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23.11.2012
Stemwede
81 Einwendungen erhoben
Bezirksregierung lädt zu Erörterungstermin zur Höchstspannungsleitung ein

Unter Spannung | FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

Stemwede/Detmold (nw). Das Verfahren für den Neubau der nordrhein-westfälischen Abschnitte der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung von Wehrendorf nach St. Hülfe geht in die entscheidende Phase: Die Erörterung als Kernstück der Öffentlichkeitsbeteiligung im Planfeststellungsverfahren wird am 6. Dezember im Begegnungszentrum in Wehdem stattfinden. Dabei werden alle privaten Einwendungen sowie die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange eingehend behandelt.

Die Bezirksregierung Detmold wird in dem Termin von 10 Uhr an mit den Vertretern der Netzbetreiberin Amprion GmbH, den Trägern öffentlicher Belange sowie den Einwendern und Betroffenen alle Fragen erörtern, die mit dem Neubauprojekt zusammen hängen.


Hierzu gehörten neben der Frage des Trassenverlaufs vor allem Fragen nach den Auswirkungen der Baumaßnahme auf den Menschen und die Umwelt sowie solche der Grundstücksnutzung.

Jeder Einwender habe in den vergangenen Tagen von der Bezirksregierung Detmold eine persönliche Einladung zu dem Termin zugeschickt bekommen, der auch ein Hinweis zum Verfahren und zum Ablauf des Termins sowie die Tagesordnung beigefügt sei. Auch die schriftliche Gegenäußerung der Vorhabenträgerin zur jeweiligen Einwendung wurde zur Vorbereitung auf den Termin mit versandt, wie die Bezirksregierung mitteilt. Interessierte können die Tagesordnung der Bekanntmachung der Gemeinde Stemwede entnehmen.

Die Netzbetreiberin Amprion GmbH plant den Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsfreileitung zwischen den Umspannanlagen Wehrendorf bei Osnabrück und St. Hülfe bei Diepholz. Der Neubau soll eine bestehende 220-kV-Leitung ersetzen.

Zwei kurze Abschnitte von zusammen 2,3 Kilometer der insgesamt 33,5 Kilometer langen und ansonsten ausschließlich durch Niedersachsen verlaufenden Leitung queren in der Nähe zur Landesgrenze das Gebiet der Gemeinde Stemwede. Unter Berücksichtigung eines weiteren sich nördlich von St. Hülfe anschließenden Leitungsabschnitts (Ganderkesee-St. Hülfe) des Netzbetreibers Tennet TSO GmbH soll damit eine durchgehende 380-kV-Höchstspannungs-Freileitung von der Umspannanlage Ganderkesee (westlich von Bremen gelegen) bis zur Umspannanlage Wehrendorf geschaffen werden.

Die Planfeststellungsunterlagen haben im Mai und Juni 2011 in der Gemeinde Stemwede  ausgelegen. Insgesamt 81 Einwendungen wurden gegen die NRW-Abschnitte des Vorhabens erhoben. Im Fokus der Einwendungen standen insbesondere Bedenken gegen die vorgesehene Nutzung der bestehenden 220-kV-Trasse. Wegen ihrer Nähe zur vorhandenen Bebauung werden zu hohe und gesundheitsschädliche Beeinträchtigungen durch elektrische Felder befürchtet. 

Planänderungen, die jedoch nur die zur bauzeitlichen Aufrechterhaltung des Leistungsbetriebs vorgesehene provisorische Leitungstrasse beinhalten (andere Trassenführung und andere Masttypen), sind im September 2012 mit dem Ziel vorgenommen worden, die damit verbundenen Einschränkungen für die Landwirtschaft zu minimieren. Diesen Planänderungen ist von 15 Betroffenen widersprochen worden.
Nachdem die Vorhabenträgerin abschließend auch ihre Gegenäußerungen zu den Einwendungen fertig gestellt habe, ist das Verfahren nach Auffassung der Bezirksregierung jetzt reif zur Erörterung. Sie finde in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu dem Erörterungstermin in dem niedersächsischen Verfahren statt – am 28. November in Lemförde – und stelle so auch die gewünschte zeitliche Koordination beider Planfeststellungsverfahren sicher.



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