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20.11.2012
Minden
Behinderte in Minden vor verschlossener Toilettentür

Minden (sk). Am neuen Mindener Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) gibt es zwar eine behindertengerechte Toilettenanlage, Rollstuhlfahrer scheitern aber bisweilen bei dem Versuch, sie auch zu benutzen. Grund: Vor Ort wird kein Schlüssel vorgehalten.

Als eine Frau aus Petershagen, die wegen einer Erkrankung an multipler Sklerose im Rollstuhl sitzt, vorige Woche ein dringendes Bedürfnis verspürte, händigte ihr die Servicekraft im ZOB statt eines Schlüssels ein Merkblatt aus: Zugang zu den Behindertentoiletten gebe es mittels eines standardisierten "Euro-Schlüssels", zu beziehen über den Club Behinderter und ihrer Freunde, ansässig in Darmstadt.
Kostenpunkt: 18 Euro. "Die Sprache verschlagen" habe es ihrer behinderten Freundin, berichtet Inge Hefkemeyer-Lang aus Minden.


Warum liegt am Serviceschalter kein Schlüssel bereit? Die Stadt Minden verweist auf den Pächter der Gebäude, der allerdings kein eigenes Personal vor Ort hat. Und der Serviceschalter werde von der OWL-Verkehr GmbH betrieben. Die sagt auf Anfrage, es gebe mit der Stadt "keine Vereinbarung über die Deponierung eines Schlüssels".

Kommentare
Christian W.: ich gebe es auf. Du willst es wohl nicht begreifen. Aber meine letzten an dich gerichteten Worte: Ich saß nach einem Unfall selber vier Wochen im Rollstuhl, OHNE dass ich - stationär oder sonstwie - in einer Reha-Klinik behandelt wurde. Es ist mitnichten so, wie du es dir offenbar vorstellst Deine Vergleiche mit Einkauf bei Edeka, vergessene Monatskarte, vergessene Autopapiere, etc. hinken alle - einfach weil du damit eine kostenpflichtige Dienstleistung in Anspruch nehmen möchtest, Waren haben möchtest oder ansonsten eine Ordnungswidrigkeit begehst. Das kannst du doch nicht ernsthaft mit diesem Schlüssel vergleichen?! Ich habe auch nie von Schuld gesprochen - höre bitte auf, mir Wörter in den Mund (die Tastatur) zu legen und das, was ich sage, zu verdrehen. Natürlich ist der Rollstuhlfahrer Schuld, wenn er seinen Schlüssel (sofern er so glücklich ist, und überhaupt davon erfahren hat und einen besitzt) vergisst. Wer sonst? Aber warum zum Henker sollte es dennoch nicht möglich sein, einen Schlüssel irgendwo zu hinterlegen? Warum sträubst du dich so sehr dagegen? Wo ist konkret das Problem dabei? Was stört es dich, wenn jemand, der aus welchen Gründen auch immer, keinen Schlüssel hat, auf die Toilette gehen möchte und dabei auf einen hinterlegten Schlüssel zurückgreifen muss? Verstehe ich echt nicht. Kann dir doch völlig wurscht sein. Aber du hast ja dein Klo und kannst ihn problemlos benutzen. Was jucken dich also die anderen, ob die können oder nicht? (...)

