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23.11.2012
Minden/Münster
"Entscheidung gegen Westfalen"
Land will Preußen Museum in Minden angeblich "einmotten" und nur eines in Wesel fördern

Minden | FOTO: OHNESORGE

Minden/Münster (och/sim). In Düsseldorf könnte es "wieder eine Entscheidung für das Rheinland und gegen Westfalen" geben, fürchtet Wolfgang Kirsch, Chef des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL): Bauminister Michael Groschek habe ihm persönlich mitgeteilt, das Land wolle das Preußen Museum Minden "einmotten" und nur sein Gegenstück im rheinischen Wesel weiter fördern.

Er sei über diese Entwicklung "schockiert", sagte Kirsch in der Landschaftsversammlung, in der es gestern um den LWL-Haushalt für 2013 ging. Beide Museen werden zurzeit von einer Stiftung getragen, an der das Land, die beiden Städte und Landkreise und die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe beteiligt sind. Wegen der seit langem extrem niedrigen Zinssätze wirft das Stiftungsvermögen nicht mehr genug Geld ab, um die Kosten zu decken. Seit 2010 schießt das Land deshalb 200.000 Euro zu, die anderen Träger teilen sich noch einmal 200.000 Euro.

Seit einiger Zeit wird deshalb darüber verhandelt, ob die Landesverbände die Museen übernehmen – allerdings unter finanzieller Beteiligung des Landes. Dazu, sagte Kirsch in der Landesversammlung, sei der LWL für Minden auch grundsätzlich bereit. Das Land müsse aber Investitionsmittel für einen Umbau bereitstellen und sich an etwaigen Defiziten in Zukunft beteiligen: "Die Verantwortung für eine Lösung liegt nicht in Münster, sondern in Düsseldorf."

Dort gibt man den schwarzen Peter zurück: Es sei nicht Aufgabe des Bauministeriums, den Betrieb eines Museums dauerhaft institutionell zu fördern, teilte Groschek dieser Zeitung mit. Gefragt sei hier der LWL. "Sollte der Landschaftsverband den Standort in Minden nicht finanziell unterstützen können, so ist der Standort nicht dauerhaft gesichert", so der Minister. "Das fände ich sehr bedauerlich".
Veit Vetzke, Leiter beider Museen, müht sich, die Situation optimistisch zu deuten: Dass Kirsch in seiner Rede auch ein finanzielles Engagement des LWL in Aussicht gestellt habe, sei "das positive an dieser Nachricht.

     



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