12.06.2012
RAHDEN
Nach dem Fest ist vor dem Fest
Rahdener Werbegemeinschaft ist mit Volksfest im Stadtkern zufrieden
VON JOERN SPREEN-LEDEBUR

Rahdener machen Programm | FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

Rahden. Die Bühnen sind abgebaut, die Buden in der Innenstadt wieder verschwunden. Das 23. Rahdener Stadtfest gehört der Geschichte an. Gestern zog die Werbegemeinschaft eine erste Bilanz. Die fällt nach Angaben von Sascha Hiller von der Werbegemeinschaft Rahden "insgesamt zufriedenstellend" aus. Und nach dem Stadtfest ist vor dem Stadtfest.

Riesenglück habe man mit dem Wetter gehabt, meinte Hiller gestern und verwies auf die teilweise kühlen und völlig verregneten Tage vor dem Stadtfest. "Der Wettergott ist ein Rahdener."

Ganz unbeeinflusst blieb das Fest aber nicht von der Witterung. Am Freitagabend hätte der Besuch nach Einschätzung Hillers besser ausfallen können. Die Zahlen seien in den vergangenen Jahren besser gewesen. Viele Bürger hätten aber offenbar gen Himmel geschaut und Gewitterschauer erwartet. Die aber blieben bis auf eine Ausnahme aus.

Als "sehr gelungen" bewertete Sascha Hiller den Auftritt von Max Giesinger und Band am Freitagabend auf der Bühne am Ortgies-Parkplatz. Giesinger sei sehr sympathisch und habe nach dem Konzert noch fast eine Stunde lang Autogramme geschrieben. "Alle Karten waren dann weg", freute sich Hiller.

Guten Anklang fand nach Einschätzung Hillers das Familien-Programm auf den Bühnen. Beim Streetdance-Entscheid seien doppelt so viele Teilnehmer dabei gewesen als im Vorjahr. Auch die Zahl der Besucher sei deutlich höher gewesen. Ausverkauft waren nach Angaben von Karl-Wilhelm Bruns (KWB-Veranstaltungen) die Tische beim samstäglichen Public Viewing auf dem Ortgies-Parkplatz. Nach dem Spiel kamen nach Angaben Hillers noch Gäste in die Innenstadt, um auf dem Stadtfest den Fußball-Sieg zu feiern.
Auch die Bauarbeiten an der Marktstraße waren bis zum Stadtfest wie geplant bis zum Denkmal am Alten Markt fertig. Wegen der Baustelle in Richtung Marktstraße/Weller Straße hätten allerdings einige Stände gefehlt, wegen der Baustelle sei es am Freitag und Samstag an der Marktstraße "ruhiger" gewesen, erklärte Hiller. Der Sonntag aber sei in Ordnung gewesen.

Einige Standbetreiber haben die Werbegemeinschaft allerdings versetzt - eventuell wegen der schlechten Wetterprognosen, wie Hiller vermutete. Die Lücken seien schon zu sehen gewesen. "Aber da werden wir uns für das nächste Jahr etwas überlegen", kündigte Hiller für die Stadtfest-AG der Werbegemeinschaft an. Es habe schon einige konstruktive Ideen gegeben.

Am Sonntag sei es voll gewesen in der Innenstadt. Hinsichtlich der Besucherzahl war das Stadtfest heuer unter dem Strich aus Sicht der Veranstalter nicht schlechter als im Vorjahr - obwohl wegen der Fußball-EM und der Witterung am Freitag und Samstag einige Gäste weniger in der Stadt waren.

Sehr übersichtlich fiel allerdings an der Weher Straße die Besucherzahl beim sonntäglichen Frühschoppen mit der Rahdener Heimatkapelle aus. Einen Grund dafür fand Hiller gestern nicht. Das sei sicherlich ein Wermutstropfen für den ansonsten gut besuchten Stadtfest-Sonntag gewesen. Über den Standort der Bühne an der Weher Straße werde die Werbegemeinschaft gemeinsam mit dem Dersa-Kino beraten, kündigte Hiller gestern an.

"Schickes Ambiente und ein gutes Angebot - das haben wir von jedem gehört", sagte gestern Rolf Hohenadel vom Dersa-Kino. Viele Gäste hätten auch gelobt, dass "auf der Weher Straße endlich mal wieder was zu sehen" sei. Für das Dersa-Kino war es laut Hohenadel eine angenehme Veranstaltung mit netten Gesprächen.

"Wir werden im nächsten Jahr weitermachen", sagte Hohenadel gestern. Langsam und in kleinen Schritten solle die Weher Straße wieder aufgebaut werden. "So muss man das sehen."

Früher gaben sich auf der Bühne an der Weher Straße bekannte Musiker die Ehre. Beatles-Mitbegründer Tony Sheridan zählte dazu, Schlagersänger Bernhard Brink ebenso wie die "Hermes House Band" oder die "Saragossa Band". Damals war die Straße bei diesen Auftritten "schwarz vor Menschen"; es gab kaum ein Durchkommen.

Top-Acts wie vor zehn oder 15 Jahren seien nicht zu finanzieren, meinte Sascha Hiller. Die Gagen seien sehr stark gestiegen. Daher sei es schön, dass es Bruns gelungen sei, einen bekannten Künstler wie Max Giesinger zu verpflichten.

Reden könne man mit Blick auf die künftigen Stadtfeste über eine dritte Bühne, die es in den Vorjahren mal gab. Sascha Hiller: "Nur muss das bezahlbar sein."



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