Jay, dann komme ich eben mit einem, letzten, Zitat: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!"
Und umgewandelt heißt das, wenn ich mich nicht erkundige, bin ich für meinen "Schaden", in diesem Fall eine verschlossenen Tür, selbst verantwortlich!
Aber du scheinst eh einer von denen zu sein, die immer für alles andere verantwortlich machen, ließt man überdeutlich! Aber wenn das deine Menthalität ist... wow!
Es MUSS niemand einen Schlüssel hinterlegen, für den Fall, das jemand seinen vergessen hat, oder sich nicht informiert! Genau so wenig muß mich ein Busfahrer nicht mitnehmen, wenn ich meine Monatskarte vergessen habe, oder der EDEKA gibt mir auch meine Einkäufe nicht umsonst mit, weil ich mein Geld vergessen habe! Und, um bei meinem Beispiel zu bleiben, darf ich offiziell kein KFZ bewegen, wenn ich meine Papiere vergesse habe! Immer das selbe... derjenige, der etwas "vergessen" hat, ist selber schuld, und kann gerne versuchen, sich raus zu reden, schuld haben trotzdem nicht Busfahrer, kassiererin oder Polizist, sondern der "Vergeßliche" selbst!
Ach ja... zu deinem "Argument"... jemand, der "vorrübergehend" im Rollstuhl sitzt, hatte in der regel einen schweren Unfall oder schwere Krankheit! In beiden Fällen wird man nicht ohne Reha entlassen, und spätestens in der Reha-Klinik wird man über alle Gegebenheiten informiert! Also such nicht weiter nach Ausreden und Rechtfertigungen! ;)

Christian W: Ich habe niemals behauptet, der Schlüssel sei eingeführt worden um den Behinderten das Leben schwer zu machen. Was ihnen das Leben schwer macht, ist die Tatsache, dass kein Schlüssel zentral hinterlegt wird, was problemlos, ohne großen Aufwand machbar wäre.

Man kann sehr wohl sagen "[Den Schlüssel] Habe ich halt vergessen" - der Vergleich - den du übrigens angebracht hat - mit den vergessenen Papieren hinkt eben genau dadurch. Vergesse ich meine Papiere, begehe ich eine Ordnungswidrigkeit und muss zahlen. Klare Sache, bekommt auch jeder in der Fahrschuhle gesagt. Vergesse ich einen Schlüssel - von deren Existenz ich u.U. nicht mal weiß - werde ich unnötig bestraft, da Abhilfe eine ganz einfache Sache wäre. Ich sage es immer wieder, aber du überliest es wohl: Es gibt Leute, die im Rollstuhl sitzen und nicht gesagt bekommen, dass es diesen Schlüssel sitzt. Und dann ist es für dich offenbar in Ordnung, dass sie vor verschlossener Tür sitzen? Sie haben halt Pech gehabt? Diese Sichtweise finde ich sehr schade, vor allem, weil sie ausschließlich eine Minderheit trifft, die es schon schwer genug im Alltag haben kann, ohne sich jetzt auch noch Gedanken darüber machen zu müssen, ob sie grundlegende Bedürfnisse problemlos befriedigen können.

Und wenn ich eine Behinderten-Toilette benutzen muss oder möchte, brauche ich ggf. so einen Schlüssel, den ich mir auch im Zweifel an zentraler Stelle abholen kann, weil eine solche Hinterlegung einen so geringen Aufwand darstellt, dass schon die Diskussion darüber unfassbar ist. Ganz einfach, oder???

@Und wenn...
Wer solche anonymen Kommentare abgeben muß, sollte seinen eigenen Rat bevolgen! :D

@Jay
Ich glaube, wir reden aneinander vorbei...
Ich habe nocht behauptet, dass es eine Ordnungswidrigkeit ist, den Schlüssel nicht dabei zu haben! Es ging darum, dass man nicht einfach sagen kann "hab ich halt vergessen!"
Und bei der Behinderten handelte es sich doch gar nicht um eine vorrübergehend auf den Rollstuhl angewiesene Person, also liegt da doch der unterschiedliche Sachverhalt, oder? Den Euroschlüssel gibt es seit über 20 Jahren! Wenn ich als Behinderte dann bis heute keinen habe, kann ich nicht andere dafür verantwortlich machen!
Und der Schlüssel wurde, wie schon erwähnt, nicht eingeführt, um Behinderten das Leben schwer zu machen, wie du behauptest, sondern Nicht-Behinderten den Zugang zu Behinderten-Toiletten zu verweigern, und das geschah auf Initiative der Behinderten-Verbände selber!
Und wenn ich eine Behinderten-Toilette benutzen muß oder möchte, brauche ich so einen Schlüssel! Ganz einfach, oder????

ich Christian W. wäre würde ich mir ganz schnell einen Termin beim Humanmediziner besorgen!



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