Im Oppenweher Bohrloch schlummern noch immer 25.000 Liter Diesel / Behörde wartet auf den Kreis
Rahden/Stemwede/Wagenfeld (nw/-sl-). Exxon Mobil sucht im niedersächsisch-westfälischen Grenzgebiet nach Erdgas. In Oppenwehe hatte der Konzern dabei eigentlich auch das Frac-Verfahren einsetzen wollen. Dabei wird mit Chemikalien versetztes Wasser ins Erdinnere gepresst, um künstliche Risse zu erzeugen. Das wiederum soll Aufschluss über das Gasvorkommen geben.
In Oppenwehe hat Exxon das Fracking auf Eis gelegt. Angeeckt war das Unternehmen mit einem Lagerstätten-Drucktest. Dabei waren 25.000 Liter Diesel in das Bohrloch gekippt worden. Öffentlich wurde das erst Monate später – obwohl Exxon gegenüber der Gemeinde Stemwede Transparenz zugesagt hatte.
Wie berichtet will Exxon nun den Diesel aus dem Bohrloch zurückholen und durch Stickstoff ersetzen. Das geschehe nicht wegen möglicher Gefährdungen der Umwelt, hatte der Konzern betont – die hatte der Konzern ausgeschlossen. Als Grund für die Rückholung wurde die öffentliche Diskussion nach dem Drucktest genannt.
Der vom Energiekonzern eingereichte Betriebsplan für die Diesel-Rückholung wird von der in NRW für Bergrecht zuständigen Bezirksregierung Arnsberg überprüft. Sie hatte ihn am 16. März an den Kreis Minden-Lübbecke und den Geologischen Dienst weitergeleitet – mit der Bitte um Stellungnahme. Auch die Gemeinde Stemwede wurde informiert.
Die Arnsberger Behörde hat bislang noch keine Entscheidung getroffen, wie Andreas Nörthen als Sprecher der zuständigen Abteilung Bergbau und Energie gestern auf Anfrage mitteilte. Nach Angaben Nörthens wartet die Bezirksregierung noch auf die Stellungnahme des Kreises Minden-Lübbecke.
Welche Hinweise der Konzern zu möglichen Erdgas-Vorkommen im Norden Stemwedes gewonnen hat, ob das Frac-Verfahren hier noch geplant ist, dazu gab es gestern von Exxon keine Stellungnahme. Unbeantwortet blieb auch die Frage, ob das Projekt "Oppenwehe 1" überhaupt noch verfolgt wird.
Aktiv ist Exxon nicht nur in Oppenwehe, sondern an zahlreichen weiteren Orten. Darunter befindet sich der Landkreis Diepholz. Hier wehrt sich das Aktionsbündnis "No-Moor-Fracking" gegen die dort "geplante Erkundungsmaßnahme mittels Fracking im Schiefergestein in Ströhen". Inzwischen hat das Aktionsbündnis nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Unterschriften gesammelt. In den vergangenen Wochen habe es einige bemerkenswerte Entwicklungen gegeben, wie das Aktionsbündnis gestern mitteilte.
Wintershall gehe auf Distanz zu Exxon, erklärte das Bündnis. Am Betreiber-Konsortium "Bahrenborstel Z14" (bei Sulingen) sei neben dem Betriebsführer ExxonMobil auch die Wintershall beteiligt. Wintershall habe gegenüber dem Aktionsbündnis schriftlich bestätigt, dass man sich nicht an Fracking-Maßnahmen im Schiefergestein in Ströhen (Hann.) beteiligen werde. Wintershall habe Exxon Mobil mitgeteilt, dass für die geplante Ablenkung der Bohrung und mögliches Hydraulic Fracturing auf Schiefergas keine Zustimmung erteilt werde und Wintershall sich als Partner dabei nicht beteilige, heißt es in einer Mitteilung des Aktionsbündnisses.
Das Aktionsbündnis erinnerte gestern an eine Risikostudie zum Fracking, die "eklatante Gefahren" aufzeige. Dabei verwies das Bündnis auf die von Exxon finanzierte Studie des "neutralen Expertenkreises", die man analysiert habe. Dieser Expertenkreis komme zu dem Schluss, dass Fracking im Schiefergestein zunächst nur zur Erkundung und zum Betrieb einzelner Demonstrationsanlagen angewandt werden solle. "Allem Anschein nach könnte also ausgerechnet Ströhen Exxon Mobils Versuchskaninchen werden", heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses.
Das Aktionsbündnis befürchtet im Fall des Frackings unter anderem Gefahren für das Grundwasser durch hochgiftige Chemikalien. Der "neutrale Expertenkreis" habe die Gefahr von Leckagen dargelegt und erklärt, dass "bei 300 Bohrlöchern und knapp 4.000 Fracks" unterstellt werde, dass ein größeres oder kleineres Leck tatsächlich einmal auftrete. "Bei einem größeren Leck wird es vermutlich fünf Minuten dauern, bis es bemerkt ist. Bis dahin sind etwa 35 Kubikmeter Frack-Flüssigkeit in das Grundwasser gelangt", zitierte das Bündnis aus der jüngst in Osnabrück vorgestellten Studie.
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Es geht hier doch nicht um einen Firmen Namen sondern um unsere Umwelt. Bei dem, der Gift oder Diesel in die Erde pumpt ist es doch egal wie er heißt.