllhorst hat in diesem Jahr als Ausrichter nicht am Wettkampf teilgenommen.(schw)